Schnorcheln klingt, wie wenn man es nicht kann.

Der Urlaub war schön: Sonne, Wärme, Strand, schwimmen und – wie sich das für tropische Gewässer gehört – schnorcheln. Dabei habe ich viele bunte Fische und sogar einige Muränen, zwei kleine Seeschildkröten und einen Rochen gesehen. Letzterer war zum Glück kein Riesenexemplar, so dass ich bei seinem Anblick nur mäßig erschrocken bin. Ich tauge eben doch mehr zum Schreibtischtäter als zum Unterwasserhelden.

Über den Unterwasserhelden, der ich nicht bin, kommen wir langsam zu einem eher sprachlichen Thema. Das Word schnorcheln klingt nämlich ganz wie jemand, der nicht schnorcheln kann. Nehmen Sie einmal an, dass Sie beim Schnorcheln Salzwasser in Mund und/oder Nase gekriegt haben, und stellen Sie sich dann vor, wie Sie nach der Wassereinnahme, aber noch vor dem Hustenanfall klingen. Schnorchel trifft es vielleicht nicht ganz, aber es kommt dem Geräusch doch sehr nahe.

Ich wollte also wieder einmal wissen, woher ein Wort kommt. Wir haben es für einmal nicht aus dem Englischen übernommen. Das englische snorkel ist im Gegenteil ein Lehnwort aus dem Deutschen, obwohl die deutschen Küsten im Allgemeinen nicht gerade als Schnorchelparadies bekannt sind. Ein Schnorchel ist nicht nur ein Atemrohr zum Schwimmen unter Wasser, sondern auch ein ausfahrbarer hohler Mast, durch den U-Boote auf Sehrohrtiefe Luft für die Maschinen ansaugen können, ohne auftauchen zu müssen.  Deutsche U-Boote sollen die ersten mit einem solchen Schnorchel gewesen sein. Das erklärt den Wortexport ins Englische vielleicht besser.

Nach den Angaben, die ich finden konnte, geht Schnorchel auf das landschaftliche Wort Schnorgel oder Schnörgel zurück, das Mund, Nase, Schnauze bedeutet. Schnorgel ist ein lautmalerisches Wort, das unter anderem mit dem ebenfalls lautmalerischen schnarchen verwandt ist. Diesmal hat mich also mein erste Intuition wider Erwarten nicht ganz getäuscht. Und wenn sie in Zukunft beim Schnorcheln einmal Wasser statt Luft schnappen, ist das zwar immer noch unangenehm, aber Sie können sich wenigstens mit dem Gedanken „trösten“, dass Sie damit sozusagen zum lautmalerischen Ursprung des Wortes zurückgekehrt sind.

K.