Valentinstagsrätsel

Es geht hier weder um die Liebe noch um den Kommerz, sondern einfach um die Wortbildung.

Frage

Mein örtliches Anzeigenblättchen titelte links oben: „Valentinstagsrätsel“. Das klingt furchtbar, aber ist es auch falsch? Das ist gerade mein Rätsel …

Antwort

Sehr geehrter Herr K.,

das Wort Valentinstagsrätsel mag mit seinen beiden Fugen-s nicht allzu melodiös klingen, aber es ist korrekt gebildet. Wenn Zusammensetzungen mit dem Wort Tag an zweiter Stelle in einer weiteren Zusammensetzung an erster Stelle stehen, verwendet man in der Regel ein Fugen-s:

Sonntagsruhe
Bundestagswahl
Reichstagsabgeordneter
Gründonnerstagsliturgie
Geburtstagsüberraschung
Reformationstagsfeier

In den angelsächsischen Ländern ging es, soweit ich weiß, beim Valentinstag eigentlich um (anonyme) Valentinstagskarten. Heutzutage wird man auch bei uns „multimedial“ dazu aufgefordert, mindestens ein persönliches Valentinstagsgeschenk zu überreichen. Ein speziell auf den Valentinstag zugeschnittenes Rätsel ist also auf der Ebene der Wortbildung entsprechend ein Valentinstagsrätsel. Ebenfalls üblich sind allerdings die Bezeichnungen Valentinskarte und Valentinsgeschenk. Im Titel hätte also auch der kürzere Begriff Valentinsrätsel stehen können.

Valentinstagsrätsel ist vielleicht nicht die schönste aller Wortschöpfungen. Es ist aber immerhin ganz erfreulich, dass Ihr Anzeigenblatt nicht der um sich greifenden „Bindestrichmanie“ erlegen ist (Valentinstags-Rätsel) oder die Rechtschreibregeln gänzlich hinter sich lassend Valentinstags Rätsel oder gar Valentinstag’s Rätsel geschrieben hat.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Der Plural und die Fugenelemente

Frage

Ich habe eine Frage zur Bildung von Nomenkomposita. Ist die Verwendung von Fugenelementen bei der Zusammensetzung zweier Nomen eine „Kann“-Regel oder gibt es klare Regeln? Beispiele:

Dokumentart oder Dokumentenart
Hausreihe oder Häuserreihe

In beiden Begriffen macht meines Erachtens im ersten Nomen nur der Plural einen Sinn. Sind beide Schreibweisen erlaubt oder gibt es Richtlinien?

Antwort

Sehr geehrter Herr T.,

die Fugenelemente bei der Wortzusammensetzung sind ein sehr komplexes Thema. Es gibt ein paar feste Regeln und sonst nur mehr oder weniger starke Tendenzen. Richtig ist, was üblich ist. Deshalb steht auf der zitierten Seite kann.

Zuerst zwei Beispiele für feste Regeln:

  • Nach Substantiven mit der Endungen -heit, -keit, -ling, -schaft, -ung, -ion, -ität muss immer das Fugenelement s stehen. Zum Beispiel:

Einheitswurst, Unabhängigkeitsbewegung, Lehrlingswesen, Eigenschaftswort, änderungswürdig, Munitionsdepot, Universitätsgebäude

  • Nach Substantiven, die den Genitiv und den Plural mit der Endung en bilden, muss das Fugenelement en stehen. Zum Beispiel:

Artisteneingang, Menschenleben, Pilotenbrille, bärenstark, Affenschwanz

In vielen anderen Fällen, kann ein Fugenelement stehen. Sehen Sie dazu die Seite über die Fugenelemente und von dort aus die einzelnen Fugenelemente.

Die Fugenelemente entsprachen ursprünglich meist Flexionsendungen (Plural, Genitiv). Sie haben diese Funktion aber zu einem großen Teil verloren. Ob man ein Fugenelement verwendet oder nicht, hat sehr oft nichts mit einem genitivischen oder pluralischen Charakter der Zusammensetzung zu tun. Zum Beispiel:

  • Ein Hundebiss wird nicht durch mehrere Hunde verursacht.
  • Eine Kinderhand gehört nur einem Kind.
  • Für Erdnussbutter braucht man viele Erdnüsse.
  • In einer Baumreihe steht mehr als ein Baum.

Wichtig ist oft nicht die Bedeutung, sondern die Form. Dabei spielen verschiedene Kriterien eine Rolle. Als Faustregel (die leider lange nicht immer funktioniert) kann gelten, dass man dann ein Fugenelement verwendet, wenn auch andere Zusammensetzungen mit dem gleichen Wort an erster Stelle ein Fugenelement haben. Zum Beispiel:

  1. Hund + Jäckchen = ?
  2. Hundebesitzer, Hundehütte, Hundeleben, Hundesteuer usw.
  3. Hund + Jäckchen = Hundejäckchen

Nun zu Ihren Beispielen:

Dokumentenart ist korrekt gebildet, denn mit Dokument gebildete Zusammensetzungen haben üblicherweise das Fugenelement en (vgl. Dokumentenmappe, Dokumentensammlung, dokumentenecht). Das Pluralargument wäre hier nur zum Teil überzeugend, denn der Plural von Dokument ist Dokumente, nicht Dokumenten. Weiter kommen auch Dokumentsammlung und Dokumentmappe häufiger vor, so dass Dokumentart nicht als falsch, sondern nur als weniger üblich bezeichnet werden sollte.

Sowohl Hausreihe als Häuserreihe sind korrekt gebildet. Zwar gibt Häuserreihe den Plural wieder (man braucht ja mehrere Häuser für eine Reihe), aber das oben stehende Beispiel Baumreihe (nicht Bäumereihe!) zeigt, dass es nicht notwendig ist, den Pluralaspekt in der Zusammensetzung auszudrücken. Es gibt jedoch viele Zusammensetzungen der Form Häuser-, in denen auch mehrere Häuser gemeint sind (Häuserblock, Häusermeer, Häuserschlucht u.a.). Dies ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass in diesem Fall Häuserreihe üblicher ist als Hausreihe.

Wie Sie sehen, sind die Fugenelemente ein wirklich sehr komplexes Thema – so komplex, dass Sie sich meistens besser auf Ihr Sprachgefühl als auf Regeln verlassen können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Fugen-s und Bindestrich im österreichischen Bahnverkehr

Frage

Was ist richtig:

….. ICE, die durch die ÖBB Personenverkehrs AG angemietet wurden oder
….. ICE, die durch die ÖBB Personenverkehr AG angemietet wurden

Hier kann oder muss man doch auch bei Personenverkehrs AG ein -s anfügen oder?

Antwort

Sehr geehrte Frau H.,

im Prinzip müsste man tatsächlich ÖBB-Personenverkehrs-AG oder ÖBB-Personenverkehrs-Aktiengesellschaft schreiben. In zusammengesetzten Wörtern steht nach Verkehr in der Regel ein Fugen-s: Verkehrsstau, Fremdenverkehrsamt, Luftverkehrsleiter usw. Man würde also auch Personenverkehrs-Aktiengesellschaft erwarten. Wenn aber Institutionen, Firmen usw. bei der Wahl ihres Namens von den allgemeinen Regeln abweichen wollen, dürfen sie das. Ein Blick ins Internet zeigt, dass die Firma sich selbst ÖBB-Personenverkehr AG nennt. Wenn man also über diesen Betrieb schreibt, sollte man dessen eigene Namenswahl respektieren.

Darüber hinaus kann man sagen, dass die Firma mit dem Weglassen eines Bindestrichs zwischen Personenverkehr und AG angibt, dass  AG nicht Teil des eigentlichen Namens ist. Damit meine ich etwas gar spitzfindig, dass die Firma ÖBB-Personenverkehr heißt und eine AG ist und nicht etwa den Namen ÖBB-Personenverkehr-AG trägt. Dann ist natürlich so ein Fugen-s nach Personenverkehr fehl am Platz, denn es handelt sich nicht um eine Zusammensetzung mit AG. Dass dann aber im Text auf der Webseite der Firma die ÖBB-Personenverkehr AG und nicht der ÖBB-Personenverkehr steht, spricht eigentlich wieder eher für eine Zusammensetzung mit einem Fugen-s.

Doch man darf, wie bereits gesagt, bei Eigennamen von den Regeln abweichen, ohne dass einem das gleich als Fehler angerechnet werden sollte. Bei Firmennamen mit AG und GmbH ist ohnehin nicht ganz klar, was die Grammatik und die Rechtschreibregeln nun genau vorschreiben. In diesem Fall ist es viel wichtiger, dass die Züge einigermaßen pünktlich fahren, ganz gleich ob der Betrieb nun ein Fugen-s hat oder nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Gelenkschmerzen oder Gelenksschmerzen?

Heute geht es wieder einmal um regionale Unterschiede, die es überall und in allen Bereichen der Sprache gibt. Diesmal ist weder die Rechtschreibung noch die Schweiz betroffen. Wir bleiben allerdings im Süden:

Frage

Wie schreibt man zusammengesetzte Wörter mit dem Wort Gelenk als Teil, wie z.B. Gelenk(s)arthroskopie, Gelenk(s)kapsel, Gelenk(s)kollaps, Gelenk(s)knorpel etc. – mit oder ohne Fugen-s? Ich bin aus Österreich. Kann es sein, dass es da Unterschiede zu Deutschland gibt?

Antwort

Sehr geehrte Frau R.,

Ihre Vermutung ist richtig. Im Allgemeinen werden Zusammensetzungen mit Gelenk an erster Stelle ohne Fugen-s gebildet:

Gelenkentzündung
Gelenkkapsel
Gelenkschmerzen
usw.

In Österreich sind aber auch die Formen mit Fugen-s üblich:

Gelenksentzündung
Gelenkskapsel
Gelenksschmerzen
usw.

Die letzten Worte richten sich an eingefleischte Teutonen: Die Formen mit Fugen-s sind in Österreich nicht nur üblich, sondern auch korrekt! Regionale Unterschiede gibt es eben auch im Bereich der Wortbildung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Praxisgebühr(en)befreiung

Frage

Wie heißt es richtig: Praxisgebührenbefreiung oder Praxisgebührbefreiung?

Sind folgende Ausdrücke akzeptabel?

Der Patient ist praxisgebührenbefreit bis…
Der Patient ist praxisgebührbefreit bis…

Antwort

Sehr geehrte Frau G.,

beide Begriffe kommen vor und beide Wörter sind korrekt nach den deutschen Wortbildungsregeln gebildet. Praxisgebührbefreiung ohne en scheint allerdings üblicher zu sein.

Wenn Sie diese Variante wählen, können Sie entsprechend auch praxisgebührbefreit bilden. Diesen Ausdruck finde ich aber stilistisch so unschön, dass ich Ihnen dringend eine andere Formulierung empfehlen möchte:

Der Patient ist bis … von der Praxisgebühr befreit.

Oder, wenn es in eine Tabelle o. Ä. passen muss:

Der Patient ist von der Praxigebühr befreit bis: …

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Das Praktikumszeugnis, das Korrekturprogramm und das Fugen-s

Frage

Bei einer Bewerbung hat mein Word-Rechtschreibprogramm mir das Wort Praktikumszeugnis in Praktikumzeugnis korrigiert. Auf allen Zeugnissen, die ich aus Praktika erhalten habe, steht aber Praktikumszeugnis. Was ist richtig?

