Wird man aus jemandem oder von jemandem geboren?

Frage

Erlauben Sie bitte die folgenden Fragen:

Satz 1: Ich wurde von ihr geboren.
Satz 2: Ich wurde aus ihr geboren.

Ist Satz 2 nicht wirklich seltsam? Besteht Ihrer Meinung nach zwischen Satz 1 und Satz 2 ein semantischer Unterschied?

Antwort

Guten Tag Herr M.,

die Wendung aus ihr geboren kommt (neben von ihr geboren) vor allem in religiösen Kontexten vor:

Jesus, geboren aus Maria
aus einer Jungfrau geboren

Mit aus wird vor allem dann formuliert, wenn geboren im übertragenen Sinne verwendet wird:

aus Liebe geboren
aus Not geboren
aus dem Willen geboren, …

Im wörtlichen Sinne steht sonst meist von:

das von ihr geborene Kind

Eher selten:

Ich wurde von ihr geboren.
Wir sind alle von einer Frau geboren worden.

Theoretisch sind also beide Formulierungen möglich. Es gibt auch keinen Bedeutungsunterschied. Allerdings ist wurde aus ihr geboren außer in religiösen Kontexten kaum gebräuchlich und kommt auch wurde von ihr geboren nur selten vor. Üblicher sind andere Wendungen wie wurde von ihr zur Welt gebracht oder Umschreibungen wie meine Mutter war o. Ä.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Die drei Arten partitive Attribute, partitiver Attribute oder von partitiven Attributen

Heute gibt es ein bisschen Fachsprache zu einem Thema, das immer wieder Anlass zu Fragen gibt.

Frage

Meine Frage betrifft den Aufbau von Satzgliedern. Handelt es sich in Satzgliedern wie „eine Herde Rinder“ oder „ein Glas Milch“ bei den Wörtern „Rinder“ und „Milch“ um Attribute – genauer gesagt: um Attribute der Art Apposition?

Antwort

Guten Tag Frau M.,

es handelt sich in Ihren Beispielen tatsächlich um Attribute der Art Apposition. Rinder und Milch werden partitive Appositionen genannt. Eine partitive Apposition ist eine Art partitives Attribut.

Nach Maßbezeichnungen, Mengenbezeichnungen, Sammelbezeichnungen u. Ä. folgt in der Regel ein partitives Attribut. Partitive Attribute können sein:

  • partitive Apposition

eine Herde Rinder
ein Glas Milch
ein Kilo Haselnüsse
eine Gruppe Jugendliche
drei Arten Attribute

eine Herde schwarze Rinder
ein Glas kalte Milch
ein Kilo geschälte Haselnüsse
eine Gruppe interessierte Jugendliche
drei Arten partitive Attribute

  • partitiver Genitiv

eine Herde schwarzer Rinder
ein Glas kalter Milch
ein Kilo geschälter Haselnüsse
eine Gruppe (interessierter) Jugendlicher
drei Arten partitiver Attribute

  • partitive Präpositionalgruppe

eine Herde von Rindern
eine Gruppe von Jugendlichen
drei Arten von Attributen

eine Herde von schwarzen Rindern
eine Gruppe von interessierten Jugendlichen
drei Arten von partitiven Attributen

Welche der drei Arten von partitiven Attributen möglich oder üblich sind, hängt unter anderem davon ab:

  • ob das Gemessene im Singular (Milch) oder im Plural (Rinder) steht,
  • ob es allein steht (Rinder, Milch) oder von einem gebeugten Adjektiv begleitet wird (schwarze Rinder, kalte Milch; Jugendliche),
  • ob die Mengenangabe eine Sammelbezeichnung ist (Herde, Gruppe, Reihe, Anzahl usw.) oder nicht (Glas, Kilo, Liter, Karton usw.).

Die Beispiele oben zeigen grob, welche Möglichkeiten es gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Groß und klein: auf Rot springen und auf leise drehen

Frage

Die in allen möglichen einschlägigen Ratgebern (so auch hier am 14.10.2014) zu findende allgemeine Auffassung zur Groß- und Kleinschreibung von Farbwörtern beinhaltet, dass in folgenden Fällen die Farbwörter substantiviert und damit großzuschreiben sind:

Die Ampel springt auf Rot.
Nach dem Schlüpfen wechselt der Marienkäfer seine Farbe von Gelb auf Rot.
Die Ampel wechselt von Grün zu/auf Rot.

Da die Farbwörter in diesen Beispielen jeweils auf Präpositionen folgen, werden sie als Substantivierungen angesehen. Ich sehe es im Grunde genauso – dennoch lese ich immer wieder Sätze wie:

Die Ampel wechselt von rot auf grün.
Die LED wechselt von orange auf grün.

Wenn ich nun länger darüber nachdenke, tue ich mich schwer damit, einen Unterschied zu analogen Sätzen zu finden wie:

Der Ton wechselt von leise auf laut.
Der Abstand [z. B. von sich wiederholenden Ereignissen] ändert sich von lang zu kurz.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier Substantivierungen vorliegen („das Laut“, „das Kurz“?) und stelle mir also die Frage, ob […] in den genannten Beispielen mit Farbwörtern diese dann nicht auch als Adjektive aufgefasst und dementsprechend kleingeschrieben werden können.

Antwort

Guten Tag Herr L.,

es liegt hier nicht nur an der Präposition, dass großeschrieben wird. Ungebeugte Adjektive werden nach einer Präposition dann großgeschrieben, wenn sie auch sonst als Substantive üblich sind:

für Jung und Alt (vgl. Jung und Alt sind eingeladen)
etwas auf Deutsch sagen (vgl. Deutsch ist eine Sprache, die Sprache Deutsch)
die Ampel springt auf Rot (vgl. Rot ist eine Farbe, die Farbe Rot)

die Ampel wechselt von Grün auf Rot
die LED wechselt von Orange auf Grün

Das ergibt sich aus § 58 E2 der Rechtschreibregelung, siehe hier.

Sonst wird in der Regel kleingeschrieben:

den Ton auf leise drehen
der Abstand ändert sich von lang zu kurz

Ganz so eindeutig ist es aber nicht immer – mehr dazu hier.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Dativ oder Akkusativ: zu einem Picknick in meinem/in meinen Garten einladen?

Frage

Ich hätte folgende Frage: „Ich wollte dich zu einem Picknick in meinem Garten einladen.“ Intuitiv würde ich sagen, dass hier „in“ und Dativ die beste Lösung ist. Wäre es aber auch denkbar „in“ und Akkusativ zu verwenden: „in meinen Garten“? Wenn ja, wie verschiebt sich die Bedeutung?

Antwort

Guten Tag Herr L.,

beides ist möglich. Der Satzbau ist unterschiedlich, aber die Bedeutung verschiebt sich nur geringfügig.

a) Mit dem Dativ ist in meinem Garten hier ein Attribut (nähere Bestimmung) zu Picknick:

wozu einladen? – zu einem Picknick in meinem Garten
was für ein Picknick? – ein Picknick in meinem Garten

b) Mit dem Akkusativ ist in meinen Garten in diesem Satz eine Adverbialbestimmung:

wohin zu einem Picknick einladen? – in meinen Garten

Es gibt also zwei korrekte Möglichkeiten:

a) Ich wollte dich zu einem Picknick in meinem Garten einladen.
b) Ich wollte dich zu einem Picknick in meinen Garten einladen.

Die beiden Sätze haben einen unterschiedlichen Satzbau. Auf der Bedeutungsebene hingegen macht es kaum einen Unterschied, ob man a) jemanden zu einem Picknick im Garten einlädt oder b) jemanden in den Garten zu einem Picknick einlädt. In beiden Fällen wird im Garten gepicknickt. Hauptsache, es schmeckt und ist gemütlich.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Verständnis einer Sache, Verständnis von einer Sache, Verständnis für eine Sache

Frage

Ich stolpere ständig über Sätze, in denen der Begriff „Verständnis“ vorkommt. Klar ist mir eigentlich, dass mit „Verständnis für etwas“ eher ein Einfühlungsvermögen gemeint ist.

Nun scheint es aber gemäß meiner wiederholten Recherche keinen Unterschied zwischen „Verständnis von etwas“ und „Verständnis + Genitivattribut“ zu geben. Angeblich ist die Genitivkonstruktion üblicher und zu bevorzugen, womit ich jedoch oft ein Problem habe.

Meines Erachtens wird es schlimm, wenn sowohl eine Person als auch ein Gegenstand genannt werden, z. B. „Verständnis des Dichters der mittelalterlichen Literatur“.

Auch die folgende Formulierung klingt für mich komisch: „Wir sollten das Verständnis der Menschen der Chancen und Gefahren künstlicher Intelligenz fördern.“ […]

Antwort

Guten Trag Frau B.,

mit Verständnis für jemanden/etwas wird gesagt, dass man sich in eine Person oder eine Sache hineinversetzen kann. Mit Verständnis einer Sache wird gesagt, dass man etwas versteht, begreift.

Mit der zweiten Bedeutung von Verständnis steht das Objekt (dasjenige, was verstanden wird) im Prinzip im Genitiv:

Viele Fremdwörter erschweren das Verständnis des Textes.
Das Verständnis seiner Motive ist wichtig.

Auch das Subjekt des Verstehens (die Person, die versteht) steht im Prinzip im Genitiv:

das Verständnis des Dichters (der Dichter versteht)
das Verständnis der Schüler fördern (die Schüler verstehen)

Ob der Genitiv das Objekt oder das Subjekt bezeichnet, ergibt sich aus dem Zusammenhang. In der Regel sind bei Verständnis mit dieser Bedeutung Personen Subjekt und Nichtpersonen Objekt. Deshalb ist in Fällen wie den folgenden (mehr oder weniger) klar, was gemeint ist:

das Verständnis des Richters der Motive des Täters
das Verständnis des Dichters der mittelalterlichen Literatur

Ebenso zum Beispiel:

die Beurteilung des Richters der Motive des Täters
die Kenntnis des Dichters der mittelalterlichen Literatur

Formulierungen dieser Art werden dennoch häufiger vermieden, das heißt, man weicht auf andere Formulierungen aus. Manchmal wird mit für formuliert. Das ist aber nicht zu empfehlen, da Verständnis für eine andere Bedeutung hat (siehe oben):

das Verständnis des Richters für die Motive des Täters (andere Bedeutung)
das Verständnis des Dichters für die mittelalterliche Literatur (andere Bedeutung)

Es ist ebenfalls nicht zu empfehlen auf eine Formulierung mit von auszuweichen. Wenn die Wortgruppe wie hier einen Artikel enthält, gilt dies als umgangssprachlich:

das Verständnis des Richters von den Motiven des Täters (umgangssprachlich)
das Verständnis der Dichters von der mittelalterlichen Literatur (umgangssprachlich)

(Mehr dazu, wann man auch standardsprachlich von statt des Genitiv verwenden kann oder muss, siehe hier.)

Weder für noch von bieten hier also eine gute Lösung. Es ist deshalb standardsprachlich besser, a) den doppelten Genitiv stehen zu lassen oder b) ganz anders zu formulieren, wenn man ihn vermeiden will. Zum Beispiel:

  1. Das Verständnis des Richters der Motive des Täters ist wichtig.
  2. Es ist wichtig, dass der Richter die Motive des Täters versteht.
  1. Darin zeigt sich das große Verständnis des Dichters der mittelalterlichen Literatur.
  2. Darin zeigt sich, dass der Dichter ein großes Verständnis der mittelalterlichen Literatur hat.
    Darin zeigt sich das große Verständnis des Dichters im Bereich der mittelalterlichen Literatur.
  1. Wir sollten das Verständnis der Menschen der Chancen und Gefahren künstlicher Intelligenz fördern.
  2. Wir sollten den Menschen die Chancen und Gefahren künstlicher Intelligenz besser verständlich machen.

Der Genitiv ist schön, man sollte es aber innerhalb eines Satzes nicht damit übertreiben. Das Verständnis der Lesenden des Inhaltes des Textes könnte darunter leiden – wie dieser letzte Satz zeigt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

An Weihnachten, zu Weihnachten oder einfach nur Weihnachten

Ob Sie einen Weihnachtsbaum oder einen Christbaum schmücken oder ob bei Ihnen der Weihnachtsmann oder das Christkind die Geschenke darunterlegt, kann verraten, aus welcher Sprachregion Sie (ungefähr) kommen. Aber auch ob Sie etwas an Weihnachten tun, zu Weihnachten tun oder einfach Weihnachten tun, kann ein Hinweis auf Ihre sprachliche Herkunft sein.

In der Schweiz, in Süddeutschland und in Westdeutschland bis nach Westfalen geht man – wenn man geht – an Weihnachten in die Kirche. Im Norden und Osten Deutschlands und in Österreich tut man dies zu Weihnachten. In der nördlichen Hälfte Deutschlands wird daneben auch ganz ohne Präposition Weihnachten zur Kirche gegangen.

Wie diese Verteilung auf einer Karte aussieht, sehen Sie auf der entsprechenden Seite des Atlas zur deutschen Alltagssprache.

Natürlich sind dies verallgemeinernde Angaben. Durch die wachsende Mobilität und den Einfluss der Massenmedien verwischen solche regionalen Sprachgrenzen immer mehr. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie an Weihnachten sagen, obwohl Sie in einer Region wohnen, in der man gemäß der Karte zu Weihnachten sagt.

Ganz egal, ob das Wort Weihnachten bei Ihnen mit an, mit zu oder ohne Präposition steht: Schöne Feiertage!

Dr. Bopp

Wann steht was: für etwas schwärmen und von etwas schwärmen?

Frage

Können Sie mir mir erklären, was der Unterschied zwischen „schwärmen für“ und „schwärmen von“ ist? In einem Übungsbuch steht, dass im Satz „Viele junge Mädchen schwärmen für Pferde und Reiten“ nur die Präposition „für“ korrekt ist und nicht „von“. Warum ist das so?

Antwort

Guten Tag Herr T.,

es gibt einen Unterschied zwischen für jemanden/etwas schwärmen  und von jemandem/etwas schwärmen:

Wenn man für jemanden/etwas schwärmt, mag man jemanden/etwas sehr gern; man verehrt jemanden/etwas schwärmerisch:

für Taylor Swift schwärmen = großer Fan der Sängerin sein

für Pferde und Reiten schwärmen = Pferde und Reiten sehr mögen

Wenn man von jemandem/etwas schwärmt, äußert man sich in schwärmerischen Worten über diese Person/darüber:

von Taylor Swift schwärmen =  sich schwärmerisch über die Sängerin äußern, sehr positiv über sie reden

von Pferden und Reiten schwärmen = sich schwärmerisch über Pferde und Reiten äußern, sehr positiv darüber reden

Die Unterscheidung ist aber nicht immer so streng. Mit für jemanden/etwas schwärmen kann manchmal auch gemeint sein, dass man schwärmerisch über jemanden/etwas redet.

Dann noch zum Satz im Übungsbuch: Ohne weiteren Zusammenhang ist es wahrscheinlicher, dass gemeint ist, dass viele junge Mädchen für Pferde und Reiten schwärmen, also Pferde und Reiten sehr mögen. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass auch gemeint sein könnte, dass sie von Pferden und Reiten schwärmen, also sehr positiv über Pferde und Reiten reden. In dem Lückentext passt aber rein grammatisch nur für Pferde, nicht von Pferde, weil es ja von Pferden heißen müsste.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

„Feste Zeiten, an/in/während/zu denen …“ – manchmal ist vieles möglich

Frage

Eine Frage zu einer Präposition: „Ich möchte feste Zeiten einführen, in denen ich online bin.“ Die Präposition „in“ scheint mir fragwürdig. Wäre „zu“ nicht besser?

