Es tut mir leid wegen …

Frage

Ich such die deutsche Entsprechung für folgenden Satz „I’m sorry about last Saturday“:

Es tut mir leid wegen letztem Samstag.            .
Es tut mir leid wegen letzten Samstags.

Beides klingt immer komischer, je länger ich draufschaue. Was schlagen Sie vor? Ginge auch „Tut mir leid wegen letzten Samstag“?

Antwort

Sehr geehrter Herr T.,

eine nicht umgangssprachliche Übersetzung von I’m sorry about last Saturday ist etwas wortreicher als das englische Original. Je nachdem, was genau gemeint ist, zum Beispiel:

Der Vorfall von letztem Samstag tut mir leid.
Ich bedauere, was letzen Samstag geschehen ist.
Ich möchte mich für den letzten Samstag entschuldigen.

Die Formulierung (es) tut mir leid wegen etwas ist umgangssprachlich. Standardsprachlich heißt es eher: etwas tut mir leid. Deshalb will der „hehre“ Genitiv hier nicht passen, auch wenn er grammatikalisch noch zu verteidigen wäre. So spricht niemand:

nicht: Es tut mir leid wegen letzten Samstags.

In einer umgangssprachlichen Formulierung klingt der nach wegen standardsprachlich bei vielen so verpönte Dativ – zumindest in meinen Ohren – etwas besser:

Es tut mir leid wegen letztem Samstag.

Auch der Akkusativ kommt vor. Die Zeitangabe letzten Samstag bleibt dann als adverbiale Bestimmung ähnlich wie unflektierbare Adverbien (gestern, damals) „ungebeugt“:

Es tut mir leid wegen letzen Samstag.

Diese Verwendung eines „unveränderlichen Akkusativs“ nach einer Präposition ist aber standardsprachlich ebenfalls nicht üblich.

Wenn Sie in der deutschen Übersetzung eine standardsprachliche Formulierung wählen müssen, sollten Sie umformulieren (Beispiele oben). Nur dann, wenn eine umgangssprachliche Übersetzung passend ist, können Sie hier auch (es) tut mir leid wegen mit dem Dativ (letztem Samstag) oder sogar mit dem Akkusativ (letzten Samstag) wählen.

Wieder einmal gibt es nicht nur „eindeutig richtig“ und „grundsätzlich falsch“. Es ist also nicht erstaunlich, dass Sie bei der Übersetzung von I’m sorry about last Saturday ein bisschen ins Zweifeln gekommen sind.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

6 Kommentare

  1. Antonius Reyntjes schreibt:

    Juli 16, 2012 um 00:54

    Tut mir nicht Leid wegen Lesens? … wegen Lesem?
    … wegen Les. [Vielleicht erhält dieses Rumpfsubstantiv das Jahres-Mäkelfähnchen der Krämer-Sprach-Gesellschaft.
    Ob das klingt besser klingt: Tut mir nicht Leid ob dem Lesem? Na, sehen Sie: Is doch bessa so: dem Les! [Ruich ma am Wort packen.]

  2. Dr. Bopp schreibt:

    Juli 16, 2012 um 13:03

    @ Antonius Reyntjes: Äähhm, wollen Sie hiermit etwas sagen? Oder: watblief?

  3. Anonymus schreibt:

    Juli 16, 2012 um 18:52

    Ein qualifizierter Kommentar, Herr Antonius Reyntjes! Und so nachvollziehbar!

  4. Christian schreibt:

    Juli 18, 2012 um 21:10

    Wenn man bedenkt, mit welcher Wucht die englische Sprachlogik manchmal in die deutsche Sprache eindringt (z.B. it makes sense = das „macht“ Sinn), dann gehe ich mal davon aus, dass die Variante

    Es tut mir leid wegen letzen Samstag.

    in Zukunft wohl die häufigste sein wird. Falls sich nicht überhaupt die wörtliche Übersetzung einbürgert:

    Es tut mir leid um (oder noch schöner „über“) letzten Samstag.

    Und irgendwann werden wir dann wohl alle in „Neusprech“ kommunizieren. 🙁

    Christian

  5. luetzgendorff schreibt:

    Juli 29, 2012 um 21:57

    wenn ich mich in Hamburg so umhöre, heisst das auf Deutsch wohl eher so: „Letzten Samstag tut mir voll leid, echt.

  6. peeceepeh schreibt:

    August 2, 2012 um 13:47

    Meine Variante:
    Das mit letztem (letzten?) Samstag tut mir leid.