Pucken

Im Berg der nach dem Urlaub zu beantwortenden E-Mails habe ich wieder einmal eine Frage angetroffen, die ich nicht bantworten kann. Vielleicht weiß ja ein Leser oder eine Leserin dieses Blogs die Antwort. Herr L. und ich wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie dieses Wissen mit uns teilen würden.

Frage

Es gibt ein neues Verb im Deutschen: pucken. Das Internet ist voller Seiten dazu. Es handelt sich um eine wiederentdeckte alte Wickelmethode für Kleinkinder. Woher kommt dieses Verb? Können Sie etwas zu seiner Etymologie sagen?

Antwort

Sehr geehrter Herr L.,

dank Ihrer Frage kenne ich nun die Wickelmethode Pucken. Woher das Verb pucken stammt, konnte ich aber leider nicht herausfinden. Keine der mir zur Verfügung stehenden Quellen erwähnt es. Es steht nicht einmal in Canoonet!

Mit freundlichen Grüßen

Dr.  Bopp

Wer kann uns hier weiterhelfen? Es geht nicht darum, was das Wort bedeutet oder woher die mit ihm beschriebene Wickeltechnik kommt, sondern darum, woher das Wort selbst stammt. Sämtliche Hinweise werden dankend entgegengenommen.

8 Kommentare

  1. Ivan Panchenko schreibt:

    November 16, 2010 um 15:50

    Das Wort gibt es im Niederdeutschen (auch das Intensivum „puckern“ ist existent) und ist eine Nebenform des Onomatopoetikums „pochen“ (klopfen).

    Aber mit der Wickelmethode hat das wohl nichts zu tun, oder etwa doch?

  2. Mary Malloy schreibt:

    November 16, 2010 um 17:24

    Vielleicht kommt es aus dem Englischen von „pucker“ = „die Falte“ bzw. von „to pucker up“ = „sich zusammenziehen“. Das erscheint mir zumindest im Ansatz logisch, wenn es sich um eine enge Wickeltechnik handelt.

  3. Philip Newton schreibt:

    November 16, 2010 um 18:43

    Ich kannte aus dem Begriffsumfeld nur den „Pucksack“ und dachte immer, das hänge irgendwie mit „Puck“ der Figur aus Shakespeares Sommernachtstraum zusammen.

  4. Dr. Bopp schreibt:

    November 17, 2010 um 12:21

    Vielen Dank für die Hinweise! Bei allen dreien fehlt leider mindestens ein Schritt zwischen möglichem Ursprung und heutiger Bedeutung.

    Wie Herr Panchenko schon schreibt, fehlt ein Zusammenhang zwischen der Bedeutung pochen und der Wickelmethode.

    Wie man vom englischen to pucker zur Wickelmethode kommt, ist oder wäre ebenfalls schwierig zu erklären. Einerseits heißt die Wickelmethode im Englischen ganz anders (swaddling) und andererseits wäre auch noch die Frage zu klären, wieso es nicht puckern, sondern pucken heißt.

    Der Zusammenhang mit einem Elfen aus Shakespeares Sommernachtstraum (oder dem alten englischen Wort für schlechter Geist, Teufel, auf das dessen Namen zurückgeht) klingt sehr poetisch, entbehrt aber leider auch eines erklärbaren oder beweisbaren Zusammenhangs mit der Wickelmethode.

    Ähnlichkeiten allein sind leider noch keine Beweise. Trotzdem noch einmal vielen Dank fürs Mitdenken!!

    Da die Frage also immer noch ungeklärt ist, sind weitere Vorschläge sehr willkommen.

  5. Ivan Panchenko schreibt:

    November 21, 2010 um 13:53

    Ich habe herausgefunden, dass Pucksäcke von der Marke „Puck’s“ erfunden wurden. Möglicherweise kommt der Name daher und die Wickelmethode hieß früher anders. Ich selbst bezweifle dies, da nirgendwo der vermutliche alte Name genannt wird.

  6. Dr. Bopp schreibt:

    November 22, 2010 um 16:40

    Gut recherchiert! Es ist ein interessanter Ansatz, aber auch ich konnte leider nicht herausfinden, was zuerst war: das Verb pucken oder die Firma Puck’s?

  7. honey780 schreibt:

    November 4, 2011 um 23:38

    Hallo, ich habe mal gehört, dass das Sportgerät -die Puckscheibe- früher aus eng gewickeltem Leinen bestand, bevor es auch Kunststoff hergestellt wurde und sich daraus das Verb entwickelt hat= Säuglinge eng in Leinen einwickeln?! Grüße

  8. Ivan Panchenko schreibt:

    November 5, 2011 um 15:55

    @honey780 Das ist ein interessanter Ansatz, allerdings habe ich eher gehört, das William Fleet Robertson, der Erfinder des Pucks, zwei Teile vom Gummiball abschnitt, sodass nur noch eine Scheibe übrig blieb, vgl. Wikipedia:

    „Erfunden wurde der Puck 1877 von William Fleet Robertson, indem er die bis dahin verwendeten Gummibälle einfach beschnitt, so dass nur noch eine Scheibe übrigblieb.“
    (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Puck_%28Sport%29&oldid=95142773)

    Hier: books.google.de/books?id=SJF0sBZ-5cMC&pg=PA4&dq=“William+Fleet+Robertson“+puck

    Wird als Quelle „Eishockey Weltgeschichte“ von Eckert (Seite 15) genannt.