Antwort

Sehr geehrter Herr M.,

das s ist ein sogenanntes Fugenelement. Es entsprach früher dem s des Genitivs. Zum Beispiel:

Essenszeit = Zeit des Essens
Gesprächsleitung = Leitung des Gesprächs

Diese Funktion hat es aber im Laufe der Sprachgeschichte verloren. So kann es zum Beispiel bei weiblichen Wörtern gar kein Genitiv-s sein, weil diese Wörter kein Genitiv-s haben:

Heiratsanzeige
Flüchtigkeitsfehler
Mitternachtsmahl

Im heutigen Deutschen gibt es einfach nur an, dass zwei Wörter zusammengesetzt sind. Nach bestimmten Endungen (z.B. -heit, -keit, -tum, -ion) MUSS es stehen. Bei anderen Gruppen von Wörtern KANN es stehen. Mehr Angaben dazu finden Sie auf dieser und dieser Grammatikseite.

Wenn man nun zweifelt und ein Wort – wie hier Praktikum(s)zeugnis – nicht im Wörterbuch steht, kann man die folgende grobe Faustregel anwenden: Schauen Sie bei anderen Zusammensetzungen mit dem gleichen Wort an erster Stelle nach, ob sie mit oder ohne Fugenelement gebildet werden, und machen Sie es dann gleich.

In unserem Wörterbuch stehen zwei zusammengesetzte Wörter mit Praktikum an erster Stelle:

Praktikumsplatz
Praktikumsstelle

Sie haben beide ein Fugen-s. Demnach heißt es also tatsächlich auch:

Praktikumszeugnis

Diese Methode funktioniert nicht zu hundert Prozent, sie ist aber im Allgemeinen eine gute Faustregel bei Unsicherheiten.

Man kann natürlich auch mit Hilfe von Webbrowsern das Internet absuchen. Diese Methode ist aber mit sehr großer Vorsicht zu genießen, da vor allem bei einer geringen Anzahl Fundstellen eine ganze Reihe von störenden Faktoren eine Rolle spielen kann. Hier ist die Bilanz aber sehr deutlich: über 40.000 Fundstellen für “Praktikumszeugnis” gegenüber nur etwas mehr als 400 für “Praktikumzeugnis”. Man kann also davon ausgehen, dass die Form Praktikumszeugnis eindeutig die im Deutschen übliche Form ist.

Am besten verlassen Sie sich in solchen Fällen ganz einfach auf Ihr Sprachgefühl und darauf, was Sie in Ihrer sprachlichen Umgebung als allgemein üblich wahrnehmen. Ein Rechtschreibprogramm erfüllt die Kontrolle der Fugenelemente nämlich oft nur (sehr) unvollständig.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Fugen-s und Bindestrich

Frage

Eine Frage zur Wortbildung mit Bindestrich: Ist es erlaubt, einen Bindestrich zu setzen, wenn der erste Wortteil ein Fugenelement enthält, oder fällt dieses dann weg?

Beispiel: Schaltvorgangs-Beschreibung oder Schaltvorgang-Beschreibung oder Schaltvorgangsbeschreibung?

Antwort

Sehr geehrte Frau M.,

stilistisch gesehen ist es meist nicht so schön, direkt nach einem Fugenelement einen Bindestrich zu schreiben. Schließlich gibt ja das Fugenelement schon an, wo die Trennstelle zwischen den beiden Wortteilen liegt. Am besten schreiben Sie also Schaltvorgangsbeschreibung. Meistens kann man nämlich seinen Lesern und Leserinnen problemlos viel längere Wörter zumuten, als man denkt.

Es ist aber nicht verboten, nach einem Fugenelement zur Verdeutlichung einen Bindestrich zu setzen. Manchmal muss sogar ein Bindestrich verwendet werden:

Festtags-Make-up
Installations-CD
Herren-WC
Fugen-s

Und bei einem Wortungetüm wie Hochgeschwindigkeits-Internetzugang ist ein Bindestrich zur Verdeutlichung sicher gerechtfertigt. Wenn Sie also „unbedingt“ die Struktur des zusammengesetzten Wortes verdeutlichen wollen, können Sie einen Bindestrich verwenden: Schaltvorgangs-Beschreibung.

Sehen Sie auch die entsprechende Rechtschreibseite.

Zu guter Letzt: Ein Fugenelement fällt vor einem Bindestrich nicht weg.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Zusammensetzungen mit E-Mail: Fugen-s und Bindestrich

Frage

Seit langem quält mich folgende Frage: Wie schreibt man das Wort Erinnerungsemail richtig? Dass man E-Mail heute E-Mail schreibt, ist inzwischen bekannt, dass aber nach einem Verbindungs-s kein Bindestrich folgt, auch.

Wie schreibe ich das nun also richtig?

Erinnerungs-E-Mail
Erinnerungse-Mail

Antwort

Sehr geehrte Frau H.,

Dir richtige Schreibweise ist Erinnerungs-E-Mail. In Wortzusammensetzungen, die ein Wort mit Bindestrich enthalten (hier E-Mail), muss zwischen allen Teilen der Zusammensetzung ein Bindestrich geschrieben werden. Siehe die entsprechende Rechtschreibregel. Man schreibt also auch zum Beispiel Bewerbungs-E-Mail, Reklamations-E-Mail und Abwesenheits-E-Mail.

Die Regel, dass man nach einem Verbindungs-s keinen Bindestrich schreiben darf, kenne ich nicht. Ein zugegebenermaßen wenig subtiler Einwand wäre ja, dass der Widerspruch zur Regel bereits in der Regel selbst stünde: Verbindungs-s. Der übrigens gebräuchlichere Ausdruck Fugen-s zeigt, dass auch nach anderen Fugenelementen ein Bindestrich stehen darf oder ggf. muss.

Es ist aber stilistisch gesehen bestimmt richtig, nach einem Fugen-s noch zurückhaltender als sonst zu sein und nur dann einen Bindestrich zu setzen, wenn er wirklich notwendig ist. Im Prinzip gibt ja das s schon an, wo die Grenze zwischen zwei Wortbestandteilen liegt. Deshalb sollte man Wörter wie die folgenden ohne Bindestrich schreiben: Zeitungsartikel, Lieblingsgericht, Eigentumswohnung und Amtsarzt statt Zeitungs-Artikel, Lieblings-Gericht, Eigentums-Wohnung oder gar Amts-Arzt.

In Fällen wie Verbindungs-s und Erinnerungs-E-Mail verlangen aber andere Regeln unbedingt einen Bindestrich. Weiter ist die Verwendung eines Bindestrichs auch in langen, unübersichtlichen Wörtern wie Sozialversicherungsfachangestellte möglich und angebracht: Sozialversicherungs-Fachangestellte.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Verlospreis oder Verlosepreis?

Sehr geehrte Frau L.,

Sie stellten die Frage, welche der beiden Formen ‘Verlospreis’ / ‘Verlosepreis’ richtig sei. Da dieses Wort in keinem Wörterbuch und keiner “offiziellen” Wörterliste zu finden ist, können wir Ihnen leider keine eindeutige Antwort geben.

Als allgemeine Faustregel für solche Fälle gilt, dass man neue Wörter dieser Art gleich bildet, wie bestehende Wörter, die das gleiche Erstelement haben. Das Erstelement ist in diesem Fall “verlosen”. Leider sind in den Wörterbüchern auch keine anderen zusammengesetzten Wörter zu finden, die mit “verlosen” gebildet wurden.

Die Grammatiken sagen, dass nach einem stimmhaften s ein e stehen kann. Siehe z.B. bei Canoonet. Die Grammatik hilft uns hier also auch nicht weiter.

Wir haben es somit mit einem Wort zu tun, das weder in Wörterbüchern noch in der Grammatik festgelegt ist. Somit dürfen Sie als Benutzerin des Wortes wählen, welche Variante sie benutzen wollen.

Ganz neu scheint das Wort allerdings nicht zu sein. Mit der Suchmaschine Google habe ich ein paar wenige Web-Seiten gefunden, in denen das Wort ‘Verlosepreis’ resp. ‘Verlospreis’ vorkommt. Sie können also in diesem Fall tatsächlich diejenige der beiden Formen wählen, die Ihnen besser gefällt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp