Ski fahren und Skifahren

In Val d’Isère streiten die Skifahrerinnen und Skifahrer zurzeit gerade um die Weltmeistertitel in der Abfahrt, im Super-G, im Riesenslalom, im Slalom und in der Superkombination. Vier verschiedene Arten (plus eine Kombination), auf zwei langen Latten den Hang hinunterzugleiten: da sage mir keiner, Skifahren sei einfach Skifahren! Der Februar ist auch der Monat des Skiurlaubs. Die Staus in Richtung Wintersportgebiete halten sich zwar noch in Grenzen (die Holländer sind noch nicht unterwegs), aber auch dieses Jahr – Krise hin oder her – werden sich Unzählige wieder auf den Weg machen, um sich eine Woche lang Skier und Snowboards unterzubinden und je nach Lust und Wesensart eher Tiroler Knödeln und Käsefondue oder vor allem dem feuchtfröhlichen Après-Ski zu frönen.

Das heutige Thema ist also das Skifahren. Wenn es um meine Skikünste geht, kann ich mich kurzfassen: Ich komme irgendwie, meist sogar ohne zu stürzen, den Hang hinunter, aber nur schon beim Anblick von Welcup-Abfahrtspisten packt mich kaltes Grauen, und wenn mir Zehnjährige elegant um die Ohren sausen, muss ich blanken Neid unterdrücken. Dass ich weiß, wann man Ski fahren und wann Skifahren schreibt, ist dann natürlich ein äußerst schwacher Trost. Es ist auch nicht allzu spannend. Deshalb nur kurz:

Im Prinzip schreibt man Ski fahren (wie Rad fahren und Auto fahren) getrennt:

Ich fahre Ski.
…, dass ich unheimlich gut Ski fahre.
…, dass ich nicht so gut Ski fahren kann.
Ich bin gestern den ganzen Tag Ski gefahren.
Wohin fährt fahrt ihr, um Ski zu fahren?

Wenn man aber das Skifahren meint, das heißt die Handlung als Substantiv verwendet, schreibt man zusammen:

Das Skifahren gefällt mir gut.
Er hat sich beim Skifahren das Bein gebrochen.
Ich freue mich aufs Skifahren.
Wohin fährt fahrt ihr zum Skifahren?

Dann gibt es auch noch die Formulierungen, bei denen man nicht entscheiden kann, ob es sich um einen verbalen Ausdruck oder um ein Substantiv handelt. Zum Beispiel (Regel):

Ist snowboarden populärer als Ski fahren?
Ist Snowboarden populärer als Skifahren?

Das war noch nicht alles: Neben Ski kann man auch Schi schreiben und statt Ski fahren kann man auch Ski laufen sagen. Ob sie nun Ski fahren, Schi fahren, Ski laufen oder Schi laufen, seien Sie vorsichtig und brechen Sie sich nichts!

PS: Auch über das Snowboarden gäbe es einiges zu sagen, doch das kommt vielleicht ein andermal.

Der Blaue Wiener und das Kaninchenessen

Vorgestern fühlte ich mich schon fast ein bisschen schuldig. Ein junger, sehr netter und manchmal etwas naiver Kollege erzählte wieder einmal von seinem kleinen Kaninchen. Er hat nämlich seit noch nicht allzu langer Zeit ein Kaninchen. Ich war gerade dabei, die Frage eines Canoonet-Benutzers zu beantworten, und hörte deshalb nur mit einem halben Ohr zu. Ein relativ geringes Interesse an Hauskaninchen mag auch eine Rolle gespielt haben, dass ich nicht gebannt an seinen Lippen hing. Das Kaninchen war krank gewesen, hatte aber dank tierärztlicher Hilfe und liebevoller Pflege die Krankheit gut überstanden.

