WhatsApp-Nachricht und Whatsapp-Nachricht

Frage

Schreibweise von

Whatsapp-Nachricht oder
WhatsApp-Nachricht?

Antwort

Sehr geehrter Herr L.,

bei Namen und Bezeichnungen dieser Art steht man immer vor der Wahl, den mehr oder weniger fantasievollen grafischen Einfällen der Werbe- und Marketingleute zu folgen oder sich mehr an die Vorgaben der Rechtschreibregelung zu halten. Beides ist je nach Art der Bezeichnung, Kontext, Auftraggebenden, Leserschaft usw. usw. vertretbar. In diesem Fall heißt das:

  • Wenn Sie das Originalschriftbild beibehalten wollen oder müssen, schreiben Sie:

eine WhatsApp-Nachricht

  • Wenn Sie sich genau nach der Rechtschreibregelung richten wollen oder müssen – sie sieht die Großschreibung im Wortinnern nicht vor –, können Sie den Namen sozusagen orthografisch eindeutschen:

 eine Whatsapp-Nachricht

Man muss sich in der Regel nämlich nicht an die Logos und Schreibweisen halten, die Firmen, Institutionen usw. verwenden. Es ist also nicht notwendig, die adidas-Reklame und der Artikel über die Gewerkschaft ver.di  in DER SPIEGEL zu schreiben. Man darf ungestraft Adidas-Reklame, Gewerkschaft Verdi und im Spiegel aus der Tastatur fließen lassen.

Wie eingangs erwähnt ist nicht das eine immer zu empfehlen und das andere immer zu lassen. Ich bin im Allgemeinen für die regelkonformere Schreibung ohne kleine Anfangsbuchstaben bei Eigen- und Produktnamen und ohne Großbuchstaben im Wortinnern. Aber nicht immer. Bei zum Beispiel iPhone und iPad kann man das regelkonforme I-Phone und I-Pad benutzen, diese Schreibweise macht sich aber zum Beispiel in einem Livestyle-Artikel und im Smartphone-Shop nicht so gut.

Und wenn Sie sich kommerziell mit solchen Namen und Logos beschäftigen, sollten Sie sowieso die geltenden Bestimmungen zur Verwendung geschützter Markennamen beachten.

Im Allgemeinen halte ich die regelkonforme Schreibung für empfehlenswert. Sie stört das Schriftbild und den Lesefluss in der Regel viel weniger. Deshalb arbeite ich für Canoo und beantworte ich Fragen zum Inhalt von Canoonet, auch wenn die Logos eigentlich ein kleines c vorschreiben würden (siehe oben links).

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

16 Kommentare

  1. Christoph Päper schreibt:

    September 1, 2015 um 12:54

    Ich sehe das ähnlich, ggf. – z.B. bei hartnäckigen Autokorrekturen – setze ich seltsame Schreibweisen in Anführungszeichen. Manchmal gleicht die Eigenschreibung im Text auch nicht der Wort-Bild-Marke des Logos oder sie ändert sich alle paar Jahre. Bemerkenswerterweise bleiben Sie im Beispiel bei der Abgrenzung des Eigennamen durch den Bindestrich, sonst wäre auch noch „Whatsappnachricht“ möglich.

    Wie steht es aber mit „i-Punkt“ vs. „I-Punkt“ vs. „‚i‘-Punkt“, wenn man nicht „Tüttel“ (vgl. engl. ‘tittle’) schreiben will?

  2. Dr. Bopp schreibt:

    September 2, 2015 um 16:05

    Die Bindestrichschreibung ist bei Zusammensetzungen mit einem einfachen Eigennamen an erster Stelle auch nach dem amtl. Regelwerk vorgesehen (§ 51). Die Zusammenschreibung ist sicher auch möglich: Whatsappnachricht, Adidasreklame. Bei Firmen und Produktenamen verwende ich allerdings in der Regel die Schreibung mit Bindestrich, da ich ihn hier tatsächlich einmal für verdeutlichend halte: Whatsapp-Nachricht, Adidas-Reklame.

    Den i-Punkt schreibt man mit einem kleinen i. Siehe zum Beispiel hier.

  3. Rappelkopf schreibt:

    September 17, 2015 um 11:42

    Als Mobiltelefondinosaurier verwende ich übrigens auch mehr Bindestriche als notwendig, weil beim SMS-Schreiben das verflixte Autovervollständigungsprogramm viele Komposita nicht kennt und regelmäßig das Handtuch wirft. Mit Bindestrich geht es aber meist problemlos. Und es ist bei dem kleinen Bildschirm auch ganz praktisch, muss ich zugeben.

  4. Dr. Bopp schreibt:

    September 17, 2015 um 15:31

    Über die Schreibung innerhalb von SMS- und Whatsapp-Nachrichten sage ich im Artikel bewusst nichts. Dort herrschen aus verschiedenen Gründen Gebräuche, die oft wenig mit der amtlichen Rechtschreibregelung zu tun haben.

  5. Miriam schreibt:

    November 30, 2015 um 12:50

    Also mal ganz ehrlich, das ist doch nichts neues oder? Seit wir im Internet kommentieren und sms en schert sich doch keiner mehr so richtig um die korrekte, amtliche Rechtschreibregelun!! Man schreibt Substantive klein und nutzt auch kaum mehr Beistriche. Das lässt sich aber nicht nur in privaten Kommis beobachten sondern auch im geschäftlichen (email) und sonstigem Verkehr! LG Miriam 🙂

  6. Dr. Bopp schreibt:

    Dezember 2, 2015 um 17:32

    Also mal ganz ehrlich, ich bin da nicht so einverstanden weil ich es manchmal recht unhöflich oder respektlos finde wenn ich eine mail kriege in der ich mich mit ungewohnten wort bildern abgeben und die satz struktur dank fehlender satz zeichen hat mal selber heraus finden muss aber das ist natürlich nur meine meinung. Bei WhatApp nachrichten und eil mails ist es nicht so schlimm wenn ich so relaxed oder busy busy busy bin dass ich mich echt einfach nicht mehr um die recht schreibung und so kümmern kann – aber im geschäftlichen und sonstigen Verkehr??

  7. Angela schreibt:

    März 8, 2016 um 15:59

    Es hat sich seit dem Email einfach verstärkt eine sagen wir mal “ neue Rechtsschreibung“ etabliert“ Manchmal ärgerlich.. stimmt 🙂

  8. Renate schreibt:

    März 11, 2016 um 10:17

    ‚Also ich find es gerade bei Whatsapp Nachrichten sehr schlimm 🙂 Sehr guter Beitrag!

  9. Tanja schreibt:

    März 23, 2016 um 15:27

    je neuer das Medium desto weniger achten die vorzugsweise jungen Menschen darauf, was sie so texten bzw schreiben. Das ist zumindest meine Beobachtung. Es herrscht keine Groß- oder Kleinschreibung mehr und Regeln gibt es auch keine mehr beim Texten!

  10. Mary Anne schreibt:

    Juni 19, 2016 um 16:04

    die frage ist wirklich was als nächstes kommt um den chat oder das chatten zu erleichtern. skype war ja auch mal das non plus ultra oder irre ich mich? 🙂

  11. Markus schreibt:

    Oktober 6, 2016 um 16:15

    Was Tanja, knapp über mir, schreibt, muss ich zum Teil bestätigen zum Teil muss ich aber widersprechen.

    Es ist in der Tat so, dass durch die verschiedenen Medien heutzutage weniger Wert auf Groß- und Kleinschreibung gelegt wird. Aber das ist ein grundlegendes Phänomen. Was die Jugend angeht, so habe ich in meiner Lebensbiographie, wie auch bei Freunden bemerkt, dann der Wert der Rechtschreibung (auch auf dem Smartphone…) deutlich zunimmt, sobald man die zwanziger Jahre-Grenze deutlich überschritten hat.

  12. anna schreibt:

    November 6, 2016 um 19:39

    @markus Warum sagst du Phänomen und irgendwie les ich daraus, dass es ein Problem darstellt? Warum soltle man nicht vereinfacht in reiner kleinschrift schreiben können?

  13. Rebecca M. schreibt:

    Dezember 2, 2016 um 09:05

    für mich ist es unter Freunden einfach watsap 🙂

  14. vivienne schreibt:

    Dezember 28, 2016 um 17:17

    ich dachte mir früher was kann eigentlich nach skype kommen und dann kam whatsapp! Wie schnell der Wechsel wohl immer kommt 🙂 Bei dieser Gelegenheit möchte ich natürlich nicht verabsäumen, auch die besten Wünsche für das neue Jahr 2017 zu übermitteln 

  15. fabi schreibt:

    Januar 3, 2017 um 18:34

    also ich persönlch lag bei Whatsapp wirklich anfangs total daneben! hab mich zunächst mal eher skeptisch gezeigt und mich gg das download gewehrt. Erst später als mich die Freunde pushten hab ichs auch und jetzt kanns ich mir gar net ohne vorstellen

  16. Julian Wilms schreibt:

    April 30, 2017 um 15:34

    Ich liebe dieses Zeitalter.. Es ist einfach alles schneller .. Der Datenaustausch ist um das Tausendfache angestiegen als vor 100 Jahren.. Wir schreiben DEFINITIV geschichte.
    Ich finde es gut das sich soviel Ändert. Wir brauchen Veränderung. Was kümmert ein die Rechtschreibung solange man übermittelt was man meint. Besonders im Privaten Chat. Ist ja immerhin nicht auf der Arbeit oder sonstiges