Restaurator – Restaurateur – Restaurant

Frage:

Ist es zulässig, den Begriff Restaurateure als Plural für Restaurator zu verwenden, oder ist lediglich Restauratoren zulässig?

Antwort:

Es ist nicht korrekt, Restaurateure als Plural von Restaurator zu verwenden. Die beiden Wörter Restaurator und Restaurateur bedeuten in der Regel nämlich nicht das Gleiche:

Ein Restaurator oder eine Restauratorin ist eine Person, die Dinge – meistens Kunstwerke – wiederherstelt. Ein Restaurateur oder eine Restaurateurin hingegen ist eine Person, die ein Restaurant führt, also ein(e) Gastwirt(in) oder Gastronom(in). Der Begriff Restaurateur ist in der Schweiz noch gebräuchlich, sonst gemäß den Wörterbücher veraltet.

Wenn Sie Menschen andeuten wollen, die etwas wiederherstellen, empfehlen wir Ihnen deshalb, die Begriffe Restaurator-Restauratoren bzw. Restauratorin-Restauratorinnen zu verwenden.

Der Begriff Restaurateur wird manchmal anstelle von Restaurator verwendet. Doch selbst wenn man diese Verwendung als richtig akzeptiert, sollten die Formen nicht vermischt werden: also entweder Restaurator-Restauratoren oder Restaurateur-Restaurateure.

Wie kommt es dazu, dass die beiden Begriffe manchmal durcheinander verwendet werden? Das hat natürlich damit zu tun, dass beide Wörter mit dem Verb restaurieren – wiederherstellen verwandt sind. Während Restaurator (mehr oder weniger) direkt auf das Lateinische zurückgeht, gelangte Restaurateur aus dem Französischen ins Deutsche. Dort bezeichnet es nicht nur jemanden, der etwas restauriert, sondern eben auch jemanden, der ein Restaurant führt. Und im Prinzip wird im Deutschen nur diese zweite Bedeutung als Berufsbezeichnung verwendet.

Den Begriff Restaurant und das davon abhängige Restaurateur gibt es übrigens noch nicht so lange. Eine Erklärung sagt, dass es von bouillon restaurant – stärkende Fleischbrühe komme, wobei bouillon oder restaurant langsam von der Bezeichnung des Gerichtes zur Bezeichnung des Ortes, an dem das Gericht verkauft wurde, übergegangen sei. Eine mindestens ebenso schöne Erklärung besagt, dass der erste Restaurateur im modernen Sinne, ein Monsieur Boulanger, in 1795 in Paris über der Tür seines Etablissements den folgenden Bibelspruch in lateinischer Sprache anbrachte: “Kommet her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken (= ego vos restaurabo). Dies soll dazu geführt haben, dass Boulanger restaurateur und seine Gaststube restaurant genannt wurden. Der Durchbruch der Institution Restaurant kam mit der Französischen Revolution: Der Adel wurden vertrieben oder guillotiniert. Der Not gehorchend boten die so arbeitslos gewordenen Köche der Adligen ihre Dienste als Restaurateure an.

Sowohl Restauratoren und Restauratorinnen als auch Restaurateure und Restaurateurinnen restaurieren also etwas. Bei Letzteren gilt das aber nur ganz spezifisch für den “inneren Menschen”, den sie mit Hilfe von Speise und Trank “wiederherstellen”.

zu Beginn dieses/diesen Jahres?

Auch am ersten Februar ist diese Frage noch aktuell, denn man kann ja bis am 31. Dezember über den Anfang dieses/diesen? Jahres reden. Hier die Antwort:

Sehr geehrter Herr B.,

Richtig ist:

zu Beginn dieses Jahres

Das Pronomen dieser/diese/dieses wird im Gegensatz zu Adjektiven immer stark dekliniert. Vergleichen Sie z. B.

trotz schlechten Wetters – trotz dieses Wetters

Sie finden diese Informationen unter dem Titel “dieses/jenes im Genitiv Singular” auf der folgenden Grammatikseite. Sie könnten diese Seite u. a. finden, indem sie im Suchfeld der Grammatik “dieser” eingeben und dann dem Grammatiklink ‘1.5.1.5.2: dieser / jener’ folgen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Sprachbezeichnungen “Deutsch” und “das Deutsche”

Eine Deutsch lernende Benutzerin von Canoo. net fragte uns etwas verwirrt, wie man denn nun eigentlich die Bezeichnung für die deutsche Sprache dekliniere. Die Verwirrung wird schnell verständlich, wenn man die Bezeichnung für die deutsche Sprache im Wörterbuch nachschlägt. Es gibt nämlich zwei Bezeichnungen:

  • Deutsch, im Genitiv mit oder ohne s, und
  • das Deutsche, wie ein Adjektiv dekliniert.

Bei meinen “Nachforschungen” bin ich darauf gestoßen, dass dies für alle von einem Adjektiv abgeleiteten Sprachbezeichnungen gilt. Eine Gewissensfrage an die Leser und Leserinnen deutscher Muttersprache: Hätten Sie es gewusst und den Unterschied auf Anhieb erklären können? Ich nicht.

Nun denn:

Deutsch, Französisch, Russisch usw.
Diese Bezeichnungen sind bis auf den Genitiv immer endungslos. Im Genitiv kann die Endung s verwendet werden. Man verwendet sie unter anderem dann, wenn eine bestimmte, näher gekennzeichnete Art der Sprache gemeint ist. Beispiele:

Mein Deutsch / das Französisch dieser Schüler könnte besser sein.
gepflegtes Deutsch / schlechtes Englisch schreiben
mit Touristenspanisch / in modernem Französisch
die Eigenheiten des gesprochenen Deutsch / Russisch oder
die Eigenheiten des gesprochenen Deutschs / Russischs

Ebenfalls diesen Formen verwendet man in Verbindung mit Verben, wenn die Kenntnis, die Beherrschung der Sprache gemeint ist:

Russisch können
Französisch lernen
Ungarisch studieren
Chinesisch verstehen
Deutsch sprechen (= die deutsche Sprache beherrschen)
aber:
deutsch sprechen (= sich in der deutschen Sprache äußern)

das Deutsche, das Französische, das Russische usw.
Diese Bezeichnungen stehen mit dem bestimmten Artikel und werden wie ein Adjektiv gebeugt. Sie werden eher dann verwendet, wenn die Sprache im Allgemeinen gemeint ist, oft im Gegensatz zu anderen Sprachen. Beispiele:

Das Deutsche ist eine germanische Sprache.
(auch: Deutsch ist eine germanische Sprache.)
aus dem Deutschen ins Französische übersetzen
Das sagt man im Spanischen anders als im Italienischen.
die Stellung des Spanischen als Fremdsprache
die Satzstruktur des Mittelhochdeutschen

Und dann gibt es noch die Fälle, in denen man beide Varianten verwenden kann: Ist es da verwunderlich, dass Deutsch / das Deutsche einen manchmal verwirren kann?

Steigerung von “optimal”

Herr P. schreibt:

Für “optimal” bietet Canoo-net die Steigerungsformen “optimaler”/”am optimalsten” an. Wenn etwas “optimal” ist, gibt’s allerdings keine Steigerung mehr!

mfG

Antwort:

Sehr geehrter Herr P.,

Wir danken Ihnen für Ihren Hinweis. Gemäß der strengen Schulgrammatik haben Sie recht. Das Adjektiv “optimal” ist ein sogenanntes absolutes Adjektiv, das in seiner Grundbedeutung nicht gesteigert werden kann.

Wir gehen aber davon aus, dass auch absolute Adjektive gesteigert werden können, wenn sie gefühlsmäßig, bewusst übertreibend oder in übertragenem Sinne verwendet werden. Hier ein Zitat, in dem (unserer Meinung nach) bewusst und richtig Steigerungsformen verwendet werden, um die ‘Absolutheit’ zu benachdrucken:

“Es sind die absolutesten Gegenpole, man kann sich keine absoluteren Gegensätze denken.”

Mehr zu diesem Punkt finden Sie in unseren Grammatikseiten unter Komparation, Steigerungslos.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Deklination von Sprachbezeichnungen

Frau L fragt:

Sehr geehrte Damen und Herren

Mein Name is L., ich wohne in der Schweiz. Ich benuzte Ihre Webseite sehr oft und bin ich sehr froh und dankbar, dass euch gibt.

Nun, habe ich heute das Wort “Deutsch” gesucht mit euerem folgenden Resultat :

Wortklasse: Nomen
Genitiv Singular: Deutsch / Deutschs
Nominativ Plural: Ohne Plural
Artikel: das
Flexionsklasse: s/e

Singular:
Nominativ das Deutsch –
Akkusativ das –
Dativ dem Deutsch –
Genitiv des s

Ich habe diese Wort “Deutsch” in einem anderen Wörterbuch gesucht. Da
Genitiv Singular wird in einer anderen Form dekliniert z.B. mit “en” und nicht mit
“s”

Nominativ das Deutsch
Genitiv – des Deutschen

Könnten Sie mir bitte die richtige Deklination bekannt geben?
Bezüglich Genitiv singular- des Deutsch Worts

Für Ihre Bemühungen herzlichen Dank!

Mit ferundlichen Grüssen

PS: Ich bitte euch um Entschuldigun meinen Fehler.

Antwort:

Sehr geehrte Frau L.,

es freut uns zu hören, dass sie eine regelmäßige Benutzerin unserer Sprachseiten sind. Zu Ihrer Frage:

Es gibt im Deutschen für viele Sprachen zwei Bezeichnungen, die beide vom entsprechenden Adjektiv abgeleitet sind:

1) Endungslos: Deutsch, Französich, Russisch, usw.
Diese Bezeichnung verwendet man unter anderem, wenn eine bestimmte, näher gekennzeichnete Art der Sprache gemeint ist. Die Wortformen sind endungslos. Im Genitiv kann die Endung -s verwendet werden. Beispiele:

Nom: Mein Deutsch / das Französisch dieser Schüler könnte besser sein
Akk: Gepflegtes Deutsch / schlechtes Englisch schreiben.
Dat: mit Touristenspanisch / in modernem Französisch
Gen: die Eigenheiten des gesprochenen Deutsch / Russisch
oder die Eigenheiten des gesprochenen Deutschs / Russischs

Ebenfalls mit diesen Formen: Deutsch lernen/unterrichten; auf Deutsch, in Deutsch

2) Wie ein Adjektiv gebeugt, immer mit Artikel: das Deutsche, das Französische usw.
Diese Bezeichnung wird eher verwendet, wenn die Sprache im Allgemeinen gemeint ist.

Nom: das Deutsche ist eine germanische Sprache (o. Deutsch ist…)
Akk: etwas ins Deutsche übersetzen
Dat: etwas aus dem Deutschen übersetzten
Gen: die Eigenheiten des Deutschen

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp

erleuchtet haben

Herr S. schreibt:

Hallo zusammen,

wie sagen die erleuchteten Redakteure? Ich habe erleuchtet, oder ich bin erleuchtet?

Viel Spaß

Antwort:

Sehr geehrter Herr S.,

erleuchtete Redakteure werden wohl eher sagen, dass sie erleuchtet sind. Redakteure können aber durchaus auch sagen, dass sie etwas erleuchtet haben.

Das Verb “erleuchten” steht mit dem Hilfsverb “haben”, d.h. das Perfekt (die Vorgegenwart) wird mit “haben” gebildet. Siehe Eintrag “erleuchten” in Canoonet.

Dies gilt sowohl für den wörtlichen als auch für den übertragenen Sinn:

“Er hat den Raum mit einer Taschenlampe erleuchtet.”
“Dieses Buch hat ihn in seinem ganzen Leben am meisten erleuchtet.”

Diese Sätze können in das Zustandspassiv gesetzt werden:

“Der Raum ist [von einer Taschenlampe] erleuchtet.”
“Er ist [durch dieses Buch] erleuchtet.”

Ein erleuchteter Raum oder ein erleuchteter Redakteur ist also erleuchtet (= Zustandspassiv), weil ihn jemand oder etwas erleuchtet hat (= Perfekt).

Die Angabe des Hilfsverbes in Wörterbüchern bezieht sich immer auf die Bildung der Formen des Perfekts. Sie wird deshalb gemacht, weil die Formen des Perfekts je nach Verb mit “haben” oder mit “sein” gebildet werden (“ich habe gegessen” vs “ich bin gegangen”). Für die Bildung des Zustandspassiv muss keine Angabe gemacht werden, da die Verben, bei denen es möglich ist, es immer mit “sein” bilden.

Aus diesem Grund gibt unser Wörterbuch an, dass das Verb “erleuchten” mit dem Hilsverb “haben” steht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

am Freitag, den/dem 12. 12. 2006

Herr S. fragt:

hallo!!

Leider finde ich keine Erläuterungen über folgenden Fall:

Beobachtung vom 04.auf den 05.12.2006 Beobachtung vom 04. auf dem 05.12.2006??

den oder dem ???

Ich lade euch ein am Freitag, den/m 12.12.2006 ??

Bitte um kurze Korrektur
Vielen herzlichen Dank

Antwort:

Sehr geehrter Herr S.,
verzeihen Sie bitte diesen etwas haarspalterischen Beginn: Bei Ihrer Frage geht es nicht um Rechtschreibung, sondern um ein grammatikalisches Problem. Dies nur um anzugeben, warum Sie eventuell die Antwort vergeblich auf unseren Seiten zur Rechtschreibung gesucht haben.

Die Präposition “auf” steht in diesem Fall mit dem Akkusativ: “von wem oder was auf wen oder was“. Vgl. Canoonet: “auf” mit Dativ oder mit Akkusativ.

Es heißt also:
“Beobachtung vom 04.auf den 05.12.2006”

Bei Datumsangaben bei einem Wochentag sind sowohl der Akkusativ als auch der Dativ möglich. Siehe Canool.net: Ordinalzahlen, Datumsangaben.

Beide Möglichkeiten sind somit korrekt:

“Ich lade euch am Freitag, den 12.12.2006 ein” oder
“Ich lade euch am Freitag, dem 12.12.2006 ein”

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp