Was, wenn der Indikativ steht oder der Konjunktiv stünde?

Frage

Bei einem „Was wäre, wenn“-Satz ist klar, dass man den Konjunktiv weiter verwenden muss. Aber wie verhält es sich beim „Was, wenn“-Satz?

Antwort

Sehr geehrte Frau P.,

ein Satz, der mit „Was, wenn“ anfängt, ist ein verkürzter Satz. Der mit was eingeleitete Hauptsatz ist nicht vollständig. Ob man im mit wenn eingeleiteten Nebensatz den Konjunktiv oder den Indikativ verwendet, hängt davon ab, wie der übergeordnete Satz ergänzt wird. Und nun ist es höchste Zeit für ein konkretes Beispiel:

Wenn der zu ergänzende Hauptsatz im Konjunktiv steht, ist der wenn-Satz ein irrealer Bedingungssatz:

Was wäre, wenn sie doch recht hätte?
⇒ Was, wenn sie doch recht hätte?

Was wäre geschehen, wenn du die Anwort nicht gewusst hättest?
⇒ Was, wenn du die Anwort nicht gewusst hättest?

Wenn der übergeordnete Satz im Indikativ steht, ist der wenn-Satz ist ein „normaler“ Bedingungssatz:

Was ist, wenn sie doch recht hat?
⇒ Was, wenn sie doch recht hat?

Was geschieht, wenn du die Antwort nicht weißt?
⇒ Was, wenn du die Antwort nicht weißt?

Es lässt sich also keine allgemeine Regel aufstellen, ob in einem „Was, wenn“-Satz der Konjunktiv oder der Indikativ stehen muss. Der Kontext bestimmt, ob es ich um einen normalen Bedingungssatz im Indikativ oder um einen irrealen Bedingungssatz im Konjunktiv handelt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

K.