Laufen wie die Hasen

Frage eines Canoonet-Benutzers:

Ich hab mal eine ganz einfache Frage: Es geht um folgende Schreibweisen bzw. die Setzung des Kommas.

Sie laufen wie die Hasen.

In diesem Fall gibt es kein Komma bzw. es fällt weg. Es gibt auch folgende Schreibeweisen:

Sie sind gelaufen, wie die Hasen.
Sie sind wie die Hasen gelaufen.

Kann der erste Satz auch ohne Komma geschrieben werden (Sie sind gelaufen wie die Hasen)? Aber „wie die Hasen“ kann dann nicht an letzter Stelle stehen, weil das Verb die letzte Position (wie bei Satz 2) einnehmen muss, oder?

Antwort:

Sehr geehrter Herr K.,

wenn jemand sagt, es sei nur eine ganz einfache Frage, werde ich beinahe ein bisschen nervös. Die Antwort auf „einfache“ Sprachfragen ist nämlich oft ziemlich kompliziert. Zum Glück ist dies dank unserer Grammatikseiten bei dieser Frage weniger der Fall.

Richtig ist nur die Schreibweise ohne Komma:

Sie laufen wie die Hasen.
Sie sind wie die Hasen gelaufen.
Sie sind gelaufen wie die Hasen.

Bei Vergleichen mit „als“ und „wie“ steht nur dann ein Komma, wenn „als“ oder „wie“ einen Nebensatz einleiten. Siehe Rechtschreibregel.

Im dritten Beispielsatz steht „wie die Hasen“ am Schluss des Satzes, obwohl nach einer Grundregel der deutschen Satzstellung das Partizip „gelaufen“ den Satz abschließen müsste. Eine solche Satzstellung ist aber dennoch korrekt. Mit „als“ oder „wie“ eingeleitete Satzteile stehen in Vergleichssätzen sehr oft an letzter Stelle. Siehe hierzu:

Vergleiche mit „als“ und „wie“ im Nachfeld
und allgemeiner:
Die Besetzung des Nachfeldes.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Case information with prepositions and verbs

Herr S. fragt, ob Canoonet nicht auch Informationen dazu angeben könnte, mit welchem Fall Präpositionen und Verben stehen.

Antwort:

Dear Mr. S,

we appreciate your interest in our language services and we thank you for the suggestion to add case information to prepositions and verbs.

The first type of information is already available on Canoonet. E.g.

Search for „gemäß“.

In the hitlist, under the header „Grammar“, you will see the following link:
„Preposition: Prepositions with dative“. See:
http://www.canoonet.eu/services/Controller?input=gem%E4%DF&MenuId=Search&service=canooNet〈=en

It leads you to this page where you find all the information on the case governed by „gemäß“ and other prepositions.

We have not integrated case information in the inflection view of individual prepositions because it requires usually more than a simple indication of one case.

Case information on verbs would certainly be very helpful, too. We intend to offer this information. Unfortunately, we will not be able to do so in the near future because our database contains about 17.500 verbs, most of which govern more than only one case or combination of cases.

Kind regards,

Dr. Bopp

Wortstellung „es dir“ oder „dir es“?

Herr K. fragt:

Sehr geehrten Damen und Herren,

ich hätte nur eine kurze Frage zur Satzstellung. Ich habe folgende Sätze:

Ich habe es dir gestern gesagt.
Ich habe dir es gestern gesagt.

oder

Ich habe dir den Satz gestern gesagt.
Ich habe den Satz dir gestern gesagt.

Können die Wortstellung in beiden Sätzen verwendet werden oder ist jeweils der zweite Satz nicht möglich?

Ich hoffe, sie können mir eine kurze Antwort geben.

Besten Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort:

Sehr geehrter Herr K.,

Um die Antwort auf Ihre Frage gleich vorwegzunehmen:

A)
Ich habe es dir gestern gesagt. = richtig
Ich habe dir es gestern gesagt. = falsch oder sehr unüblich

B)
Ich habe dir den Satz gestern gesagt. = richtig
Ich habe den Satz dir gestern gesagt. = richtig, aber üblicherweise nur dann, wenn „dir“ betont wird und hervorgehoben werden soll. Also: Ich habe den Satz DIR (und nicht jemand anderem) gestern gesagt.

Die Wortstellung ist im Deutschen relativ frei und gleichzeitig sehr komplex, da sie von verschiedenen einander beeinflussenden und zum Teil widersprechenden Kriterien abhängig ist. Es würde zu weit führen, an dieser Stelle all diese Kriterien für ihre Beispielsätze zu erläutern. Falls Sie daran interessiert sind, verweisen wir Sie auf die folgenden Stellen in unserer Online-Grammatik:

Zu A): Die Stellung der Objekte im Mittelfeld, Dativobjekt und Akkusativobjekt, dort Abschnitt „Objekte = Pronomen“.

Zu B): Pronomen vor Nomen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr.  Bopp

Reihenfolge der Kasus

Frage

Bei Ihnen sind die Fälle in der Reihenfolge Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv sortiert. Aus dem Latein- und Englisch- und Russischunterricht kenne ich die Sortierung Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, (Ablativ/Instrumental) Ist das erste die internationale und das zweite die deutsche Art der Sortierung?

Antwort:

Sehr geehrter Herr K.,

Die Reihenfolge Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ (NGDA) entspricht der klassischen, auf dem Lateinischen basierenden Grammatiktradition. Die Reihenfolge Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv (NADG) wird häufig in neueren Lehrwerken für die deutsche Sprache sowohl für Deutsch- als auch für Fremdsprachige verwendet. Das hat u. a. damit zu tun, dass neuere Erkenntnisse zeigen, dass es lerntechnisch sinnvoll ist, gleiche Formen nebeneinander darzustellen. Da im Deutschen die Formen des Nominativs und des Akkusativs sehr oft gleich lauten, werden sie nebeneinander aufgezeigt. Die am häufigsten davon abweichende Form, der Genitiv, wird dementsprechend als letzte genannt. In unseren Tabellen und Darstellungen haben wir diese neuere Darstellungsweise (NADG) der klassischen (NGDA) vorgezogen, vor allem weil sie der Darstellungsweise in moderneren Lehrmethoden entspricht. In Listen und Tabellen wird übrigens nun auch in der Duden-Grammatik 2005 die Reihenfolge NADG verwendet.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp