Groß und klein bei Must-haves

Frage

Heute hätte ich mal eine Frage zu den immer mehr um sich greifenden Anglizismen. So ein neumodisches Wort ist das „Must-have“, also etwas, was man (angeblich) unbedingt haben muss. Würden Sie das Wort auch so schreiben? Oder gibt’s da eine genaue Regel, wie man solche Wörter zu behandeln hat?

Antwort

Sehr geehrter Herr A.,

Wenn ich das Wort Must-have benutzen müsste, würde ich es auch so schreiben. Das englische Wort must-have wird als Substantiv verwendet, deshalb schreibt man den Anfangsbuchstaben im Deutschen groß. Der Wortteil nach dem Bindestrich ist kein Substantiv (have ist ein Verb) und bleibt deshalb klein:

das Must-have

Ebenso zum Beispiel:

das Know-how
das Make-up
die Hit-and-run-Strategie
das Savoir-vivre
der Tour-de-France-Gewinner

Sehen Sie hierzu diese Angaben.

So weit die Regel. Natürlich geht es auch hier nicht ohne Ausnahmen: Die amtliche Wörterliste gibt zum Beispiel an, dass man Rock-and-Roll-Musiker schreiben muss (seufz).

Diese Kleinschreibregelung gilt im Prinzip auch in „deutscheren“ Zusammensetzungen mit Bindestrich. Auch hier werden Wortbestandteile, die keine Substantive sind (und nicht an erster Stelle stehen), kleingeschrieben. Zum Beispiel:

die Ad-hoc-Entscheidung
der Trimm-dich-Pfad
die Links-rechts-Kombination
die Berg-und-Tal-Bahn

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

3 Kommentare

  1. Valentin schreibt:

    Dezember 16, 2010 um 02:08

    Mal abgesehen von den Anglizismen, die wirklich benötigt werden, weil es „noch“ kein wirklich passendes deutsches Wort gibt, kommt es mir vor, dass viel zu oft mehr englisch als deutsch gesprochen wird, wo es eigentlich mindestens gleichwertige deutsche Wörter geben würde. Mir fällt jetzt natürlich nicht wirklich ein Beispiel ein, aber es ist so.

  2. Logan schreibt:

    Dezember 21, 2010 um 03:05

    Na, dann sehen und hören Sie sich doch einmal die Werbung im Fernsehen an. Da finden Sie in kürzester Zeit mehr Beispiele, als Ihnen und auch mir lieb sein dürfte. Viele Leute gehen heute in die City statt in die Innenstadt oder sitzen wegen des Wetters auf dem Airport statt auf dem Flughafen fest, sofern sie nicht ein Date statt einer Verabredung haben. Andererseits bin ich wohl der Einzige, der ein Taschentelefon statt eines Handys benutzt, den Ohnehaltflug dem Nonstopflug vorzieht und den Cursor auf dem Bildschirm Blinkeding nennt …

  3. Dr. Bopp schreibt:

    Dezember 21, 2010 um 18:49

    Die Anglizismen und ihr Sinn oder Unsinn, dazu gab es schon einmal einen Blogeintrag.