Frage
Ich kenne zwar keinen, der es sagt, aber man hört ja manchmal dass „wegen mir“ wohl eher „wegen meiner“ heißen müsste. Kehrt man die Reihenfolge um, bekommt man die viel üblichere Variante „meinetwegen“. Aber nur fast. Woher kommt eigentlich das t?
Antwort
Sehr geehrter Herr M.,
wenn man nicht wegen mir sagen will, weil der Dativ nach wegen standardsprachlich, gelinde gesagt, umstritten ist, empfiehlt es sich meinetwegen zu verwenden.
Macht euch meinetwegen keine Sorgen!
Wir sind nur euretwegen gekommen.
Die Formulierung wegen meiner hören Sie deshalb nicht sehr oft, weil sie veraltetet ist (oder das Resultat eines „Genitivkrampfes“, der manche beim Anblick des Wörtchens wegen befällt). Das Wort meinetwegen geht ursprünglich auf die Wendung von meinen wegen zurück. Im Verlauf der Zeit schlich sich der Übergangskonsonant t ein, der nur der Aussprache dient: meinent wegen, meinentwegen. Später fiel dann noch das n vor dem t weg, was zur heute üblichen Form meinetwegen führte. Eine ähnliche Entstehungsgeschichte haben auch meinethalben, allenthalben und meinetwillen. Ein eingeschobenes t findet man weiter auch bei zum Beispiel wöchentlich, hoffentlich, wesentlich u. a. m.
Im Zusammenhang mit der Ächtung des Dativs nach wegen gefällt mir das folgende „pikante“ Detail: Das Wort meinetwegen, das man anstelle von wegen mir zu verwenden hat, ist ursprünglich ein Dativ: von meinen wegen …
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp