Frage
Was halten Sie von folgendem Satz: „Wenn Sie das Limit erreichen, bleiben Ihre Alben zwar bestehen. Sie erhalten jedoch eine Fehlermeldung beim Versuch, neue Fotos hinzuzufügen“?
Es geht um „zwar“ und „jedoch“. Ist es sprachlich falsch oder vielleicht nur stilistisch unschön oder stellt es sogar in manchen Fällen eine gute stilistische Option dar, solche nebenordnenden paarigen Konjunktionen – hier „zwar“ und „jedoch“ – auf zwei Sätze zu verteilen und diese Sätze wie oben durch einen Punkt zu trennen? Wenn das eine oder das andere, warum?
Die Frage interessiert mich auch in Bezug auf solche Konjunktionen allgemein – also auch, ob es in Ordnung ist, zum Beispiel „nicht nur … sondern“ in dieser Weise „auseinanderzureißen“ („Das ist nicht nur unnötig. Sondern es ärgert manche Leute regelrecht“) oder „weder … noch“ usw. Zu lesen ist so etwas ja öfter.
Antwort
Guten Tag Herr K.,
es ist nicht üblich und in der Regel stilistisch auch nicht empfehlenswert, mehrteilige Konjunktoren wie nicht nur – sondern auch, weder – noch, entweder – oder, sowohl – als/wie auch auf zwei durch einen Punkt getrennte Sätze zu verteilen. Also besser wie folgt:
Das ist nicht nur unnötig, sondern es ärgert manche Leute regelrecht.
Es ist weder üblich noch ist es stilistisch empfehlenswert.
Entweder erscheint eine Fehlermeldung oder das Programm stürzt einfach ab.
Ich kenne keine Regel, die exakt diesen Fall beschreibt. Als Grund könnte man anführen, dass zwei Teilsätze durch mehrteilige Konjunktionen so eng miteinander verbunden (nebengeordnet) werden, dass man sie nicht durch einen Punkt voneinander trennt oder trennen sollte.
Das gilt weniger stark auch für Verbindungen mit zwar – aber/jedoch. Deshalb besser:
Wenn Sie das Limit erreichen, bleiben Ihre Alben zwar bestehen, Sie erhalten jedoch/aber eine Fehlermeldung beim Versuch, neue Fotos hinzuzufügen.
Wenn Sie das Limit erreichen, bleiben Ihre Alben zwar bestehen, aber Sie erhalten beim Versuch, neue Fotos hinzuzufügen, eine Fehlermeldung.
Dein Vorschlag ist zwar gut, nur kommt er viel zu spät.
Zwar weiß ich viel, doch möcht’ ich alles wissen [Goethe, Faust, V. 601]
Insbesondere bei längeren oder komplexeren Sätzen mit zwar wird gelegentlich auch der Punkt gewählt. Hier ein Beispiel aus der Duden-Grammatik:
Aufgrund der Tatsache, dass in (70 c) ein Objektsatz das Nachfeld besetzt, erscheint das finite Verb „hat“ zwar nicht ganz am Ende des gesamten Satzes. Wenn man aber einen Verbletztsatz nicht mittels der oberflächlichen Abfolgeverhältnisse, sondern aufgrund der Position des finiten Verbs in der rechten Satzklammer definiert, gelangt man auch hier zum richtigen Ergebnis. [Duden, Die Grammatik, 10. Auflage, 2022, S. 47]
Es ist also nicht grundsätzlich falsch, einen Punkt zu verwenden:
Wenn Sie das Limit erreichen, bleiben Ihre Alben zwar bestehen. Sie erhalten jedoch eine Fehlermeldung beim Versuch, neue Fotos hinzuzufügen.
Ich würde hier das Komma wählen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp