Der Dativus Judicantis

Heute einmal keine Grammatikhürde und keine orthografische Finesse, sondern ein lateinischer Fachbegriff, den Sie auch gleich wieder vergessen können, ohne dass Ihre Deutschkenntnisse darunter leiden: der Dativus Judicantis (oder Dativus Iudicantis).

Frage

Steht der Dativus iudicantis wirklich nur in Verbindung mit Gradpartikeln? Beispiel: „Grammatik lernen ist mir angenehm.“ Oder ist MIR in diesem Fall gar kein D. iudicantis?

Antwort

Sehr geehrter Herr H.,

der Dativus Judicantis ist auf Deutsch der Dativ der beurteilenden Person. Er bezeichnet die Person, die ein Urteil abgibt:

Du fährst mir viel zu schnell. = Nach meinem Urteil fährst du viel zu schnell.

Als Dativus Judicantis wird im Allgemeinen nur ein Dativ bezeichnet, der im Zusammenhang mit Gradpartikeln wie zu und genug steht. Weshalb diese Sonderbehandlung? ­– Sätze mit einem Dativus Judicantis haben die besondere Eigenschaft, dass sie nicht mehr grammatisch sind, wenn die Gradpartikel weggelassen wird:

Du fährst mir zu schnell.
nicht: *Du fährst mir schnell.

Das Wasser war den meisten Urlaubern noch nicht warm genug.
nicht: *Das Wasser war den meisten Urlaubern noch nicht warm.

Die Musik war ihm zu laut.
nicht: *Die Musik war ihm laut.

Er war ihr nicht unternehmungslustig genug.
nicht: *Er war ihr nicht unternehmungslustig.

Nur solche „beurteilende Dative“ sind in der Regel gemeint. Es geht also nicht um jeden Dativ, der (im weitesten Sinne) eine berurteilende Person bezeichnet. Im Beispiel Grammatik lernen ist mir angenehm ist mir kein freier Dativ, sondern ein vom Adjektiv angenehm resp. vom verbalen Ausdruck angenehm sein abhängiges fakultatives Dativobjekt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

So weit die Antwort an Herrn H. Wenn der Begriff Dativus Judicantis Ihnen (Dativobjekt) nichts sagt, weil er Ihnen (freier Dativ: Dativus Judicantis) zu fachchinesisch klingt, ist mir (Dativobjekt) das alles andere als unbegreiflich. Dieser Satz allein schon zeigt es! Ich hätte aber meinen Beruf verfehlt, wenn ich es nicht doch interessant fände.

Nur weil es nicht ganz stimmt, heißt das nicht unbedingt, dass es falsch ist.

Frage

Wir haben hier eine Diskussion über einen Satz, von dem ich vermute, dass er grammatikalisch falsch ist. Der Satz lautet:

(1) Nur weil jemand dich nicht versteht, heißt das nicht, dass du es nicht gesagt hast!

Ich denke, dass der erste Satz falsch ist und dass diese Alternative funktionieren würde:

(2) Dass jemand dich nicht versteht, heißt nicht, dass du es nicht gesagt hast!

Können Sie mir bitte sagen ob der Satz (1) grammatikalisch richtig ist.

Antwort

Sehr geehrte Frau T.,

Sie haben recht: Satz (1) klingt bei genauerem Hinhören tatsächlich etwas sonderbar. Die alternative Formulierung, die Sie vorschlagen ist hingegen problemlos:

Dass jemand dich nicht versteht, heißt nicht, dass du es nicht gesagt hast!

Der erste dass-Satz ist hier ein Subjektsatz, das heißt ein Nebensatz, der im Gesamtsatz die Rolle des Subjekts hat. Vgl.

Dass jemand dich nicht versteht, ist nicht erstaunlich.
Dass jemand dich nicht versteht, wird es immer geben.

Ein Begründungssatz mit weil kann diese Funktion nicht haben.

Nicht: *Nur weil jemand dich nicht versteht, ist nicht erstaunlich
Nicht: *Nur weil jemand dich nicht versteht, wird es immer geben.

Diesen Sätzen fehlt ein Subjekt. Dieses Subjekt wird oft mit es oder das eingefügt:

Nur weil jemand dich nicht versteht, heißt es/das nicht, dass du es nicht gesagt hast!

Das ist eine häufig vorkommende Ausdrucksweise.

Nur weil ich es nicht sage, heißt es nicht, dass ich es nicht weiß.
Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
Nur weil die Welt untergeht, heißt das noch lange nicht, dass es auch die Schweiz betrifft.

Sind Sätze dieser Art nun durch die Einführung eines unpersönlichen das/es-Subjekts „gerettet“? Wenn man die Ausdrucksweise genauer analysiert, ist sie auch mit das oder es nicht ganz richtig. Mit weil wird eine Begründung für das im Hauptsatz Gesagte eingeleitet. Das ist hier aber nicht der Fall. Mit nur weil wird nicht die Begründung dafür eingeleitet, weshalb es nicht heißt, dass … Mit nur weil wird vielmehr der Umstand angegeben, der nicht falsch interpretiert werden darf. Der Satz

Nur weil ich es nicht sage, heißt das nicht, dass ich es nicht weiß.

bedeutet:

Die Tatsache allein, dass ich es nicht sage, bedeutet nicht, dass ich es nicht weiß.

Die Verwendung von nur weil lässt sich durch eine andere Umschreibung erklären:

Nur weil ich es nicht sage, darfst du nicht denken, dass ich es nicht weiß.

Es handelt sich also um eine Zusammenziehung verschiedener Ausdrucksweisen, die zu einer Art festen Redewendung geworden ist:

nur weil …., heißt das/es [noch lange] nicht, dass …
nur weil …., bedeutet das/es [noch lange] nicht, dass …

So häufig diese Ausdrucksweise auch vorkommt und so prägnant sie oft auch klingt, sie sollte stilistisch gesehen mit Vorsicht verwendet werden, weil ihre Konstruktion grammatisch doch eher etwas zweifelhaft ist.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Wohin mit »schon« und »noch«?

Heute wieder einmal etwas, woran Muttersprachige nie denken und das Deutschlernenden und –lehrenden häufig Kopfzerbrechen bereitet: eine Frage zur Wortstellung.

Frage

Ich habe eine Frage zur Stellung von „noch“. Wieso kann in einigen Sätzen „noch“ sowohl vor als auch nach dem Objekt stehen, in manchen aber nicht? Beispiel:

Ich muss die Fahrkarte noch kaufen.
Aber nicht: Ich muss eine Fahrkarte noch kaufen.
Sondern: Ich muss noch eine Fahrkarte kaufen.

Ich muss die E-Mails noch beantworten.
Aber nicht: Ich muss E-Mails noch beantworten.
Sondern: Ich muss noch E-Mails beantworten.

Während es beim bestimmten Artikel wohl geht:

Ich muss die Fahrkarte noch kaufen.
Ich muss noch die Fahrkarte kaufen.

Ist das nur Sprachgewohnheit oder gibt es dafür eine Erklärung?

Antwort

Sehr geehrte Frau B.,

richtig sind die folgenden Formulierungen:

a) Ich muss die Fahrkarte noch kaufen.
b) Ich muss noch eine Fahrkarte kaufen.

a) Ich muss die E-Mails noch beantworten.
b) Ich muss noch E-Mails beantworten.

a) Ich habe meinen Kamillentee schon getrunken.
b) Ich habe schon einen Kamillentee getrunken.

Bei der Wortstellung im Deutschen gelten verschiedene, sich zum Teil widersprechende Tendenzen. Wichtig ist dabei oft der Mitteilungswert oder einfach gesagt, ob eine Wortgruppe ein „neues“ Satzglied ist, mit dem neue Information eingeführt wird. Solche neuen Satzglieder stehen im deutschen Satz tendenziell weit rechts hinter der „alten“ Information (vgl. alt vor neu). Zum Beispiel:

Wem schenkt die Großmutter das Fotoalbum?
1) Sie schenkt das Fotoalbum ihrem Enkel.

Was schenkt die Großmutter ihrem Enkel?
2) Sie schenkt ihrem Enkel ein Fotoalbum.

Im ersten Satz ist die neue Information ihrem Enkel. Im zweiten Satz ist die neue Information ein Fotoalbum. Deshalb steht in Satz 1) das „neue“ Dativobjekt hinter dem „alten“ Akkusativobjekt. In Satz 2) hingegen steht das „neue“ Akkusativobjekt hinter dem „alten“ Dativobjekt.

Diese Tendenz verläuft parallel zur Tendenz, dass bestimmte Objekte im Satz eher links stehen und unbestimmte Objekte eher rechts (vgl. bestimmt vor unbestimmt). Unbestimmte Objekte sind Objekte mit einem unbestimmen oder keinem Artikel. Sie stehen deshalb weiter rechts im Satz, weil sie (fast) immer „neu“ sind. Den unbestimmten Artikel resp. keinen Artikel verwenden wir in der Regel für etwas Neues, noch nicht vorher Erwähntes.

Ein Enkel hat Geburtstag.
Was schenkt sie dem Enkel?
Sie schenkt dem Enkel ein Fotoalbum.

Sie verschenkt ein Fotoalbum.
Wem schenkt sie das Fotoalbum?
Sie schenkt das Fotoalbum einem Enkel.

Neues steht also weiter hinten im Satz als Altes, und Unbestimmtes steht weiter hinten als Bestimmtes. Und nun kommen wir endlich wieder auf Ihre Beispiele zurück. Hier gelten nämlich die folgenden Tendenzen:

a) Freie Adverbialbestimmungen stehen tendenziell hinter Subjekt, Dativobjekt und/oder Akkusativobjekt.

Die Adverbien noch und schon sind freie Adverbialbestimmungen. Die Objekte die Fahrkarte, die E-Mails und meinen Kamillentee sind bestimmte Objekte. Nach der Tendenz a) stehen die Adverbien oben in den Sätzen a) hinter den Objekten:

Ich muss die Fahrkarte noch kaufen.
Ich muss die E-Mails noch beantworten.
Ich habe meinen Kamillentee schon getrunken.

Aber:

b) Freie Adverbialbestimmungen stehen vor unbestimmtem Dativobjekt und/oder unbestimmtem Akkusativobjekt.

Die Objekte eine Fahrkarte, E-Mails und einen Kamillentee sind unbestimmte Objekte. Nach der Tendenz b) stehen die Adverbien in den Sätzen b) vor den Objekten:

Ich muss noch eine Fahrkarte kaufen.
Ich muss noch E-Mails beantworten.
Ich habe schon einen Kamillentee getrunken.

Tendenz b) lässt sich nun dadurch erklären, dass unbestimmte Objekte „neue“ Information sind und deshalb, wie wir oben gesehen haben, lieber weiter rechts, d. h. weiter hinten im Satz stehen.

Weitere Beispiele:

Vermutlich haben wir die Prüfung heute.
Vermutlich haben wir heute eine Prüfung.

Sie hat den Nagel mit dem Hammer eingeschlagen.
Sie hat mit dem Hammer einen Nagel eingeschlagen.

Das ist aber noch nicht alles (und hiermit sind wie beim letzten Teil Ihrer Frage): Während die Tendenz b) für die unbestimmten Objekte sehr stark ist, kann von der Tendenz a) für die bestimmten Objekte auch abgewichen werden. Das ist häufig dann der Fall, wenn das bestimmte Objekt „neue“ Information ist.

Was musst du noch tun?
Ich muss noch die E-Mails beantworten.
Ich muss noch die Fahrkarte kaufen.

Hier gehören die bestimmten Objekte im Satz zur neuen Information und können entsprechend hinter der Adverbialbestimmung stehen.

Mehr zu dieser Frage (und natürlich zu den unvermeidlichen Ausnahmen) finden Sie hier. Und wenn Ihnen nun immer noch nicht alles ganz klar ist oder wenn Sie denken, dass Sie es nie lernen werden: Keine Sorge, es ist alles nur eine Sache der Übung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Unbeständige Temporaladverbien: Sie sagte gestern, dass sie morgen zahlen werde.

