Noch einmal das Komma vor „und“

Im Prinzip wäre es ja ganz einfach: Vor und steht kein Komma. Natürlich geht es auch hier nicht ohne Ausnahmen, die ich in einem früheren Eintrag schon einmal erwähnt habe. Hier folgt noch ein solcher Spezialfall: 

Frage

Wie lauten hier die Kommaregeln? Gibt es eine einfache Faustregel? Ich bin etwas irritiert. Zum Beispiel:

Wenn du es zeichnest ist es rund, und wenn du es schreibst ist es gerade.
Wenn du es zeichnest, ist es rund und wenn du es schreibst, ist es gerade.
Wenn du es zeichnest, ist es rund, und wenn du es schreibst, ist es gerade.

Was ist richtig? Können Sie mir weiterhelfen?

Antwort

Sehr geehrter Herr S.,

in Ihrem Satz würde ich den dritten Vorschlag wählen und die Kommas wie folgt setzen:

Wenn du es zeichnest, ist es rund, und wenn du es schreibst, ist es gerade.

Das und verbindet hier zwei selbstständige Satzgefüge:

Wenn du es zeichnest, ist es rund
und
wenn du es schreibst, ist es gerade

In einem solchen Fall ist das Komma vor und im Prinzip fakultativ (es verbindet zwei gleichrangige selbstständige Sätze, vgl. hier). Wenn der zweite Satz aber ein Satzgefüge ist, das mit einem Nebensatz beginnt, ist es zu empfehlen, zur Verdeutlichung der Satzstruktur ein Komma zu verwenden.

Hier noch ein paar Beispiele:

Die Tür war aus Holz gefertigt, und wenn er sie öffnete, knarrte sie.
Sie diskutierten bis tief in die Nacht, und weil sie ein paar Gläser Wein getrunken hatte, nahm sie ein Taxi nach Hause.
Wir speisten darauf beim Gouverneur, und nachdem wir von ihm Abschied genommen hatten, gingen wir auf das Schiff zurück.
Zu guter Letzt bekam der brave Geselle Hans seine Appolonia zur Frau, und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

Bei Unsicherheit wäre es natürlich am einfachsten, solche Formulierungen zu vermeiden. Doch so sehr sollte man sich nicht durch eine Komma-Unsicherheit einschüchtern lassen, und wenn man es einmal weiß, ist es ja gar nicht so kompliziert.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Wohin soll das Komma bei »einige Monate nachdem«

Frage

Wohin soll das Komma? Wir sind ratlos.

Er starb, einige Monate nachdem dieses Foto 1901 gemacht worden war?

Antwort

Sehr geehrter Herr D.,

das Komma ist richtig gesetzt. Im Prinzip steht das Komma vor der Nebensatzeinleitung nachdem:

Er starb, nachdem dieses Foto gemacht worden war.

Es kommt aber häufiger vor, dass nachdem Teil einer Verbindung ist, die als eine Einheit erfahren wird. Das Komma steht dann vor der ganzen Fügung und nicht vor nachdem. Zum Beispiel:

Er starb, kurz nachdem dieses Foto gemacht worden war.
Er starb, einen Tag nachdem dieses Foto gemacht worden war.

Ebenso:

Er starb, einige Monate nachdem dieses Foto gemacht worden war.

Ich gebe zu, dass dies nicht das „intuitivste“ aller jemals gesetzten Kommas ist, aber Alternativen wären kein Komma oder ein Komma nach einige Monate. Kein Komma ist orthografisch nicht möglich, weil wir dann einen Nebensatz hätten, der nicht durch ein Komma abgetrennt wird:

Nicht: Er starb einige Monate nachdem dieses Foto gemacht worden war.

Setzt man das Komma nach einige Monate, ergibt das einen langen Sterbensprozess, weil man dann annehmen müsste, dass er einige Monate (wie lange?) starb, nachdem das Foto 1901 gemacht worden war.

Nicht: Er starb einige Monate, nachdem dieses Foto gemacht worden war.
Vgl.: Er lebte nur noch einige Monate, nachdem dieses Foto gemacht worden war.

Und weil die ganze Fügung als eine Einheit aufgefasst wird, stehen auch nicht zwei Kommas:

Nicht: Er starb, kurz, nachdem das Foto gemacht worden war.
Nicht: Er starb, einige Monate, nachdem das Foto gemacht worden war.

Weitere Beispiele:

Ich habe dir um 10 Uhr geantwortet, also gleich nachdem ich deine E-Mail erhalten habe.
Sie bezahlte die Rechnung, kurz bevor der Gerichtsvollzieher kam.
Schon viele Jahre bevor Bio zum Trend wurde, begann sie die Produkte der Bio-Bauern zu vermarkten.

Siehe auch hier und hier.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Kommalos: weg von – hin zu; von – über – bis hin zu

Frage

Würden Sie im Fall der Wendung „ein Trend weg von … hin zu …“ vor „hin zu“ ein Komma setzen?

Antwort

Sehr geehrter Herr F.,

bei weg von … hin zu … steht kein Komma. Es steht darum kein Komma, weil es keine Regel gibt, die eines vorschreiben würde. Bei Angaben dieser Art werden in der Regel* keine Kommas gesetzt, auch wenn die Präposition wie hier erweitert ist:

ein Trend von großen Einrichtungen zu kleineren Einheiten
ein Trend weg von großen Einrichtungen hin zu kleineren Einheiten
ein Trend so weit wie möglich weg von großen Einrichtungen bis ganz hin zu kleineren Einheiten.

Das gilt auch zum Beispiel für Fälle wie diese:

Die A7 führt von der dänischen Grenze bis zur österreichischen Grenze.
Die A7 führt von ganz „oben“ an der dänischen Grenze bis ganz „unten“ zur österreichischen Grenze.

Der Nebel stieg aus dem Tal zu den höchsten Gipfeln.
Der Nebel stieg tief unten aus dem Tal weit hinauf zu den höchsten Gipfeln.

Von Büchern und E-Books über Musik und DVDs bis hin zu Spielwaren und Geschenkartikeln bieten wir unseren Kunden ein umfangreiches Sortiment an.

Auch wenn hier in der freien Sprachwelt die Kommas nur so sprießen: Es geht gut ohne.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

*Mit einer Präposition eingeleitete Wortgruppen können durch Kommas abgetrennt werden, um sie als Einschub oder Nachtrag zu kennzeichnen. Siehe hier. Diese Möglichkeit ist aber nicht für Fälle wie diese gedacht. Sie sollte nur für echte Einschübe und Nachträge verwendet werden.

Verschlungene Sätze ohne Kommas

Frage

Können Sie mir erklären, warum im Satz

Der Fahrer hatte vergessen, die Ausweise mitzunehmen

ein Komma gesetzt wird, im Satz

Der Fahrer hatte die Ausweise mitzunehmen vergessen

jedoch keines?

Antwort

Sehr geehrte Frau H.,

im ersten Satz kann ein Komma stehen. Man kann eine Infinitivgruppe durch Kommas abtrennen, um die Gliederung des Satzes zu verdeutlichen (siehe hier). Ihr Satz ist aber auch ohne Komma korrekt geschrieben:

Der Fahrer hatte vergessen, die Ausweise mitzunehmen.
Der Fahrer hatte vergessen die Ausweise mitzunehmen.

Eine Infinitivgruppe wird nicht durch Kommas abgetrennt, wenn sie eng in den übergeordneten Satz eingebettet ist. Das ist bei Ihrem zweiten Beispiel der Fall. Der übergeordnete Satz ist hier Der Fahrer hatte vergessen:

Der Fahrer hatte die Ausweise zu kontrollieren vergessen

Ebenso zum Beispiel:

Sie hatte versprochen(,) früher zu kommen.
Sie hatte früher zu kommen versprochen.

… weil er nicht immer vermag(,) alle zu überzeugen.
weil er nicht immer alle zu überzeugen vermag.

Auch dann, wenn die Infinitivgruppe den übergeordneten Satz umschließt, werden keine Kommas gesetzt:

Wir verlangen(,) für unsere Arbeit angemessen bezahlt zu werden.
Für unsere Arbeit verlangen wir angemessen bezahlt zu werden.

Ich versuche(,) Ihre Kommafrage verständlich zu beantworten.
Ihre Kommafrage versuche ich verständlich zu beantworten.

Und mit einer noch engeren Verschlingung von Hauptsatz und Infinitivgruppe:

Ich habe versucht(,) Ihre Kommafrage zu beantworten.
Ihre Kommafrage habe ich zu beantworten versucht.

Ich hoffe, dass das auch einigermaßen gelungen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Versucht [Komma] durchzuhalten!

Frage

Ich streite mich gerade mit einer Freundin über ein Komma. Streitpunkt ist folgender Satz: „Versucht, durchzuhalten!“ Ich behaupte, das Komma gehört da nicht hin. Sie behauptet, das sei ein „Kann-Komma“.

Antwort

Guten Tag E.,

es handelt sich hier tatsächlich um ein „Kann-Komma“. Eine Infinitivgruppe kann in vielen Fällen durch ein Komma abgetrennt werden. Mit oder ohne Komma richtig ist zum Beispiel:

Versucht, den Kampf durchzuhalten!
Versucht den Kampf durchzuhalten!

Dies gilt auch dann, wenn der übergeordnete Satz nur aus einer einzigen Verbform besteht und der Infinitiv allein steht:

Versucht, zu gewinnen!
Versucht zu gewinnen!

Und damit sind wir bei Ihrem Fall, der übrigens viele verunsichert. Das Komma kann selbst dann stehen, wenn das zu im Verb integriert ist:

Versucht, durchzuhalten!
Versucht durchzuhalten!

Manchmal ist es sogar sehr zu empfehlen, ein Komma zu verwenden, dann nämlich, wenn es verdeutlichen kann, was genau gemeint ist.

Versucht, so lange wie möglich durchzuhalten.
Versucht so lange wie möglich, durchzuhalten.

Siehe auch hier. Und weil es so schön ist, gleich noch ein paar Beispiele:

Ich bin dafür[,] mitzumachen.
Hör auf[,] herumzurennen!
Es ist nicht immer einfach[,] aufzugeben.
Ihre Gegner fürchteten[,] zu verlieren.

Ihre Freundin hat also recht. Als schwacher „Trost“ kann höchstens dienen, dass ich persönlich in Ihrem Beispiel die Schreibung ohne Komma vorziehen würde.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Hier steht ein Komma, oder?

Frage

Auf der Suche nach verständlich erklärten Kommaregeln habe ich die Seite von Canoonet gefunden – und bin begeistert! Alle Regeln auf einen Blick. Eine Frage habe ich aber trotzdem. Die Regeln zum Thema „Komma vor und/oder“ verstehe ich nun ganz gut. Wie ist es aber, wenn am Ende eines Satzes ein „oder“ steht, also das Gesagte in Zweifel gezogen wird – steht dann ein Komma vor dem „oder“?

Du kommst doch morgen(,) oder?

Antwort

Sehr geehrte Frau S.,

dieses eher umgangssprachliche „oder“ ist eine Art nachgestellte Stellungnahme. Sie sollte durch ein Komma abgetrennt werden:

Du kommst doch morgen, oder?

Dies gilt auch für andere mehr oder weniger umgangssprachliche oder standardsprachliche Vergewisserungsfragen u. Ä.:

Du benimmst dich anständig, gell(e)!
Sie bleiben hier, ja?
Das war schön, nicht?
Herr Boulanger war schon einmal hier, nicht wahr?
Sie hat dir bestimmt geholfen, oder etwa nicht?

Es wäre schön, wenn es immer so einfach wäre, nicht wahr?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Ob man hier Kommas setzen muss, ist, was Sie mich fragen

Alles ist im Wandel, der Winter macht langsam dem Frühling Platz, nur die Kommafragen bleiben …

Frage

Müssen Subjektsätze immer durch Komma vom Hauptsatz getrennt werden? Ich stolpere gerade über die folgende Liedzeile:

Was du gibst ist was du kriegst.

Trenne ich die beiden Subjekte vom finiten Verb des Hauptsatzes ab, kommt es mir richtig, aber unschön vor, weil die Kommas den Satz eher zergliedern, statt ihn zu strukturieren:

Was du gibst, ist, was du kriegst.

Antwort

Sehr geehrter Herr T.,

nach der allgemeinen Regel werden Nebensätze durch Kommas abgetrennt. Wenn Sie wie hier ein Satzgefüge mit einem Subjektsatz und einem Prädikativsatz formulieren, müssen Sie also tatsächlich beide Nebensätze mit Kommas abtrennen:

Was du gibst, ist, was du kriegst.
Ob ihr mitkommt, ist, was ich wissen will.
Dass man dich lobt, heißt, dass du es gut gemacht hast.
Was du gesagt hast, bleibt, was du gesagt hast.

Ob man die Kommas nun nützlich oder unschön findet, nach der Rechtschreibregelung müssen sie stehen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Nur[,] solange der Vorrat reicht

Das Komma ist eindeutig Ihr Lieblingssorgenkind. Heute gibt es gleich wieder eine Kommafrage, aber nur eine ganz kurze.

Frage

Die Frage taucht immer wieder auf:

Nur, solange der Vorrat reicht.
Nur solange der Vorrat reicht.

Wie würden Sie sich entscheiden? Ist beides möglich?

Antwort

Sehr geehrte Frau H.,

es gibt meiner Meinung nach Argumente für beides. Je nachdem, wie man diese verkürzte Wendung ergänzt, kann sie mit oder ohne Komma stehen:

Das Angebot gilt nur, solange der Vorrat reicht.
→ Nur, solange der Vorrat reicht.

Das Angebot gilt, aber nur solange der Vorrat reicht.
→ Nur solange der Vorrat reicht.

Das Komma nach nur entspricht einer kurzen Pause in der gesprochenen Sprache. Üblicher ist die Schreibung ohne Komma.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Das Komma vor „dass“

Frage

Vor „dass“ steht immer ein Komma. Gibt es Ausnahmen zu dieser Regel?

Regeln sind gut, abgesehen davon (Komma?) dass es viele Ausnahmen gibt.

Antwort

Sehr geehrte Frau H.,

mit dass werden Nebensätze eingeleitet und entsprechend steht meistens ein Komma vor ihm. „Meistens“ ist nicht immer: Bei Aufzählungen kann dass ganz „kommalos“ sein, und bei mehrteiligen Nebensatzeinleitungen kann das Komma nicht unmittelbar vor dass, sondern vor dem ersten Teil der Einleitung stehen.

Kein Komma steht, wenn der mit dass eingeleitete Nebensatz nach z. B. und oder oder steht und Teil einer gleichrangigen Aufzählung ist:

Ich hoffe, dass es euch gefallen hat und dass ihr uns bald wieder einmal besucht.
Ich glaube, dass er gar nicht kommt oder dass er viel zu spät sein wird.
Das kann bedeuten, dass sie sich entweder tatsächlich nicht mehr erinnert oder dass sie lügt.

Siehe auch hier.

Wenn dass Teil einer mehrteiligen Nebensatzeinleitung ist, steht unmittelbar vor ihm häufig kein Komma. Zum Beispiel:

Das ist zu schön, als dass es wahr sein könnte.
Sie hat nichts gesagt, außer dass sie kurz weggehe.
Anstatt dass ihr nur zuschaut, könntet ihr uns auch helfen!
Sie haben mir alles erzählt, auch dass du mitgegangen bist.
Er war zufrieden, nur dass es nichts zu essen gab, hat ihn gestört.

Siehe auch hier.

Manchmal kann zwischen die Teile einer mehrteiligen Einleitung ein Komma gesetzt werden:

Angenommen[,] dass alles gutgeht, wie lange wird es dann dauern?
Etwas wusste ich damals noch nicht, nämlich[,] dass er verheiratet war.
Du kennst den Titel ihres Buches nicht, geschweige[,] dass du es gelesen hat.

Siehe auch hier.

Hiermit sind wir endlich bei Ihrem Beispiel. Hier sollte vor dass ein Komma stehen, weil der Nebensatz durch davon angekündigt wird und sozusagen zweimal im Satz erscheint:

Regeln sind gut, abgesehen davon, dass es schwierige Ausnahmen gibt.

Und zum letzen Mal für heute: Siehe auch hier.

In diesem Bereich ist es tatsächlich sehr schwierig, einfache Regeln zu formulieren!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Der standhafte Abkürzungspunkt

Es geht hier nicht darum, welche Abkürzungen mit einem Punkt geschrieben werden und welche nicht. Das ist ein Kapitel für sich. Es geht vielmehr darum, wie der Abkürzungspunkt sich verhält, wenn andere Satzzeichen folgen. So viel sei schon vorweggenommen: Er ist sehr standhaft.

Frage

Behalte ich den Abkürzungspunkt bei, wenn danach ein Doppelpunkt folgt? Zum Beispiel folgender Fall

Bsp.:
Kontonr.:

Antwort

Sehr geehrter Herr W.,

der Abkürzungspunkt wird auch vor einem Doppelpunkt geschrieben:

Bsp.: …
Kontonr.: 123456

Der Abkürzungspunkt und der Punkt bei Ordnungszahlen werden immer geschrieben, also auch vor Komma, Fragezeichen, Ausrufezeichen, Doppelpunkt, Strichpunkt, Gedankenstrich, Klammern, Anführungszeichen und Auslassungszeichen. Nur mit dem Schlusspunkt am Satzende verschmilzt er.

Komma:
Aufgerufen wurde Frau A., die sich als Zeugin gemeldet hatte.

Fragezeichen:
Wie hieß die erste Frau Heinrichs VIII.?

Ausrufezeichen:
Alles ist o. k.!

Doppelpunkt:
Telefonnr.: +49 123 123456

Strichpunkt:
Konzertdaten: München 29. 5., 30. 5.; Augsburg 31. 5.; Freiburg 5. 6.; Basel 6. 6.

Gedankenstrich:
Sie hatten auch die ganze Familie – Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Cousins, Cousinen usw. – zu ihrem großen Fest eingeladen.

Klammern:
Viele Lebensmittel (z. B. Brot, Milch, Teigwaren, Reis usw.) waren kaum mehr erhältlich.
Eine wichtige Herrscherin war auch Katharina die Große (Katharina II.).

Anführungszeichen:
„Die Bewerberin ist Dr. med.“, schrieb sie auf den Briefumschlag.
Sagte er wirklich: „Abgabetermin ist der 31.“?

Auslassungszeichen:
Sie nannte sich nur Frau P. …

Wie man sieht, ist der Abkürzungspunkt sehr standhaft. Man schreibt ihn fast immer, also auch vor einem Komma, einem Doppelpunkt, einem Ausrufe- oder Fragezeichen usw. Nur wenn ihm unmittelbar ein Satzschlusspunkt folgt, verschmilzt er mit diesem (wie soeben bei usw.).

Schlusspunkt:
Sie kommen am 15. Dann muss alles bereit sein.
Der Verdacht fiel auf Holger K. Einige Zeugen meinten, ihn am Tatort gesehen zu haben.
Ich beschäftige mich nicht mit Fernsehen, Games, sozialen Medien usw. Dafür habe ich keine Zeit.

Wer die Standhaftigkeit des Abkürzungspunktes nicht in dieser Weise gefährdet sehen möchte, kann auch einfach sagen, dass der Schlusspunkt nach einem Abkürzungspunkt wegfällt. Wenn man es so sieht, bleibt der Abkürzungspunkt IMMER stehen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp