Es ist wahrscheinlich möglich, einen Kontext zu finden, in dem das Verb weglassen reflexiv verwendet wird, aber darum geht es hier nicht. Vielmehr fragt Herr D., ob man wiederholtes sich weglassen kann.
Frage
Können Wiederholungen von sich ausgelassen werden? Fantasiebeispiel:
…, sodass sie sich versammelten, (sich) manche darüber wunderten und einige (sich) auf den Weg machten
Antwort
Guten Tag Herr D.,
wiederholtes sich kann manchmal weggelassen werden:
Wackelaugen, die sich öffnen und schließen
Sie freute und ärgerte sich gleichzeitig
Sie versammelten und wunderten sich
Das ist aber nicht immer der Fall. Das Reflexivpronomen sich kann unter anderem dann nicht weggelassen werden, wenn es sich – anders als in den Beispielen oben – nicht auf dasselbe Subjekt bezieht.
In Satz a) bezieht sich sich immer auf dasselbe Subjekt, nämlich sie. Es kann dann zusammen mit dem Subjekt eingespart werden:
a) … sodass sie sich versammelten, _ darüber wunderten und _ auf den Weg machten
In Ihrem Beispiel bezieht sich sich auf verschiedene Subjekte, nämlich sie, manche und einige. Dann kann es nicht weggelassen werden:
b) … sodass sie sich versammelten, sich manche darüber wunderten und einige sich auf den Weg machten
Damit man den Unterschied auch richtig gut sieht, hier noch zwei einfachere (nicht unbedingt genderneutrale) Beispiele, in denen sich zusammen mit dem Subjekt ausgelassen werden kann:
Er wäscht und rasiert sich jeden Morgen
Sie wäscht und schminkt sich jeden Morgen
Aber nur mit Wiederholung von sich, wenn das Reflexivpronomen sich auf unterschiedliche Subjekte bezieht:
Er rasiert sich und sie schminkt sich jeden Morgen.
nicht: *Er rasiert und sie schminkt sich jeden Morgen.
Schlussfolgerung: Nicht immer lässt sich sich weglassen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp
