Textrecycling am Dreikönigstag

Am heutigen Dreikönigstag mache ich mich wieder einmal des „Textrecylings“ schuldig: Falls Sie orthographische Zweifel haben, wie nach den Rechtschreibregeln Dreikönigstag, Dreikönigssingen und die morgenländischen Weisen Kaspar, Melchior und Balthasar als Heilige Drei Könige zu schreiben sind, finden Sie die Antwort in diesem älteren Blogeintrag.

Adorazione dei Magi, Andrea Mantegna, 1497-1500

Und wenn Sie aus einer Gegend kommen, in der man einen Dreikönigskuchen mit Porzellan- oder Plastikfigürchen backt, wünsche ich Ihnen, dass Sie das Figürchen in Ihrem Kuchenstück finden, sich nicht daran verschlucken und zum König oder zur Königin für einen Tag gekrönt werden!

3 Kommentare

  1. Blanca schreibt:

    Januar 6, 2013 um 17:32

    Die Anbetung der Heiligen Drei Könige

    Wobei ich nicht verstehe, warum es nicht die „Anbetung Jesu“ heißt, denn am Dreikönigstag kamen die Heiligen Drei Könige nach Bethlehem, um den kleinen Jesus anzubeten.

    In Spanien sind es die Heiligen Drei Könige, die den Kindern am 6. Januar die Weihnachtsgeschenke bringen. Und in Italien ist es die Hexe Befana, die den Kindern am heutigen Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

    Schöne Grüße

    Blanca

  2. Dr. Bopp schreibt:

    Januar 7, 2013 um 10:21

    In der Malerei heißt dieses Motiv auch »Die Anbetung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige«. Daneben gibt es auch »Die Anbetung des Jesuskindes durch die Hirten«. Gebräuchlicher sind die Kurzformen »Die Anbetung der Könige« und »Die Anbetung der Hirten«.

    Interessant ist hier tatsächlich die Funktion des Genitivs. In der langen Bezeichnung ist er ein Genitivus objectivus, das heißt, das Genitivattribut des vom Verb abgeleiteten Substantivs entspricht dem Akkusativobjekt des Verbs:

    die Anbetung des Jesuskindes – [jemand] betet das Jesuskind an

    In der kurzen Bezeichnung steht ein Genitivus subjectivus. Das Gentivattribut des deverbalen Substantivs entspricht dem Subjekt des Verbs:

    die Anbetung der Könige – die Könige beten an

    Es kommt manchmal vor, dass ein Genitivattribut beide Funktionen haben kann:

    die Beschreibung der Zeugin – [jemand] beschreibt die Zeugin
    die Beschreibung der Zeugin – die Zeugin beschreibt

    Normalerweise ist aus dem Satzzusammenhang klar ersichtlich, ob ein Genitivus objectivus oder ein Genitivus subjectivus gemeint ist. Mehr zur Bedeutung des Genitivattributs finden Sie hier.

  3. Blanca schreibt:

    Januar 12, 2013 um 08:25

    Danke für die Erklärung, Herr Dr. Bopp!