Hähbät Bähgä

Soeben hörte ich jemanden „Extremdeutsch“ sprechen. Er sagte etwas, dass ich ungefähr so aufschreiben würde:

Eä heißt Hähbät Bähgä.

Gemeint war:

Er heißt Herbert Berger.

In die gleiche Reihe gehören Aussprachen wie:

eeählich (ehrlich)
hähtä (härter)
Fahbe (die Farbe)
a la kaaht (à la carte)

Nun ist es so, dass das r in vielen Regionen nicht „rollend“ gesprochen wird und das rollende r entsprechend im Standarddeutschen fast nicht (mehr) üblich ist, aber man kann alles übertreiben! Das sollten sich Hähbät-Sager und Gähda-Sagerinnen überlegen, bevor sie die Aussprache anderer kritisieren oder belächeln. Es sind nämlich häufig solche extremen „r‑Vokalisierer“, die meinen, eine besonders gute Standardaussprache zu haben.

6 Gedanken zu „Hähbät Bähgä“

  1. Ähnlich ist es ja auch im britischen Englisch: Da wird das an den Vokal angehängte „r“ oft auch nicht ausgesprochen. (Genaueres dazu findet man in jedem englischen Wörterbuch…)

    Viele britische Dialekte halten sich aber in der Praxis nicht an diese „Regeln“.

  2. Wo im britischen Englisch das auf einen Vokal folgende r laut Wörterbuch nicht ausgesprochen wird, ist es nun gerade nicht ähnlich zum Deutschen, da hierzulande in der genannten Reihe r gesprochen werden soll.

  3. Stimmt: Im „Extremdeutschen“ wird das ‚r‘ ausgesprochen, wenn es zwischen zwei Vokalen steht. Im Standardenglischen fällt es dann weg.

  4. Dieses vokalisierte „r“ ist typisch für das Ruhrdeutsch; die o. g. Beispiel finden hier alltäglich statt, aber auch insbesondere in der lustvollen, gerne gehörten satirischen Verballhornung.

    Herbert Knebel z.B. ist mit diesem Extemdeutsch sparsam und nutzt es nur für Floskeln:

    http://www.youtube.com/watch?v=Ht1nbNtn-BA

    Das verschwundene „r“ hat schon einige Wurzeln im NIederdeutschen.

  5. Ich würde Herbert Berger aber nicht mit Hähbät Bähgä umschreiben, sondern mit Heabat Beaga. Oder sagt tatsächlich jemand Hähbät Bähgä?

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