Ob Mathieu, unser französische Mitarbeiter, Fotos des kleinen Blauen Wieners sehen wolle, war die Frage, die mich dann doch aufhorchen ließ. Ich wusste bereits aus früheren Erzählungen, dass Blauer Wiener der Name einer Kaninchenrasse ist. Was ich nicht erwartet hatte, waren die Fotos. Dass man manchmal Fotos von Kindern anderer Leute bewundern darf, ist bekannt und auch gut verständlich. Wenn sie das Babyalter hinter sich gelassen haben, ist es sogar interessant, die Kleinformatausgaben von Freunden, Bekannten und Kollegen zu sehen. Aber Fotos eines jungen Kaninchens?! Ich verbarg mich also noch etwas besser hinter meinem Bildschirm, bearbeitete gespielt konzentriert die Tastatur und wartete auf die Reaktion. „Aber natürlich“, antwortete Mathieu, „sehr gerne.“ Nach einer gebührenden Betrachtungspause meinte er dann trocken: „So was essen wir bei uns als Sonntagsbraten.“ Die Reaktion unseres Kaninchenvaters war nicht etwa Empörung, sondern ungläubigstes Erstaunen. Konzepte wie das Kaninchenzüchten und das Kaninchenhalten waren ihm natürlich bekannt, aber vom Kaninchenessen hatte er noch nie gehört.

Er schaute sich hilfesuchend um und ich wäre beinahe über der Tastatur erstickt. Ich wollte den armen Jungen ja nicht auslachen. Kann man denn von einem Franzosen eine andere Reaktion erwarten? Französische Tierliebe geht nun einmal wörtlich durch den Magen, denn die französische Küche bringt alles, aber auch alles, was irgendwie für den menschlichen Konsum geeignet sein könnte, auf den Teller. Außerdem hatte ich – auch wenn ich kein Franzose bin – zufälligerweise zwei Tage zuvor mit Weißwein, Schalotten und Salbei geschmortes Kaninchen gegessen. Unser junger Kollege hat sich glücklicherweise schnell wieder beruhigt und die Tatsache zur Kenntnis genommen, dass es offenbar solche herzlosen Barbaren gibt, die so etwas Kleines, Süßes, Niedliches wie ein Kaninchen aufessen.

Das mag vielleicht eine nette kleine Andekdote sein, doch was lernen wir in diesem Blogeintrag? Folgendes:

  • Man schreibt das Adjektiv in Bezeichnungen von Tierfamilien, -gattungen und -rassen groß. Ein Blauer Wiener ist ein Kaninchen, ein blauer Wiener ein frierender oder betrunkener Einwohner der österreichischen Hauptstadt. (Regel)
  • Als Substantiv verwendete erweiterte Infinitive, die aus zwei Teilen bestehen, werden zusammen- und großgeschrieben: das Kaninchenzüchten, das Kaninchenhalten, das Kaninchenessen. (Regel)
  • Dr. Bopp isst Kaninchen.
  • Franzosen essen alles.

Kaninchenzüchter, Kaninchenbesitzer und Franzosen bitte ich, diesen Beitrag nicht allzu ernst zu nehmen.

Der heißersehnte/heiß ersehnte Urlaub

Frage

Der heiß ersehnte Urlaub! Wird heiß ersehnt zusammen- oder getrennt geschrieben?

Antwort

Sehr geehrte Frau B.,

beides ist möglich und korrekt. Es handelt sich hier um eine Verbindung mit einem Partizip an zweiter Stelle (ersehnt). Man schreibt eine solche Verbindung getrennt, wenn die darunterliegende Verbverbindung (hier: etwas heiß ersehnen) getrennt geschrieben wird. Man darf aber auch zusammenschreiben:

der heiß ersehnte Urlaub oder
der heißersehnte Urlaub

Die Regel und weitere Beispiele finden Sie auf dieser Rechtschreibseite.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Hinweis in eigener Sache

Diese Frage habe ich nicht ganz zufällig gewählt. Ab morgen, dem 24. Oktober, bin ich nämlich für zwei Wochen im Urlaub, und zwar so weit weg, dass ich mich leider nicht um Ihre sprachlichen Fragen werde kümmern können. Ab dem 8. November bin ich dann wieder für Sie da.

Frechdachse, Probleme und auseinandersetzen

Frage

Wir schreiben und lesen viele Texte. Eine Frage taucht dabei in letzter Zeit öfters auf: Wie schreibt man auseinandersetzen? Oder auseinanderzusetzen? Eher zusammen oder getrennt? In deutschen Medien sieht man öfters die getrennte Schreibweise. Was ist hauptsächlich für die Schweiz und Deutschland gebräuchlich?

Antwort

Sehr geehrter Herr W.,

das Verb auseinandersetzen schreibt man zusammen. Dies gilt auch für die mit zu erweiterte Form auseinanderzusetzen. Regionale Unterschiede gibt es dabei nicht: Im gesamten deutschen Sprachraum und auch im Rest der Welt, sofern man Deutsch als Mutter- oder Fremdsprache verwendet, schreibt man dieses Verb zusammen. Die Zusammenschreibung gilt sogar für alle Bedeutungen. So kann man sowohl störende Schüler auseinandersetzen als auch sich mit einem Problem auseinandersetzen. Alle Wortformen von auseinandersetzen finden sie hier und mehr Informationen zur Rechtschreibung hier.

Weshalb finden Sie dann häufiger getrennt geschriebene Formen, obwohl sie nach der aktuellen Rechtschreibregelung falsch sind? Das liegt vielleicht unter anderem daran, dass Wörter wie auseinandersetzen eine ziemlich komplizierte Rechtschreibgeschichte hinter sich haben. Vor der Rechtschreibreform von 1996, also nach der alten Rechtschreibung, gab es zwei unterschiedliche Schreibungen:

Alte Schreibung:
auseinander setzen = voneinander getrennt setzen
sich auseinandersetzen mit = sich beschäftigen mit

Man musste also freche Schülerinnen auseinander setzen und sich dann mit der Frage auseinandersetzen, ob sie bestraft werden sollten.

Dann kam die Reform und alle Kombinationen von einem Verb mit einem Adverb auf -einander mussten getrennt geschrieben werden:

1996-2006
auseinander setzen = voneinander getrennt setzen
sich auseinander setzen mit = sich beschäftigen mit

Ein paar Jahre lang musste man also nicht nur freche Schüler auseinander setzen sondern sich dann auch mit der obengenannten Frage auseinander setzen.

Schließlich entschied die Reform der Reform, dass dann zusammengeschrieben werden muss, wenn die Hauptbetonung auf dem ersten Teil (hier auseinander) einer solchen Verbverbindung liegt.

Seit 2006
auseinandersetzen = voneinander getrennt setzen
sich auseinandersetzen mit = sich beschäftigen mit

Deshalb muss man heutzutage sowohl die Frechdachse auseinandersetzen als auch sich mit der Bestrafungsfrage auseinandersetzen.

Je mehr man sich mit dieser Frage auseinandersetzt, desto verwirrender wird es. Deshalb hier noch die ganz kurze Antwort: auseinandersetzen schreibt man nach der amtlichen Regelung zusammen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Wie schreibt man zurzeit zur Zeit?

Frage

Ich sehe immer wieder gerne in Ihre Website. In letzter Zeit bin ich aber immer öfter verunsichert, da ich zum Beispiel zur Zeit im „Beobachter“ so geschrieben sehe und auf Ihrer Website zurzeit! Was stimmt nun? Haben Sie Ihre Website länger nicht mehr aktualisiert?

Antwort

Sehr geehrte Frau D.,

Ihre Zweifel haben vielleicht damit zu tun, dass zurzeit und zur Zeit nicht das Gleiche bedeuten. Das zusammengeschriebene zurzeit ist ein Adverb und bedeutet jetzt, gegenwärtig (Dieses Produkt ist zurzeit nicht lieferbar). Seit der Rechtschreibreform ist dies die einzig zulässige amtliche Schreibung. Das nach wie vor getrenntgeschriebene zur Zeit ist eine Präposition mit der Bedeutung während der Epoche von, zu Lebzeiten von.

Ich interessiere mich zurzeit dafür, wie man zur Zeit Karls des Großen lebte.

Für weitere Beispiele verweise ich Sie auf die entsprechenden Rechtschreibangaben in Canoonet.

Unsere Angaben zur Rechtschreibung stützen sich übrigens auf die seit dem 1. August 2006 geltende „definitive“ Reform der deutschen Rechtschreibung und sollten somit auf dem neuesten Stand sein.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

zusammenraufen oder zusammen raufen

Frage

Ich frage mich, wie man zusammen raufen schreibt. Zusammen oder getrennt?

Antwort

Sehr geehrte Frau H.,

ob man zusammenraufen oder zusammen raufen schreibt, hängt davon ab, was gemeint ist. Man schreibt zusammenraufen, wenn man damit meint: sich zusammenraufen = sich erst streiten und dann doch gut verstehen. Getrennt schreibt man zusammen raufen, wenn es miteinander kämpfen, balgen bedeutet. Achten Sie dabei auch auf die Betonung:

Die Parteien sollten das Kriegsbeil begraben und sich zusammenraufen.
Ihr Jungs solltet nicht immer zusammen raufen.

Weitere Informationen finden Sie auf dieser Seite.

Ganz ähnlich liegt das auch in den folgenden Fällen:

Es ist nicht das Gleiche, ob man Stimmen zusammenzählt (addiert) oder zusammen zählt (gemeinsam zählt).
Man kann etwas schneller zusammenbasteln, wenn man zusammen bastelt.
Ein größerer Betrag ist schneller zusammengeklaut, wenn man zusammen klaut.

Die Liste ließe sich noch um einiges verlängern.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Wörther und der Wörthersee

Frage

In Ihrer Datenbank ist mir folgender Eintrag aufgefallen: Wörther. Mir ist dieses Wort nur als Name (Wörthersee), aber nicht als Adjektiv bekannt. Was bedeutet es?

Antwort

Sehr geehrter Herr S.,

das Adjektiv Wörther bedeutet von/aus Wörth. So spielt in Wörth am Main die Wörther Blasmusik auf und erscheint in Wörth an der Donau der Wörther Anzeiger. Wie alle mit -er von geographischen Namen abgeleiteten Adjektive ist Wörther unveränderlich und muss großgeschrieben werden (siehe Rechtschreibregel).

Zur Diskussion über die korrekte Schreibung von Wörthersee, um die es hier vielleicht geht, das Folgende: Der Duden schreibt Wörther See vor, lässt aber auch Wörthersee zu. Da es in der Nähe des Sees kein Wörth gibt, von dem das Adjektiv abgeleitet sein könnte, ist die Schreibung Wörthersee sicher korrekt. Ich überlasse es aber den Einwohnern der Region, wie sie den Namen des Sees schreiben wollen. Und allen anderen bleibt nicht viel anderes übrig, als den Angaben des Wörterbuches zu vertrauen und davon auszugehen, dass Wörther See auch richtig ist. Bei der Schreibung von Eigennamen „versagen“ nämlich die Rechtschreibregeln ohnehin des Öfteren. In diesem Sinne kann das Adjektiv Wörther auch im Namen des schönen Wörther Sees verwendet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Die über Achtzehnjährigen

Frage

Ich habe mehrfach in einem Buch die Worte überachtzehnjährig oder der Überachtzehnjährige oder der Untersechszehnjährige gefunden. Gibt es diese Wörter und würde es dann auch den Unterfünfundzwanzigjährigen geben? Das sieht für mich alles sehr lustig aus und ich würde es nicht so schreiben.

Antwort

Sehr geehrte Frau H.,

auch ich würde diese Wörter nicht so schreiben. Ich schreibe: über achtzehnjährig, die über Achtzehnjährigen und die unter Sechzehnjährigen. Das kann ich eigentlich nur damit begründen, dass es keine Rechtschreibregel gibt, die besagt, dass in diesem Fall zusammengeschrieben werden muss. Dann gilt die Getrenntschreibung. Entsprechend schreibe ich auch der unter Fünfundzwanzigjährige – dies allerdings schon seit ziemlich vielen Jahren nur noch über andere …

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Tessinerbrot

Dank einer Besprechung durfte ich wieder einmal in die Südschweiz, genauer gesagt ins Tessin fahren. So gelangten wir entlang des regnerischen Vierwaldstätter Sees, durch ein neblig graues Urner Tal und durch den Gotthardtunnel, ein 17 km langes Loch in den Schweizer Alpen, in die sonnige Tessiner Bergwelt.

Sie vermuten richtig, wenn Sie annehmen, dass ich hier keinen Reisebericht erstatten möchte. Es geht mir um die unveränderlichen geografischen Adjektive auf –er wie Vierwaldstätter, Urner, Schweizer und Tessiner. Gemäß den Rechtschreibregeln werden geografische Ableitungen auf -er in Verbindung mit einem Nomen getrennt vom Nomen geschrieben, außer wenn das Wort auf –er eine Personenbezeichnung ist.

Siehe Rechtschreibregel.

Mit dieser Regel hatte ich immer so meine Mühe. Sie ist einfach, aber gewisse Ausnahmen, denen man vor allem in der Schweiz begegnet, erklärt sie nicht. So schreibt man in der Schweiz den Vierwaldstätter See in einem Wort: Vierwaldstättersee. Das Gleiche und Ähnliches gilt auch für den Genfer See, den Neuenburger See und die Basler Straße, die von den deutschsprachigen Eidgenossen in der Regel als Genfersee, Neuenburgersee und Baslerstrasse geschrieben werden. So weit so gut, aber wenn mir dann im Tessin plötzlich in den Sinn kommt, dass man nördlich der Alpen Tessinerbrot (eine spezielle Brotsorte) und Bündnerfleisch kaufen kann, dann wird die Erklärung mit der Personenbezeichnung schlichtweg unhaltbar oder sogar kannibalisch.

Oder man sagt einfach, dass die Schweizer ein bisschen sonderbar schreiben. Wenn man aber eine andere Regel anwendet, sind sowohl die standardsprachlichen Zusammenschreibungen wie Schweizergarde und Römerbrief (die Schweizer und Römer sind hier Personen) als auch die Abweichungen in der Schweiz zu erklären. Die Regel lautet: Liegt bei neutraler Aussprache die Hauptbetonung auf dem Wort auf –er, schreibt man zusammen. Sonst schreibt man getrennt.

Zusammen:
die Schweizergarde, der Römerbrief

Gertrennt:
die Schweizer Alpen, die Römer U-Bahn

Und dann die Schweiz: Die Abweichung erklärt sich dadurch, dass Deutschschweizer in den genannte Fällen das erste Wort betonen:

Genfersee, Neuenburgersee, Baslerstrasse, Tessinerbrot, Bündnerfleisch.
(Standardaussprache: Genfer See, Neuenburger See, Basler Straße, ?)

Das tun die Schweizer aber nicht in allen Fällen, und dann schreibt man auch in der Schweiz getrennt:

Berner Oberland, ein Urner Tal, die Tessiner Bergwelt, Basler Leckerli, Zürcher Hüppen (die letzen zwei sind süß und lecker!)

Ich möchte jetzt nicht die Rechtschreibregeln neu schreiben. Sie sind nun einmal so, wie sie sind. Die Betonungsregel soll nur eine kleine Eselsbrücke sein für diejenigen – vor allem Schweizer und Schweizerinnen –, die in diesem Bereich mit der amtlichen Regel und den Schweizer Ausnahmen nicht so gut zurechtkommen.

Biertrinken

Die folgende Frage wurde uns letzthin gestellt:

Was ist orthografisch korrekt?

Er wurde zum Biertrinken gezwungen.
Er wurde zum Bier Trinken gezwungen.

Wie lautet die Regel?

Anwort:

Sehr geehrte Frau H.,

sowohl nach der alten als auch der reformierten Rechtschreibung schreibt man richtig:

Er wurde zum Biertrinken gezwungen.

Eine aus zwei Teilen bestehende Infintivgruppe („Bier trinken“), die als Nomen verwendet wird, schreibt man zusammen: „das Biertrinken“. Sehen Sie hierzu auch unseren Rechtschreibseiten auf Canoonet.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp