Wetten, dass …?

Haben Sie es gestern Abend auch gesehen? Irgendwoher müssen die hohen Einschaltquoten ja kommen. Was könnte ich hier noch zu Thomas Gottschalks letzter Sendung schreiben? Fernsehkritik ist nicht mein Fach und sein sprachliches Markenzeichen „Reschpekt“ ist schon des Öfteren erwähnt worden. Mir kommt hier eine andere, ebenfalls nicht allzu taufrische Frage in den Sinn, die mir vor einiger Zeit gestellt wurde: Ist der „offizielle“ Titel

Wetten, dass..?

richtig geschrieben? Die Antwort lautet nein. Richtig wäre:

Wetten, dass …?

Vor den Auslassungspunkten müsste ein Leerzeichen stehen und die Auslassungspunkte treten immer zu dritt auf, selbst wenn ihnen ein Fragezeichen folgt. Nur wenn den drei Punkten ein weiterer Punkt folgt, wird einer von ihnen „unterschlagen“. Mehr zu den Auslassungspunkten finde Sie hier.

Doch das ist alles ziemlich pedantisch. ZDF, ORF und SF schreiben den Titel nun einmal so. Man liebt die Sendung, man hasst sie oder sie ist einem nicht einmal ein leicht verwundertes Kopfschütteln wert, ganz gleich, ob in ihrem Titel die richtige Anzahl Leerzeichen und Punkte steht oder nicht. Die „wirklich wichtige“ Frage in diesem Zusammenhang lautet sowieso: Gottschalk und dann …?

Schreiben S’ hier einen Apostroph

Eine Frage, die man sich zum Beispiel dann stellen kann, wenn man wie Frau G. einen ungezwungenen Gesprächston aus südöstlichen deutschsprachigen Gefilden schriftlich wiedergeben möchte:

Frage

In einem Interview sagte ein Künstler Folgendes: „Lassen s das sein!“ Gemeint ist: „Lassen Sie das sein!“ Wie wird dies aufgeschrieben?

Antwort

Sehr geehrte Frau G.,

bei umgangssprachlichen Verkürzungen von Wörtern kann man zur Verdeutlichung einen Apostroph verwenden:

So ’n Angeber!
So n Angeber!

Willst du ’ne Banane oder ’nen Apfel?
Willst du ne Banane oder nen Apfel?

Bei verkürztem Sie ist die Verwendung des Apostrophs üblich:

Lassen S’ das sein!
Wann kommen S’ denn wieder zurück?
Sie, gehen S’ weg da, ich seh ja gar nix!

Es ist hier nicht möglich, das s (mit oder ohne Apostroph) mit dem vorhergehenden Wort zusammenzuschreiben. Das ist nach den Rechtschreibregeln nur bei verkürztem es möglich (vgl. hier):

Wissen Sie, wie es funktioniert?
Wissen S’, wie’s funktionier?
Wissen S’, wies funktioniert?

Wie wollen Sie es denn haben?
Wie wollen S’ es denn haben?
Wie wollen Sie’s/Sies denn haben?

Allerdings nicht:

Wie wollen S’’s denn haben?

Man sollte es auch beim Verkürzen nicht übertreiben. Mehr zum Apostroph bei Auslassungen finden Sie hier.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Die Frage mit dem Ausrufezeichen

Frage

Ich habe eine Frage zu den Satzzeichen. Gesetzt den Fall, es findet eine Unterhaltung statt, in der einer der Partizipierenden sehr aufgebracht ist, wie kann ich das korrekt zum Ausdruck bringen? Zum Beispiel: „Sie wagen es, mich anzugreifen?!?“

Gibt es die Möglichkeit, Ausrufezeichen mit Fragezeichen zu kombinieren? Wenn ich lediglich ein Ausrufezeichen setze, ist zwar zum Ausdruck gebracht, dass hier eine stärkere Emotion vorherrscht, jedoch wird die Bedeutung dadurch verschoben. Was für „korrekte“ Möglichkeiten gibt es?

Antwort

Sehr geehrter Herr B.,

wenn eine Frage gleichzeitig auch ein Ausruf ist, kann man nach dem Fragezeichen noch ein Ausrufezeichen setzen:

Sie wagen es, mich anzugreifen?!
Wer soll das noch verstehen?!

Im Prinzip reicht es, ein Fragezeichen und ein Ausrufezeichen zu setzen. Mehrfache Frage- und Ausrufezeichen wirken eher comicartig (was sich allerdings manchmal gut als Stilmittel einsetzen lässt).

Wie man sieht, kann eine Äußerung gleichzeitig Frage und Ausruf sein. Die Grenzen zwischen Frage, Ausruf, Aufforderung und Aussage sind nicht ganz so deutlich, wie man dies auf Anhieb meinen würde.

Eine Frage ist einfach zu erkennen. Sie fängt entweder mit der konjugierten Verbform oder mit einem Fragewort an und man schließt sie mit einem Fragezeichen ab:

Hast du Zeit?
Wann hast du Zeit?

Es gibt aber auch Aussagesätze, die als Frage gemeint sind:

Du bist schon 16 Jahre alt?
Ich kann Deutsch mit Ihnen reden?

Es handelt sich meist um Vergewisserungsfragen, das heißt Fragen, deren Antwort man zu kennen glaubt und die man nur zur Vergewisserung stellt.

Es gibt auch Fragesätze, die gar nicht als Fragen gemeint sind. Dazu gehören rhetorische Fragen:

Wer hört schon auch mich? (= Es hört ohnehin nie jemand auf mich.)
Habe es dir nicht gesagt? (= Ich habe es dir doch gesagt.)

Auch höfliche Aufforderungen kleiden wir oft in die Form einer Frage:

Kannst du bitte herkommen?

Wenn die Aufforderung etwas eindringlicher gemeint ist, kann man auch mit einem Ausrufezeichen abschließen:

Kommst du bitte sofort hierher!

Nicht alle Fragen sind also als Fragesatz formuliert und nicht alles, was  wir als Fragesatz formulieren, ist auch als Frage gemeint.

Noch viel inkonsequenter sind wir, wenn es um Aufforderungen geht. Das Deutsche stellt uns dafür eigentlich den Imperativ, die Befehlform, zur Verfügung:

Geh schlafen!
Löschen Sie bitte das Licht!

Damit geben wir uns aber nicht zufrieden. Wie bereits oben gesagt, gießen wir eine höfliche Aufforderung häufig in die Form einer Frage:

Gehst du bitte schlafen?
Könnten Sie bitte das Licht löschen?

Damit ist unser Repertoire an Aufforderungsarten noch lange nicht ausgeschöpft. Bei Hinweistafeln, Zetteln, Anleitungen, Geboten und Verboten, die sich nicht an eine bestimmte Person richten, steht oft ein Infintiv:

Bitte beim Verlassen des Raumes Licht löschen.

Auch die Modalverben müssen und sollen können verwendet werden, um eine Aufforderung zu formulieren:

Du musst herkommen!
Sie sollten das Licht löschen!

Wenn man ihn entsprechend betont, kann auch ein Aussagesatz im Präsens oder Futur als dringliche Aufforderung dienen:

Du gehst jetzt schlafen!
Sie werden sofort das Licht löschen!

Erstaunlicherweise kann man sogar ein Passiv mit unpersönlichem es oder ganz ohne Subjekt als nachdrückliche Aufforderung verstehen:

Es wird jetzt geschlafen!
Nun wird sofort das Licht gelöscht!

Eine Frage ist nicht immer eine Frage, ein Aussagesatz kann auch Frage oder Aufforderung sein und alle möglichen Formulierungen können als Aufforderung gemeint sein. Wer soll das noch verstehen?!

Ganz so schlimm ist es allerdings nicht. Wir verstehen all diese Formulierungen meist problemlos. Zum Problem werden sie erst dann, wenn man die Bezeichnungen Aussagesatz, Fragesatz und Aufforderungssatz allzu eng nimmt und den Sätzen ausschließlich die Funktion zugesteht, nach der sie benannt sind.

Indirekte Fragen und das Fragezeichen

Indirekte Fragen scheinen bei vielen zu Fragezeichen zu führen. Die Frage lautet: Setzt man ein Fragezeichen oder nicht?

Frage

Immer zweifle ich bei indirekten Fragen: Braucht es am Ende ein Fragezeichen oder nicht? Zum Beispiel:

Kennt sie Weimer gut?
Mich würde interessieren, ob sie Weimar gut kennt.

Wo wohnt deine Schwester jetzt?
Kannst du mir sagen, wo deine Schwester jetzt wohnt?

Haben Sie Feuer?
Darf ich Sie fragen, ob Sie Feuer haben?

Warum steht nach der indirekten Frage manchmal ein Fragezeichen und manchmal nicht?

Antwort

Guten Tag Frau M.,

eine indirekte Frage hat keinen Einfluss auf das abschließende Satzzeichen. Sie ist zwar eine Art Frage, aber sie hat als Nebensatz in Sachen Satzzeichen (außer bei den Kommas) nichts einzubringen. Entscheidend für die Wahl des abschließenden Satzzeichens ist der übergeordnete Satz. Am besten sieht man dies vielleicht anhand einiger Beispiele. Die direkten Fragen sind:

Kennt sie Weimar gut?
Wo wohnt deine Schwester?

Wenn diese Fragen als indirekte Fragen in einem Gesamtsatz erscheinen, geschieht das Folgende:

Übergeordneter Satz = Aussagesatz:

Mich würde interessieren, ob sie Weimar gut kennt.
vgl. Mich würde das interessieren.

Ich möchte wissen, wo deine Schwester wohnt.
vgl. Ich möchte das wissen.

Übergeordneter Satz = Aufforderungssatz:

Erzähl mir, ob sie Weimar gut kennt!
vgl. Erzähl mir das!

Sag mir sofort, wo deine Schwester wohnt!
vgl. Sag mir das sofort!

Ein Fragezeichen steht nur dann, wenn der übergeordnete Satz eine Frage ist:

Übergeordneter Satz = Fragesatz:

Weißt du, ob sie Weimar gut kennt?
vgl. Weißt du das?

Darf ich dich fragen, wo deine Schwester wohnt?
vgl. Darf ich dich das fragen?

Nun wüsste ich natürlich gerne, ob diese Erklärung verständlich ist. Darf ich Sie fragen, ob diese Erklärung verständlich ist? Sagen Sie mir auf der Stelle, ob diese Erklärung verständlich ist! Den letzten Satz sollten Sie bitte unbedingt als Beispielsatz verstehen. Ganz so unfreundlich bin ich nämlich selten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Wie sieht Ihrs aus?

Frage

Es geht um einen Fotowettbewerb, bei dem man sein schönstes Urlaubsbild einreichen kann/soll. Der „Werbesatz“ dazu lautet:

Das schönste Urlaubsbild, wie sieht Ihr’s aus?

Kann man in diesem Fall den Buchstaben e durch den Apostroph ersetzen (abgesehen davon, dass es sehr umgangssprachlich ist)?

Antwort

Sehr geehrter Herr Weber,

im heutigen Standarddeutsch ist die Form ihrs für ihres nicht gebräuchlich. Sie ist entweder umgangssprachlich oder veraltet/poetisch. Ein Beispiel für Letzteres:

HORTENSIUS
Lucius!
Wie, treffen wir uns hier?
LUCIUS‘ DIENER
Und, wie ich glaube,
Führt ein Geschäft uns alle her; denn meins
Ist Geld.
TITUS
Und so ist ihrs und unsers.

[William Shakespeare, Timon von Athen, Dritter Aufzug, Vierte Szene; Übersetzung von Dorothea Tiek, 1832]

Standardsprachlich schreiben Sie also besser:

Das schönste Urlaubsbild, wie sieht Ihres aus?

Wenn Sie die Form ihrs trotz oder gerade wegen ihres heute umgangssprachlichen Charakters verwenden wollen, würde ich empfehlen, sie wie die allgemein gebräuchlichen Formen meins, deins und seins ohne Apostroph zu schreiben (Regel):

Das schönste Urlaubsbild, wie sieht Ihrs aus?

Ich hoffe, dass Ihr Aufruf mit oder ohne e dafür sorgt, dass viele schöne Urlaubsfotos eingereicht werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Auslassungspunkte und andere Satzzeichen

Was Sie schon immer über die Satzzeichen wissen wollten … oder wahrscheinlich eher nicht. Es geht diesmal um etwas so Trockenes wie die Auslassungspunkte in Verbindung mit anderen Satzzeichen.

Frage

Heute habe ich ein Frage zum Thema Auslassungspunkte: Werden Satzzeichen nach Auslassungspunkten gesetzt oder fallen sie weg?

Antwort

Sehr geehrter Herr F.,

die Auslassungspunkte treten immer zu dritt auf. Sie stehen oft für etwas, das weggelassen wird (Wortteil, Wort, mehrere Wörter). Sie haben dann keinen Einfluss auf die anderen Satzzeichen oder die Leerzeichen. Man setzt sie gleich, wie wenn anstelle der Auslassungspunkte das Ausgelassene stünde. Man schreibt also zum Beispiel:

Ich habe keine Zeit für den Auftrag von Herrn …, weil zwei Mitarbeiter krank sind.
Der Auftrag Nr. … ist fertig.
Das Geheimnis des Dr. …
Kennen Sie Frau …?
Dann fragte Frau …: „Was ist los?“
Warum funktioniert das Sch…ding nicht?
Verd…!

Ohne Ausnahmen geht es allerdings doch nicht: Nach den Auslassungspunkten steht der Schlusspunkt nicht mehr. Nach den drei Punkten folgt also kein vierter:

Das Wort beginnt mit ver
Ich habe keine Zeit für den Auftrag von Herrn … Zwei Mitarbeiter sind krank.
„Kennen Sie Frau …?“ – „Ja, ich kenne Frau …“

Sehen Sie auch hier.

Zu guter Letzt noch eine weitere Ausnahme: Die Auslassungspunkte werden auch als Pausenzeichen oder als Zeichen für einen nicht abgeschlossenen Gedankengang/Satz verwendet. Ein Komma an der Abbruchstelle setzt man dann besser nicht:

Ich habe kaum mehr Zeit für mein Hobby … aber ich werde etwas daran ändern.
Es geht um Geld, Macht, Beziehungen, Sex …
»… denn sie wissen nicht, was sie tun« (Filmtitel)

Es gäbe wahrscheinlich noch mehr zu den Auslassungspunkten zu sagen, doch ich möchte Sie wirklich nicht weiter langweilen …

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

An und auf der Stelle

Frage

Darf ich sowohl „Auf deiner Stelle würde ich …“  als auch „An deiner Stelle würde ich …“ schreiben?

Antwort

Guten Tag J.,

die Redewendung lautet üblicherweise:

An deiner Stelle würde ich …

Etwas steht, liegt, ist, befindet sich, ruht usw. an einer Stelle. Auch in der übertragenen Bedeutung wenn ich an deiner Stelle stünde verwendet man an:

Was würdest du an meiner Stelle tun.
An deiner Stelle würde ich sofort damit aufhören.
Er behauptete, dass er an ihrer Stelle schneller reagiert hätte.

Es heißt also in der Regel an einer/deiner Stelle, nicht auf einer/deiner Stelle. Damit es aber für zum Beispiel Deutschlernende nicht allzu einfach wird, sagt man manchmal doch auf der Stelle. Es handelt sich dann aber um eine andere feste Wendung:

auf der Stelle = sofort
Der Führerschein wurde ihr auf der Stelle entzogen.
An deiner Stelle würde ich auf der Stelle damit aufhören.

Ebenfalls mit auf steht der folgende, eher umgangssprachliche Ausdruck:

auf der Stelle treten = nicht vorwärts kommen; keine Fortschritte machen
Ich habe das Gefühl, dass ich beruflich schon lange auf der Stelle trete.

So viel zu an und auf der Stelle.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Mit und ohne Kommas drohen

Frage

Kann man das Wort „drohen“ auch als Hilfsverb auffassen und das Komma vor dem erweiterten Infinitiv weglassen?

Antwort

Sehr geehrter Herr G.,

das Verb drohen kann tatsächlich wie ein Hilfsverb, genauer gesagt wie ein Modalverb verwendet werden. Seine Bedeutung ist dann in Gefahr sein, Gefahr laufen. Vor der nachfolgenden Infinitivgruppe setzt man kein Komma (Regel):

Der Wagen drohte in die Schlucht zu stürzen.
Bub drohte an Wurststück zu ersticken.
Wer droht nicht manchmal an den Kommaregeln zu verzweifeln?

Wenn drohen als „gewöhnliches“ Vollverb mit der Bedeutung eine Drohung aussprechen verwendet wird und eine Infinitivgruppe bei sich hat, kann diese durch ein Komma abgetrennt werden (Regel). Die folgenden Sätze können entsprechen mit oder ohne Komma geschrieben werden:

Er drohte(,) den Wagen in die Schlucht zu stürzen.
Bub drohte(,) die ganze Wurst aufzuessen.
Sie drohten(,) die Kommaregeln zu bündeln und rituell zu verbrennen.

Die Kommaregeln können manchmal fast bedrohlich kompliziert sein. Wenn man sich aber nicht verkrampft und davon ausgeht, dass wir (fast) alle immer wieder gegen die eine oder andere Kommaregel verstoßen, muss man weder an ihnen verzweifeln noch sie alle über Bord werfen oder, wie oben unter Verwendung des Vollverbs gedroht wird, bündeln und rituell verbrennen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Der nützliche Strichpunkt

Der Strichpunkt wird manchmal als schlaffes Satzzeichen für Unentschlossene bezeichnet. Man überlegt sich, was man sagen will, und setzt dann entweder einen Punkt oder ein Komma. Das ist die Meinung der „Entschlossenen“. Ich bin damit nicht einverstanden. Manchmal kann es stilistisch wünschenswert sein, deutlicher zu trennen, als nur mit einem Komma, aber doch keine so strenge Trennung zwischen zwei Gedanken zu setzen, wie ein Schlusspunkt sie darstellt. Das sind allerdings stilistische Fragen. Hier geht es um einen ganz praktischen Aspekt, bei dem der Strichpunkt gute Dienste leisten kann:

Frage

Aufzählungen und Einschübe werden durch Kommas getrennt. Was mache ich aber, wenn beides gleichzeitig auftritt, zum Beispiel bei der Nennung von Firmen und deren Standorte (… Daimler AG, Stuttgart, BMW AG, München, VW AG, Wolfsburg, …)?

Antwort

Sehr geehrter Herr M.,

komplexere Aufzählungen kann man mit Hilfe des Strichpunktes oder – mit einem schönen Fremdwort ausgedrückt – mit Hilfe des Semikolons übersichtlicher gliedern. In Ihrem Beispiel sieht das wie folgt aus:

Daimler AG, Stuttgart; BMW AG, München; VW AG, Wolfsburg; …

Andere Beispiele sind:

Abfahrtszeiten: Saarbrücken Hbf 11:33; Saarbrücken-Burbach 11:36; Luisenthal (Saar) 11:39; Völklingen 11:42; Saarlouis Hbf 11:53; Dillingen (Saar) 11:56;  Merzig (Saar) 12:06; Trier Hbf 13:00

Serviert werden belegte Brötchen, Kuchen, Früchte; Kaffee, Tee und Orangensaft.

Wenn man diese beiden Beispiele kombiniert, müsste eine Reise von Saarbrücken nach Trier mit oder ohne Strichpunkte ganz angenehm werden. Weitere Angaben zum Strichpunkt finden Sie hier.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Fragezeichen nach indirekten Fragen?

Fragezeichen machen ihrem Namen manchmal alle Ehre, indem sie zu Fragen Anlass geben:

Frage

Bei indirekten Fragen setzt man normalerweise am Ende einen Punkt. Zum Beispiel:

Ich möchte wissen, ob er kommt.
Sie fragt ihn, wann er komme.

Setzt man auch einen Punkt bei:

Wissen Sie, ob er kommt
Können Sie mir sagen, wann er kommt

Oder setzt man doch besser ein Fragezeichen?

Antwort

Guten Tag M.,

Sie müssen hier ein Fragezeichen setzen:

Wissen Sie, ob er kommt?
Können Sie mir sagen, wann er kommt?

Das liegt daran, dass der Hauptsatz, von dem die indirekte Frage abhängig ist, eine Frage ist. Man sieht das gut, wenn man die indirekte Frage ob/wann er kommt im Gesamtsatz durch das ersetzt:

Ich möchte das wissen.

Wissen Sie das?
Können Sie mir das sagen?

Das Fragezeichen in Ihren beiden Beispielen gehört also nicht zur indirekten Frage, sondern zum Gesamtsatz. Wenn der Gesamtsatz eine Aufforderung ist, endet er entsprechend mit einem Ausrufezeichen:

Frag ihn endlich, wann er kommt!

Und wie Ihre Beispiele ganz am Anfang zeigen, setzt man am Schluss einen Punkt, wenn der Gesamtsatz ein Aussagesatz ist:

Ich möchte wissen, ob er kommt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp