wiederherstellen, wiederaufnehmen usw.

Herr K. schreibt:

Guten Tag!

Es hat mich sehr verblüfft, daß Ihr großartiges Canoonet das Wort „wiederherstellen“ nicht kennt. Die Form „wiederHERGESTELLT“ wird nur vom „Unknown Word Analyzer“ zerlegt.

Bekannt ist hingegen: „Wiederherstellung“

Andererseits kennt Canoonet das vergleichsweise viel seltenere Wort „wiederverwerten“.
Anzahl Google-Treffer:
3.650.000 für „wiederherstellen“ ohne „wieder herstellen“
1.630.000 für „wiederhergestellt“ ohne „wieder hergestellt“
53.400 für „wiederverwerten“ ohne „wieder verwerten“
134.000 für „wiederverwertet“ ohne „wieder verwertet“

Haben Sie eine Erklärung für das Fehlen von „wiederverwerten“?

Ich hoffe, dieses Feedback war Ihnen nicht nur eine Freude sondern auch eine Hilfe!

Schöne Grüße aus Wien

Antwort:

Sehr geehrter Herr K.,

Wir danken Ihnen für Ihr Interesse an unseren Sprachseiten, für Ihren Hinweis und natürlich auch für das „großartig“.

Dass das Verb „wiederherstellen“ im Gegensatz zu „wiederverwerten“ nicht in Canoonet zu finden ist, hat einen technischen Grund. So suchen Sie auch vergeblich nach zum Beispiel: wiederaufnehmen, wiedereinstellen, wiedergutmachen u.a.

Diese trennbaren Verben haben gemeinsam, dass sie im Hauptsatz nicht wie gewöhnliche trennbare Verben in zwei, sondern in drei Teile auseinanderfallen. Vergleichen Sie zum Beispiel:

wiederverwerten: Die Winzer nehmen die Flaschen zurück und verwerten(1) sie wieder(2).

ABER:
wiederherstellen: Entspannungsübungen stellen(1) das innere Gleichgewicht wieder(2) her(3).
wiedergutmachen: Wie mache(1) ich dieses Unrecht wieder(2) gut(3)?

Dies bedingt, dass einerseits eine neue Art der Datenerfassung und -aufbereitung und andererseits eine neue Darstellungsart für unsere Flexionstabellen eingeführt werden muss. Das ist natürlich nicht unmöglich, aber leider für die geringe Anzahl von Verben im Moment technisch zu aufwändig. Wir hoffen aber, das Fehlen dieser Verben in Zukunft einmal beheben zu können.

Und wir hoffen auch, dass Sie Canoonet dank der beinahe 20.000 anderen Verben trotzdem noch ein bisschen großartig finden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

1 Kommentar

  1. Bernard Brown schreibt:

    Januar 26, 2008 um 12:59

    Daß das arme Verb ‚wiedergutmachen‘ in drei Teile auseinanderfallen muß, sollte ein Zeichen dafür sein, daß der Begriff ‚trennbar‘ nicht zu verantworten ist. Das Normale ist eben, daß es sich hier um drei Elemente handelt: Ich mache(1) etwas wieder(2) gut(3). Wenn aber das Verb als Infinitiv oder im Nebensatz am Ende steht und die beiden anderen Elemente also davor stehen müssen, ergibt sich etwa die Folge ‚wieder gut machen‘ oder auch ‚wieder gut gemacht worden sind‘ . Das Einzigmerkwürdige daran ist, daß man der Neuen Falschschreibung zum Trotz dazu neigt, die als zusammengehoerig empfundene (2)(3)(1) tatsächlich zusammen zu schreiben. Das ist eine Merkwürdigkeit der geschriebenen Sprache; für den Sprecher und den Hoerer ist das alles in bester Ordnung und kein Problem!