Wunder weiß was wie schön

Frage

„Sie meinte, wunderweißwas wie schön sie sei.“ Ist das ein Wort und schreibt man es so?

Antwort

Guten Tag U.,

der Ausdruck gehört eigentlich nur zur gesprochenen Umgangssprache. Wenn Sie ihn dennoch aufschreiben möchten, tun Sie dies am besten wie folgt:

Sie meinte, Wunder weiß was wie schön sie sei.

Man schreibt nämlich Wunder in etwas weniger wortreichen Verstärkungen wie den folgenden ebenfalls von anderen Wörtern getrennt und groß:

Ich kam mir Wunder wie schlau vor.
Ihr bildet euch Wunder was ein.
Er meint Wunder wer zu sein und Wunder was geleistet zu haben.

Sehen Sie auch Wunder in Canoonet.

Im Prinzip ist Wunder weiß was wie eine Zusammenziehung von Wunder wie (siehe Beispiel oben) und Wunder weiß was (siehe unten):

Die können einem Wunder weiß was andrehen.
Er guckte auf seine Schuhspitzen, als gäbe es da Wunder weiß was zu entdecken.

Mit Wunder wer, Wunder was, Wunder wie (oder eben der aneinandergereihten „Turboversion“ Wunder weiß was wie) drückt man aus, dass man eine Einschätzung übertrieben findet. Diese Ausdrucksweise gehört aber, wie gesagt, vor allem zur gesprochenen Umgangssprache. Die richtige Schreibung ist deshalb eigentlich gar nicht so wichtig.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

4 Kommentare

  1. Gernot Back schreibt:

    September 18, 2010 um 14:54

    Hallo Herr Bopp!

    Ein schönes weiteres Beispiel für so ein aneinandergereihtes Turboadverb ist „hastunichtgesehen“.
    http://www.mydict.com/Wort/hastdunichtgesehen/

    Ich frage mich nur, warum eine solche Schreibweise nicht auch bei „mir nichts, dir nichts“ verzeichnet wird.

    Gruß

    Gernot Back

  2. Dr. Bopp schreibt:

    September 20, 2010 um 11:27

    Ich bin mit Ihnen einverstanden: Wenn man „hastunichgesehen“ als ein zusammengeschriebenes Adverb aufnimmt (Bedeutung: unversehens, plötzlich), sollte man tatsächlich auch „mirnichtsdirnichts“ oder „wiekönntesanderssein“ in einem Wort angeben. Viel besser ist es allerdings, wenn man sich an die Rechtschreibung hält und „hast du nicht gesehen“, „mir nichts, dir nichts“ und „wie könnte es anders sein“ schreibt.

  3. Martin Kraus schreibt:

    Oktober 18, 2010 um 16:41

    Sollte man bei „Sie meinte, Wunder weiß was wie schön sie sei.“ nicht ein Komma vor „wie“ setzen? So wie in:

    „Ich weiß, wie schön sie ist.“

    Ansonsten sind die zwei konjugierte Verben „weiß“ und „sei“ nicht durch Komma getrennt, was mir verdächtig vorkommt.

    Martin Kraus

  4. Dr. Bopp schreibt:

    Oktober 19, 2010 um 10:38

    Es folgt wieder einmal eine typische „Jein“-Antwort: Man kann, aber muss nicht. Rein formal handelt es ich bei Wunder weiß (was) um einen Schaltsatz, der durch Kommas abgetrennt werden sollte:

    Sie meinte, Wunder weiß, wie schön sie sei.
    (Sie meinte, Wunder weiß was, wie schön sie sei.)

    Es gibt aber formelhafte Sätze, die nicht mehr als Satz, sondern als adverbiale Wendung empfunden werden und nicht durch Kommas abgetrennt werden. Dazu gehört auch Wunder weiß (und entsprechend die „Turboversion“ Wunder weiß was):

    Sie meinte Wunder weiß wie schön sie sei.
    (Sie meinte Wunder weiß was wie schön sie sei.)

    Weitere Beispiele:

    Es hat Gott sei Dank endlich aufgehört zu regnen.
    Ich habe mir weiß Gott Mühe gegeben.
    Sie haben noch wer weiß wie lange miteinander geredet.

    In all diesen Fällen ist es auch korrekt, Kommas zu verwenden. Die formelhafte Wendung wird dann als Satz oder als Einschub behandelt und abgetrennt:

    Es hat, Gott sei Dank, endlich aufgehört zu regnen.
    Ich habe mir, weiß Gott, Mühe gegeben.
    Sie haben noch, wer weiß wie lange, miteinander geredet.