Antwort

Guten Tag Herr L.,

Die Antwort auf diese Frage ist wahrscheinlich unbefriedigend für diejenigen, die eindeutige und klare Verhältnisse mögen. Für alle anderen mag es schön sein, zu sehen, wie viel Freiheit uns die Sprache lässt. Für diese Formulierungen kommen nämlich (mindestens) vier Formulierungen in Frage:

feste Zeiten, in denen ich online bin
feste Zeiten, zu denen ich online bin
feste Zeiten, an denen ich online bin

Bei der vierten Variante sollte man allerdings standarsprachlich nicht (wie es oben im Titel der Einfachheit halber geschehen ist) den Dativ denen, sondern den Genitiv derer wählen:

feste Zeiten, während derer ich online bin

Gibt es dabei Unterschiede? Eigentlich nur Folgendes: Wenn es um einen Zeitpunkt oder verschieden Zeitpunkte geht, drängt sich eher an oder zu auf als in:

feste Zeiten, an denen sie aufstehen
feste Zeiten, zu denen sie aufstehen
(feste Zeiten, in denen sie aufstehen)

Wirklich ausgeschlossen ist in aber nicht. Die Präposition während hingegen ist nur bei Angaben einer Zeitdauer möglich. Sie klingt (wegen des Genitivs?) auch ein bisschen gehobener also an, in und zu.

Im Übrigen werden diese Präpositionen bei Angaben dieser Art bunt gemischt, ohne dass dabei wesentliche Anwendungs- oder Bedeutungsunterschiede zu erkennen sind. Dazu, ob es eventuell regionale Unterschiede gibt, konnte ich so schnell nichts finden. Im persönlichen Sprachgebrauch gibt es aber bestimmt Vorlieben und Abneigungen, wie Ihre Frage zeigt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Sich zu etwas entschließen und sich für etwas entscheiden

Frage

Meine Frage betrifft das Verb „sich entschließen“, das grundsätzlich mit der Präposition „zu“ benutzt wird. Wäre aber auch der folgende Gebrauch korrekt: „sich entschließen für“?

Antwort

Guten Tag Herr S.,

allgemein üblich ist:

sich zu etwas entschließen
Er kann sich nicht dazu entschließen, Paris zu verlassen.
Sie entschlossen sich zur Flucht.

Seltener kommt auch vor:

sich für etwas entschließen

Das ist meist dann der Fall, wenn sich für etwas entscheiden gemeint ist. Auch wenn sich entschließen und sich entscheiden eigentlich nicht die gleiche Bedeutung haben, ist es nicht immer einfach, sie eindeutig voneinander zu unterscheiden. Dennoch ist es standardsprachlich im Allgemeinen besser sich zu etwas entschließen und sich für etwas entscheiden zu verwenden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Im Speisesaal und der Kapelle – und dass das so nicht gut klingt

Frage

[…] Es geht um die Präpositionen bei Aufzählungen, wenn sie teilweise mit dem Artikel verschmolzen sind. Ein Beispiel: „im Speisesaal und der Kapelle“. Kann man einfach die Präposition vor dem zweiten Substantiv weglassen? Ich würde schreiben: „im Speisesaal und in der Kapelle“. Gibt es dazu eine „offizielle“ Regel?

Antwort

Guten Tag Frau S.,

wirklich „offiziell“ ist sie nicht und sie ist eher stilistisch als grammatikalisch, aber es gibt eine Regel, die besagt, dass man Präpositionen nicht einsparen sollte, wenn sie einmal mit dem Artikel verschmolzen sind und einmal getrennt vom Artikel oder ohne Artikel stehen. Sie schreiben also besser nicht:

im Speisesaal und der Kapelle
Unterstützung beim Erlernen und der Anwendung der Regeln
Man sprach vom Leben und den Werken der Künstlerin.
vom Einsparen und Stilistischem

Es ist hier besser, die Präposition zu wiederholen:

im Speisesaal und in der Kapelle
Unterstützung beim Erlernen und bei der Anwendung der Regeln
Man sprach vom Leben und von den Werken der Künstlerin.
vom Einsparen und von Stilistischem

Wie immer, wenn es nicht um knallharte Grammatik (soweit es so etwas überhaupt gibt), sondern um Stilistisches geht, begegnet man häufiger Formulierungen, die diese „Regel“ nicht einhalten. Deshalb noch einmal: Die Formulierung im Speisesaal und der Kapelle ist nicht grundsätzlich falsch, aber stilistisch nicht besonders gelungen (siehe auch hier unter Einschränkungen).

Sie greifen hier deshalb besser zur Wiederholung als zu einer Einsparung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr, Bopp