Ähnlich dem Genitiv hat es der Dativ manchmal schwer

Frage

Bitte helfen Sie mir bei folgendem Problem: Für jede Bewegung benötigt der Muskel Energie, ähnlich einem Motor. Ist dieser Satz so richtig oder müsste es …ähnlich eines Motors heißen?

Antwort

Sehr geehrter Herr N.,

ähnlich wird mit dem Dativ verwendet:

jemandem/einer Sache ähnlich sein

Dies gilt auch dann, wenn ähnlich wie eine Präposition verwendet wird:

Einem Insekt ähnlich fliegt dieses Fluggerät in alle Richtungen.
Ähnlich einem Insekt fliegt dieses Fluggerät in alle Richtungen.
Dieses Fluggerät fliegt einem Insekt ähnlich in alle Richtungen.
Dieses Fluggerät fliegt in alle Richtungen, ähnlich einem Insekt.

Richtig ist also:

Für jede Bewegung benötigt der Muskel Energie, ähnlich einem Motor.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Nachtrag

Wenn man es richtig machen will, wird man manchmal ganz unsicher. Das gilt auch bei der Frage, ob man den Dativ oder den Genitiv verwenden muss. Ersterer soll ja gemäß einer populären Meinung des Letzeren Untergang sein. Wenn einem auch im südlichen deutschen Sprachraum wegen dem schlechten Wetter oder manchmal sogar trotz dem schlechten Wetter als falsch angestrichen wird, weil es unbedingt Genitiv sein müsse, dann ist die Gefahr der Übergeneralisierung groß. So liest man oft gemäß eines Berichtes und entsprechend Ihres Auftrags statt richtig gemäß einem Bericht und entsprechend Ihrem Auftrag. Der Genitiv klingt eben irgendwie gebildeter – und irgendwie auch richtiger“. Man hört und liest schließlich viel häufiger etwas über falsch verwendete Dative als über nicht korrekte Genitive. Dann ist es nicht mehr weit bis zum Motto: Besser einen Genitiv zu viel als einen zu wenig“. Das Wörtchen ähnlich steht aber trotzdem mit dem Dativ.

China, Peking und Beijing

Pünktlich zur Eröffnung der Olympischen Spielen 2008 ein paar kleine sprachliche Hintergrundinformationen: Woher kommt der Name China und was hat es mit Peking und Beijing auf sich?

Wieso heißt China eigentlich China? Die Chinesen selber nennen ihr Land Zh?ngguó (auf Deutsch: Reich der Mitte). Von diesem Namen aus kommt man auch mit noch so viel Zungenfertigkeit – oder Mangel an Zungenfertigkeit – nicht auf China, ganz gleich ob man das Ch am am Anfang als ich-Laut oder als k ausspricht.

Der in den westlichen Sprachen übliche Name China geht auf nur einen Teil des heutigen Chinas zurück: Qin (ausgesprochen ungefähr tschin). Dieser Staat im Nordosten Chinas umfasste „nur“ etwa einen Viertel der heutigen Staatsfläche. Seine Geschichte ist eng mit derjenigen der Qin-Dynastie (221-206 v.Chr.) verknüpft. Sie wurde von einem gewissen Yíng Zhèng gegründet, der sich – dies sei nur nebenbei erwähnt – ganz unbescheiden Qin Shihuangdi nannte, was so viel wie erster erhabener Gottkaiser von Qin bedeutet. Der Name des Landes Qin gelangte im Laufe der Geschichte über Südostasien zu den europäischen Seefahrern, die ihn in die westliche Welt zurücknahmen.

Nun zur Hauptstadt: Je mehr die Olympischen Spiele 2008 in Blickfeld rücken, desto mehr erhält der Name Peking Konkurrenz von der Bezeichnung Beijing. Der chinesische Name Beijing bedeutet Nördliche Hauptstadt (bei = Norden, jing = Hauptstadt). Aber wenn die Chinesen Beijing sagen, wieso sagen wir dann Peking?

Der Name soll auf französische Missionare zurückgehen, die ihn im 17. Jahrhundert nach Europa gebracht haben sollen. Vielleicht waren es ja auch nicht französische Jesuiten, aber auf jeden Fall gelangte der Name zu uns, bevor ein bestimmter chinesischer Lautwandel stattfand. Während der Qing-Dynastie (1644-1911) veränderte die Aussprache des k vor einem i in etwas Ähnliches wie ein dsch (geschrieben j). Dehalb heißt die Stadt im modernen Chinesisch Beijing.

Der im Deutschen nach wie vor üblichere Name ist Peking. So steht er zum Beispiel auch im Länderverzeichnis für den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik Deutschland. Ob das wohl nach den Spielen immer noch so sein wird?

Argumente einbrauchen

Frage

I cannot find the verb einbrauchen. Canoonet says „Keine Einträge gefunden“. What does this word mean?

Antwort

Auf die Frage, was das Wort einbrauchen bedeute, musste ich Herrn G. die Antwort vorerst schuldig bleiben. Ich weiß, dass man neue Autos einfahren sollte. Ich habe gelesen, dass Musiker neue Instrumente einspielen. Ich habe auch schon in verschiedenen Western gesehen, dass wagemutige Cowboys wilde Mustangs einreiten. Das Verb einbrauchen kenne ich aber nicht.

Eine erste Nachfrage ergab, dass Herr G. das Partizip eingebraucht in einer Zeitung gelesen hatte. Aber auch mit dem Partizip konnte ich nicht viel mehr anfangen. Erst mit Hilfe des Kontextes wurde es klarer: „Eine entsprechende Initiative solle nach der Sommerpause […] eingebraucht werden …“ Vielleicht wäre es ganz gut, wenn eine Initiative erst einmal ein bisschen eingebraucht würde, bevor man sie lanciert. Doch was tut man normalerweise mit der Initiative: Man ergreift sie, überlässt sie anderen, entfaltet sie und – wenn es sich um eine politische Initiative handelt – man bringt sie zum Beispiel in den Bundesrat ein.

Damit war mir die Sache endlich klar: ein Tippfehler. Gemeint ist nicht eingebraucht sondern eingebracht: „Die Initiative solle nach der Sommerpause […] eingebracht werden“. Fall gelöst: nicht einbrauchen, sondern einbringen. Und doch ist es ein bisschen schade, denn das Verb einbrauchen fing schon an mir zu gefallen. Es wäre manchmal gar nicht so schlecht, wenn Argumente zur Erhöhung ihrer Stichhaltigkeit erst einmal kurz eingebraucht würden, bevor sie eingebracht werden. Das könnte manche langwierige Diskussion um einiges verkürzen.

Vandalismus mit Apostroph

Heute wieder einmal eine Frage zu einem Dauerbrenner in den Top Ten der Rechtschreibung: der Apostroph.

Frage

Kürzlich bekam ich folgende Antwort auf eine Mail:

„Der Artikel war wegen vermehrten Vandalismus‘ seit letztem Jahr gesperrt.“

Liege ich richtig, wenn ich den Apostroph als falsch ansehe? Schließlich wird er doch nur dann gesetzt, wenn ein Eigenname auf s, x, z… endet.

Antwort

Sehr geehrter Herr P.,

Sie liegen richtig: Der Apostroph steht nur bei auf s, x oder z endenden Eigennamen anstelle eines Genitiv-s – und auch dort nur, wenn die Genitivform alleine, das heißt ohne Artikelwort steht. Zum Beispiel:

Aristoteles‘ Werke
Lukas‘ Schwester
Karl Marx‘ „Das Kapital“

aber ohne Apostroph:

die Werke des Aristoteles
die Schwester unseres Lukas
„Das Kapital“ des Karl Marx

Bei Wörtern, die keine Eigennamen sind, schreibt man im Genitiv nie einen Apostroph:

wegen Vandalismus
trotz Optimismus und guter Laune
die Effekte des Vandalismus
anstelle eines Genitiv-s
usw.

Diese Substantive sind im Genitiv ganz einfach endungslos. Weitere Informationen finden Sie hier:

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Schweizer, schweizerisch, eidgenössisch

Die drei Wörter Schweizer, schweizerisch, eidgenössisch hören sich zwar fast wie Steigerungsformen an, aber sie sind keine Gradangaben für die Intensität des Schweizerischseins. Das müsste man eher mit schweizerisch, schweizerischer, am schweizerischsten ausdrücken. Schweizer, schweizerisch und eidgenössisch sind drei Adjektive, die sich in unterschiedlicher Weise auf die Schweiz beziehen.

Mit eidgenössisch meint man die Schweiz als Staat. Wie Sie wahrscheinlich wissen heißt die Schweiz ja offiziell die Schweizerische Eidgenossenschaft. Es gibt zum Beispiel eidgenössische Wahlen, eidgenössische Politik und eidgenössisch diplomierte Apotheker und Apothekerinnen. In Eigennamen aller Art wird das Adjektiv großgeschrieben: das Eidgenössische Departement des Inneren, die Eidgenössische Technische Hochschule ETH und (wenigstens ein Klischee sei mir hier gegönnt) das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest.

Nicht immer wird aber bei die gesamte Eidgenossenschaft Betreffendem das Wort eidgenössisch verwendet. Auch wenn die Armee in der Schweiz eine gesamtschweizerische Staatsangelegenheit ist, kommt in ihrem Namen das Wort eidgenössisch nicht vor. Sie heißt offiziell die Schweizer Armee. Und hiermit sind wir bei einem weiteren Adjektiv: Schweizer. Wir kennen es (ich kann es doch nicht nur bei einem Klischee lassen) vom Schweizer Käse, der Schweizer Schokolade, den Schweizer Alpen und dem Schweizer Franken. Das Adjektiv wird immer großgeschrieben, ist unveränderlich und kann nur vor dem Nomen stehen. Wenn es gebeugt oder an einer anderen Stelle stehen soll, muss auf schweizerisch ausgewichen werden: Die beste Schokolade ist die schweizerische.

Gibt es darüber hinaus noch einen Unterschied zwischen Schweizer und schweizerisch? – Nicht wirklich. Es gibt unter anderem eine Tendenz, dass Schweizer eher in feststehenden Bergriffen Begriffen verwendet wird. So gibt es nur den Schweizer Franken, nicht aber den schweizerischen Franken. Schweizer Käse ist schon fast eine Art Institution oder Appellation contrôlée, während schweizerischer Käse einfach nur nach Käse aus der Schweiz klingt. Schon bei der Schweizer Uhrenindustrie und der schweizerischen Uhrenindustrie ist es aber kaum mehr möglich, einen Bedeutungsunterschied zu entdecken. Auch Namen von Instituten, Organisationen u.Ä. folgen dieser Tendenz nicht: Es heißt zwar offiziell die Schweizer Armee, aber es ist das Schweizerische Rote Kreuz; und ausgerechnet die Bezeichnung des Landes lautet nicht die Schweizer Eidgenossenschaft, sondern die Schweizerische Eidgenossenschaft.

Dieser Beitrag ist der Tatsache zu verdanken, dass der heutige 1. August – wie schon vor einem Jahr erwähnt – der schweizerische oder Schweizer Nationalfeiertag ist.

Die Sauregurkenzeit

Die Zeit der Sommerferien ist die Zeit der Wiederholungen: alte B-Filme und Serien am Fernsehen, nichts Neues in der Zeitung und ein wiedergekäuter Artikel in diesem Blog: die Sauregurkenzeit. Ich möchte nur noch einmal kurz auf die ungewöhnliche Rechtschreibung dieses Wortes eingehen, damit auch jede Journalistin und jeder Kolumnist es richtig schreiben kann:

die Sauregurkenzeit
in der Sauregurkenzeit
der Höhepunkt der Sauregurkenzeit
die Sauregurkenzeiten

Die Schreibung mit Bindestrich ist ebenfalls möglich:

die Saure-Gurken-Zeit
der Saure-Gurken-Zeit
die Saure-Gurken-Zeiten

Man kann saure auch deklinieren. Dann sollte man Bindestriche setzen:

in der Sauren-Gurken-Zeit
der Höhepunkt der Sauren-Gurken-Zeit
die Sauren-Gurken-Zeiten

Mehr zu diesem Wort und seiner Herkunft lesen Sie, wie sich das in der Sauregurkenzeit (oder Sauren-Gurken-Zeit) gehört, im letztjährigen Beitrag.

So eine frabannte Ähnlichkeit

Frage

Karl Valentin, ein Münchner Komiker der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts, benutzte in einem seiner Dialoge das Wort frabannt im Satz „So eine frabannte Ähnlichkeit!“ Könnten Sie die Wortbedeutung erforschen?

Antwort

Sehr geehrter Herr G.,

das Wort frabannt kenne ich nicht und ich kann es auch nirgendwo finden. Ich vermute allerdings stark, dass Karl Valentins Worte, wenn man sie ins Standarddeutsche „übersetzt“, die folgenden wären: „So eine frappante Ähnlichkeit!“

Das aus dem Französischen stammende Wort frappant bedeutet überraschend, verblüffend. Im Französischen bedeutet frapper eigentlich schlagen, treffen, aber man braucht nicht allzu viel Fantasie, um den Schritt zur übertragenen Bedeutung überraschen, verblüffen zu verstehen. Wenn man sich dabei noch den übersteigerten Gesichtsausdruck eines den Überraschten darstellenden Komikers oder Pantomimen vorstellt, ist es sogar ein sehr passendes und einleuchtendes Bild. Mit dieser Bedeutung gibt es das Verb auch im älteren, gehobenen Deutsch: frappieren.

Das Adjektiv frappant kommt übrigens nicht ausschließlich, aber doch sehr häufig zusammen mit Ähnlichkeit vor:

So eine frappante Ähnlichkeit.
Die Ähnlichkeit war frappant.
Sie gleichen sich in frappanter Weise.

Sehen Sie auch frappant in Canoonet und DWDS.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

A ticket to Rome/ein Flugschein nach Rom

Zurück aus Rom habe ich mich erst an der den Regen gewöhnen müssen. Am liebsten hätte ich gleich ein Flugticket zurück in den Süden gekauft, aber ich kann Sie ja nicht so lange im Stich lassen. Die Tatsache, dass ich nicht unbegrenzt Ferientage zur Verfügung habe, mag bei der Entscheidung, im feuchtkühlen Raum nördlich der Alpen zu bleiben, auch eine gewisse Rolle gespielt haben.

Für den Flug nach Rom habe ich mein Ticket über den Online-Booking-Service der Airline gekauft. Ich konnte also vor dem Abflug von zu Hause aus in das Online-Check-in einloggen und sowohl einchecken als auch den Boarding-Pass printen. Am Airport musste ich deshalb nicht mehr zum Check-in-Counter, sondern konnte gleich zum Baggage-Drop-off. Danach ging es entlang der Duty-Free-Shops und durch die Security-Control zum Gate.

Für den Flug nach Rom habe ich meinen Flugschein über das Netzbuchungssystem der Fluggesellschaft gekauft. Ich konnte mich also vor dem Abflug von zu Hause aus in die Netzflugabfertigung einwählen und sowohl mich für den Flug anmelden als auch die Einstiegskarte drucken. Am Flughafen musste ich deshalb nicht mehr zum Flugabfertigungsschalter, sondern konnte gleich zur Gepäckabgabestelle. Danach ging es entlang der Zollfreiläden und durch die Sicherheitskontrolle zum Flugsteig.

Sie sehen, es geht um Anglizismen, das heißt aus dem Englischen übernommene Wörter. Wenn es ums Fliegen geht, gibt es deren viele. Ich habe die beiden Texte hier nicht nebeneinandergestellt, damit Sie den einen verurteilen und den anderen begrüßen sollen. Mir wollen sie nämlich beide nicht so recht gefallen. Einerseits klingen in meinen Ohren Online-Booking-Service, Airline und Baggage-Drop-off etwas zu sehr nach „Internationaler-Vielflieger-und-Weltbürger-sein-Wollen“, andererseits haben Netzbuchungssystem, Netzflugabfertigung und Flugsteig für mich irgendwie etwas Forciertes und „Handgestricktes“.

Die beiden Textabschnitte oben sollen nur aufzeigen, dass sowohl die eine als auch die andere „Extremlösung“ einen etwas seltsamen Eindruck hinterlassen kann. Wenn man viele Anglizismen verwendet, riskiert man schnell einmal, den Eindruck einer Möchtegern-Fachfrau oder eines doch nicht ganz so weit gereisten Weltbürgers zu machen — wenn man denn schon von allen verstanden wird. Auf der anderen Seite kann eisernes Festhalten an ausschließlich deutschen Wörtern farblos und etwas sehr verbissen wirken — und manchmal ebenfalls zu Verständnisproblemen führen (wer weiß schon auf Anhieb, was Netzflugabfertigung bedeuten soll?)

Es liegt also an Ihrem Stilgefühl und dem Eindruck, den Sie (nicht) hinterlassen wollen, welche Wahl Sie jeweils zwischen den Anglizismen und deren deutschen Entsprechungen treffen. Oft gibt es sogar auf dem Wortniveau so etwas wie den goldenen Mittelweg. Ein schönes Beispiel dafür finde ich Online-Buchungssystem statt Online-Booking-System oder Netzbuchungssystem. Aber auch dies ist letztlich eine Frage des Geschmackes.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

PS: Die meiner Meinung nach ebenso fruchtlose wie uferlose Diskussion zu Sinn und Unsinn von Anglizismen und der Gefahr, die sie für die deutsche Sprache sein sollen, will ich hier bewusst nicht führen.

Abwesend

Und wieder einmal ist Dr. Bopp für eine Woche abwesend. Dreimal dürfen Sie raten wohin er fährt (wenn Sie auf die Bilder klicken, werden sie größer).

Erster Hinweis zum Land:

Zweiter Hinweis zur Stadt:

Auflösung:

Am 20. Juli bin ich wieder zurück. Tanti saluti!

Dr. Bopp

Die Berge des Himalaja(s): der Genitiv geographischer Namen

Frage

Setzt man das Genitiv-s bei festen Ortsbezeichnungen ein oder nicht?
die Berge des Himalaja oder die Berge des Himalajas?

Antwort

Sehr geehrte Frau S.,

ob man beim Genitiv von geographischen Namen ein s verwendet oder nicht, hängt davon ab, ob sie mit oder ohne Artikel verwendet werden und — wenn sie mit Artikel stehen — welches Geschlecht Sie haben.

Bei geographischen Namen ohne Artikel ist es einfach: Sie werden im Genitiv eigentlich immer mit s verwendet. Zum Beispiel:

Münchens U-Bahn
Salzburgs Bürgermeister
Zürichs Altstadt
der beliebtester Showmaster Deutschlands

Ausnahme: Bei geographischen Namen die auf s, x oder z enden, verwendet man im Prinzip einen Apostroph anstelle des s, aber üblicherweise wird anders formuliert:

Paris Metro
üblicher: die Metro von Paris oder die Pariser Metro

Weibliche geographische Namen mit Artikel haben im Genitiv keine Endung:

die Berge der Schweiz
die Mündung der Donau

Männliche und sächliche geographische Namen mit Artikel bilden den Genitiv normalerweise mit s und/oder es:

die Mündung des Rheins oder des Rheines
die Besteigung des Matterhorns oder des Matterhornes
am Fuße des Brenners
inmitten des Harzes

Viele, vor allem (aber nicht nur) fremde Namen haben daneben auch eine endungslose Variante:

die Quelle des Nils oder des Nil
an den Ufern des Inns oder des Inn
die Geschichte des Balkans oder des Balkan
die Hauptstadt des Irans oder des Iran
und
die Berge des Himalajas oder die Berge des Himalaja

Wenn Sie unsicher sind, welche Variante(n) Sie verwenden können, schauen Sie am besten in einem Wörterbuch nach. Sonst könnte als grobe Faustregel gelten:

Genitiv von geographischen Namen:

  • ohne Artikel: mit s (Ausnahmen: Paris’/von Paris, Florenz’/von Florenz)
  • mit Artikel, weiblich: endungslos
  • mit Artikel, männlich oder sächlich: mit s
    (zum Teil auch mit -es und sehr oft auch endungslos üblich, aber s ist fast immer richtig; Ausnahmen: des Harzes, des Brennerpasses)

Das klingt jetzt alles recht kompliziert. Zu kompliziert eigentlich, denn in den meisten Fällen sagt Ihnen Ihr Sprachgefühl, ob eine Form richtig ist. Man wird oft erst dann unsicher, wenn man anfängt darüber nachzudenken.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp