China, Peking und Beijing

Pünktlich zur Eröffnung der Olympischen Spielen 2008 ein paar kleine sprachliche Hintergrundinformationen: Woher kommt der Name China und was hat es mit Peking und Beijing auf sich?

Wieso heißt China eigentlich China? Die Chinesen selber nennen ihr Land Zh?ngguó (auf Deutsch: Reich der Mitte). Von diesem Namen aus kommt man auch mit noch so viel Zungenfertigkeit – oder Mangel an Zungenfertigkeit – nicht auf China, ganz gleich ob man das Ch am am Anfang als ich-Laut oder als k ausspricht.

Der in den westlichen Sprachen übliche Name China geht auf nur einen Teil des heutigen Chinas zurück: Qin (ausgesprochen ungefähr tschin). Dieser Staat im Nordosten Chinas umfasste „nur“ etwa einen Viertel der heutigen Staatsfläche. Seine Geschichte ist eng mit derjenigen der Qin-Dynastie (221-206 v.Chr.) verknüpft. Sie wurde von einem gewissen Yíng Zhèng gegründet, der sich – dies sei nur nebenbei erwähnt – ganz unbescheiden Qin Shihuangdi nannte, was so viel wie erster erhabener Gottkaiser von Qin bedeutet. Der Name des Landes Qin gelangte im Laufe der Geschichte über Südostasien zu den europäischen Seefahrern, die ihn in die westliche Welt zurücknahmen.

Nun zur Hauptstadt: Je mehr die Olympischen Spiele 2008 in Blickfeld rücken, desto mehr erhält der Name Peking Konkurrenz von der Bezeichnung Beijing. Der chinesische Name Beijing bedeutet Nördliche Hauptstadt (bei = Norden, jing = Hauptstadt). Aber wenn die Chinesen Beijing sagen, wieso sagen wir dann Peking?

Der Name soll auf französische Missionare zurückgehen, die ihn im 17. Jahrhundert nach Europa gebracht haben sollen. Vielleicht waren es ja auch nicht französische Jesuiten, aber auf jeden Fall gelangte der Name zu uns, bevor ein bestimmter chinesischer Lautwandel stattfand. Während der Qing-Dynastie (1644-1911) veränderte die Aussprache des k vor einem i in etwas Ähnliches wie ein dsch (geschrieben j). Dehalb heißt die Stadt im modernen Chinesisch Beijing.

Der im Deutschen nach wie vor üblichere Name ist Peking. So steht er zum Beispiel auch im Länderverzeichnis für den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik Deutschland. Ob das wohl nach den Spielen immer noch so sein wird?

K.