Frage

Diesmal geht es um die indirekte Rede. Temporaladverbien (gestern, heute usw.) werden ja geändert:

Er sagt: „Ich bin gestern nicht in Köln gewesen.“
Er sagt, er sei am Tag zuvor nicht in Köln gewesen.

Wäre es falsch, auch in der indirekten Rede „gestern“ zu schreiben? Mich hätte das absolut nicht gestört…

Antwort

Sehr geehrte Frau I.,

es gibt praktisch keine Regel, die uneingeschränkt gilt. So auch hier. Zeitangaben, die sich unmittelbar auf den Sprechzeitpunkt beziehen, müssen in der indirekten Rede tatsächlich geändert werden – aber nur dann, wenn sie zum Sprechzeitpunkt nicht mehr aktuell sind:

Er sagte am 25. Januar: „Ich bin gestern nicht in Köln gewesen.“
Er sagte am 25. Januar, er sei am Tag zuvor nicht in Köln gewesen.“

Sie hat vor einigen Tagen gesagt: „Ich zahle morgen.“
Sie hat vor einigen Tagen gesagt, dass sie am Tag danach zahle.

Das liegt daran, dass es bei einem Zitat in direkter Rede zwei Sprechzeitpunkte gibt: den Zeitpunkt, an dem zitiert wird, und den Zeitpunkt, an dem das Zitierte gesagt wird. Wenn nun die direkte Rede in die indirekte Rede umgewandelt wird, verliert das Zitierte sozusagen seinen Sprechzeitpunkt. Es gibt nur noch den Sprechzeitpunkt des Zitierens.

Zeitangaben wie gestern, heute und morgen beziehen sich immer unmittelbar auf den Sprechzeitpunkt. Wenn bei der Umsetzung von der direkten in die indirekte Rede ein Sprechzeitpunkt verschoben wird, geschieht es häufig, dass dieser Bezug nicht mehr stimmt. Das morgen am Tag X ist ein paar Tage später nicht mehr morgen, sondern der Tag nach X. Deshalb müssen oben das gestern und das morgen der direkten Rede in der indirekten Rede durch z. B. am Tag zuvor und am Tag darauf ersetzt werden.

Wenn nun aber gestern in der zitierten Aussage der gleiche Tag ist wie gestern zum Zeitpunkt des Zitierens, kann es auch in der indirekten Rede stehen bleiben. Der Sprechzeitpunkt der direkten Rede wird zwar durch den Sprechzeitpunkt des einleitenden Satzes ersetzt, der Tag und somit die zeitlichen Bezüge von heute, gestern und morgen bleiben aber dieselben:

Er hat heute Morgen gesagt: „Ich bin gestern nicht in Köln gewesen.“
Er hat heute Morgen gesagt, er sei gestern nicht in Köln gewesen.

Sie hat heute gesagt: „Ich zahle morgen.“
Sie hat heute gesagt, dass sie morgen zahle.

Temporaladverbien wie heute, gestern, morgen beziehen sich also immer auf den Sprechzeitpunkt, das heißt auf den Zeitpunkt, an dem die Aussage gemacht wird. Manchmal sind der Sprechzeitpunkt der Zitateinleitung und der Zeitpunkt der Zitataussage wie oben fast identisch. Dann muss auch in der indirekten Rede nichts angepasst werden. In allen anderen Fällen ist eine Anpassung der Adverbien notwendig.

So kann es umgekehrt auch vorkommen, dass gestern, heute oder morgen in der indirekten Rede erscheinen, obwohl sie in der direkten Rede gar nie vorkamen. Ich kann zum Beispiel am 25. Juni (und nur an diesem Tag) sagen:

Er hat vor ein paar Tagen gesagt: „Ich werde am 26. Juni kommen.“
Er hat vor ein paar Tagen gesagt, dass er morgen kommen werde.

Ein anderes Beispiel:

Sie sagte gestern:  „Übermorgen werde ich zahlen.“
Sie sagte gestern, dass sie morgen zahlen werde.

Das klingt alles ziemlich kompliziert. Es lässt sich jedenfalls nicht mit einer für alle Fälle geltenden einfachen Regel beschreiben. Solche Bezüge stellen wir zum Glück aber meistens automatisch her, ohne dass wir uns den Kopf über sich verschiebende Sprechzeitpunkte zerbrechen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Vom Glanz und der Pracht, vom Anbieter und vom Abonnenten

Frage

Ich habe eine Frage zum Thema Verschmelzung von Präpositionen und Artikeln […]

Laut Duden können

von einer Verschmelzung […] korrekterweise nur dann mehrere Nominalausdrücke abhängen, wenn diese die gleiche flektierte Artikelform haben:

Man sprach vom (= von dem) Leben und [vom (= von dem)] Erfolg der Ministerin.

Mehrere Nominalausdrücke, deren flektierte Artikelformen unterschiedlich sind, können nicht von einer Verschmelzung abhängen. In diesen Fällen wird die Präposition wiederholt.

Nicht korrekt: Man sprach vom Erfolg der Ministerin und den weiteren Plänen. Richtig: Man sprach vom Erfolg der Ministerin und von den weiteren Plänen. Nicht korrekt: Sie war vom Glanz und der Pracht des Festes wie betäubt. Richtig: Sie war vom Glanz und von der Pracht des Festes wie betäubt.

[Duden, Richtiges und gutes Deutsch, 7. Aufl. Mannheim 2011 (CD-ROM)]

Was aber ist mit Formulierungen wie der folgenden?

Diese wurden vom Anbieter und dem Abonnenten ausdrücklich für richtig erklärt.

Ist das erlaubt?

Antwort

Sehr geehrter Herr F.,

hier muss ich etwas weiter ausholen: Die Dudenregel, die sich auf die verschmolzenen Formen bezieht, ist nämlich viel zu strikt formuliert. Es gibt aus meiner Sicht nichts gegen die folgende Formulierung einzuwenden:

vom Glanz und der Pracht (des Festes wie betäubt)

Sie kommt viel häufiger vor als:

vom Glanz und von der Pracht

Ich halte auch die folgenden Formulierungen für richtig:

vom Minister und der Regierung festgelegte Ziele
vom Bund und den Ländern finanziert
vom Bundesrat und der Geschäftspüfungskommission in Auftrag gegeben
die Geschichte vom Hasen und den Ostereiern

Diese Art der Zusammenziehung ist aber nicht immer zu empfehlen. Sie scheint hauptsächlich bei vom üblich zu sein, und zwar dann, wenn die beiden Begriffe relativ eng miteinander verbunden sind. Letzteres ist beim anderen Beispiel im Duden nicht der Fall. Der Erfolg der Ministerin und die weiteren Pläne sind zwei separate Gesprächsthemen. Deshalb besser:

Man sprach vom Erfolg der Ministerin und von den weiteren Plänen.

Bei anderen Präpositionen kommt diese Art der Zusammenziehung weniger vor:

am Rand und an der Seite
besser nicht: am Rand und der Seite

beim Essen und bei der Kleidung
eher nicht(?): beim Essen und der Kleidung

im Kindergarten und in der Schule
besser nicht: im Kindergarten und der Schule

ins Haus oder in den Garten
eher nicht(?): ins Haus oder den Garten

aus Liebe zur Kirche und zu den Menschen
besser nicht: zur Kirche und den Menschen

Die Duden-Regel, die Zusammenziehungen dieser Art grundsätzlich zu verbieten scheint, ist meiner Meinung nach zu stark und zu verallgemeinernd formuliert. Die Situation ist hier viel komplexer. (Ich müsste weiter untersuchen, um wirklich fundierte Aussagen machen zu können.) Die Regel hat allerdings den großen Vorteil, dass man immer richtig formuliert, wenn man sie anwendet.

Es ist auch nicht üblich, die Präposition wegzulassen und nur den Artikel zu nennen, wenn es eine verschmolzene Form gibt:

der Weg führt zum Museum und zur Kirche
besser nicht: zum Museum und der Kirche

der Weg führt zur Kirche und zum Museum
besser nicht: zur Kirche und dem Museum

die Liebe zur Musik und zur Technik
besser nicht: die Liebe zur Musik und der Technik

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich würde in Ihrem Beispielsatz zweimal vom empfehlen, und zwar deshalb, weil auch im zweiten Teil eine verschmolzene Form vorhanden ist:

Diese wurden vom Anbieter und vom Abonnenten ausdrücklich für richtig erklärt.

Ich ginge aber nicht so weit, vom Anbieter und dem Abonnenten als grundsätzlich falsch anzustreichen. Es geht in diesem Bereich oft nicht um „richtig“ und „nicht korrekt“, sondern um „besser“ und „eher nicht“.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Das teure Hotel und der Gegenwartsbezug

Frage

Es geht darum, zwei Sätze zu verbinden: „Ihr wart in einem Hotel in New York“ und „Das Hotel ist/war teuer“.  Nun ist die Frage, ob es da zwei Möglichkeiten gibt oder die eine besser als die andere ist?

Es erstaunt mich nicht, dass das Hotel, in dem ihr in New York wart, sehr teuer ist.

Oder heißt es am Ende:

Es erstaunt mich nicht, dass das Hotel, in dem ihr in New York wart, sehr teuer war.

Ich meine, dass beide Lösungen i. O. sind. Und was meinen Sie?

Antwort

Sehr geehrte Frau L.,

Ihre Frage zielt eigentlich darauf, ob es eine obligatorische Zeitenfolge gibt. Zuerst die allgemein Antwort, die für Liebhaber und Liebhaberinnen strenger Regeln enttäuschend, aber für „Freiheitsliebende“ eher erfreuliche sein mag: Im Gegensatz zu anderen Sprachen kennt das Deutsche keine streng geregelte Folge der Zeiten. In längeren geschriebenen Texten herrscht zwar gewöhnlich das Präsens oder das Präteritum vor, aber es gibt keine obligatorische Zeitenabfolge in aufeinanderfolgenden Sätzen (Consecutio Temporum; wenn Satz a im Tempus x, dann Satz b „zwangsläufig“ im Tempus y). Nur bei Nebensätzen und den ihnen übergeordneten Sätzen gibt es gewisse Tendenzen, die hier angedeutet werden.

In Ihrem Beispielsatz haben wir es mit zwei möglichen Sehensweisen oder Aspekten zu tun, die bei der Wahl der Verbform zu einem unterschiedlichen Resultat führen. Damit meine ich eigentlich nur: Auch ich finde beide Formulierungen richtig.

Es erstaunt mich nicht, dass das Hotel, in dem ihr in New York wart, sehr teuer ist.

Bei der Verwendung der Präsensformt ist wird davon ausgegangen, dass es das Hotel zum Sprechzeitpunkt noch gibt und dass es immer noch teuer ist. Es gibt einen deutlichen Gegenwartsbezug. Eine mögliche Gesprächssituation wäre, dass jemand ebenfalls an Hotels in New York interessiert ist.

Es erstaunt mich nicht, dass das Hotel, in dem ihr in New York wart, sehr teuer war.

Bei der Verwendung der Präteritumsform war wird nichts über den gegenwärtigen Zustand des Hotels gesagt. Es gibt keinen direkten Gegenwartsbezug. Das Hotel kann noch bestehen und immer noch teuer sein, es kann aber auch geschlossen oder ausgesprochen billig geworden sein. Die Formulierung bleibt innerhalb der Schilderung von etwas Vergangenem. Sie könnte zum Beispiel ein interessierter oder höflicher Kommentar zu einem Reisebericht sein.

Die Wahl der Zeitform hängt also vom weiteren Kontext ab. Wichtig ist hier nicht ein zeitliches Verhältnis zwischen zwei Teilsätzen (z.B. Gleichzeitigkeit oder Nachzeitigkeit), sondern die Frage, ob in einem Teilsatz ein Bezug zur Gegenwart besteht. Das ist auch in den folgenden, „selbstgestrickten“ Beispielsätzen der Fall:

Ohne direkten Gegenwartsbezug:

Ich traf dort eine Frau, die im Zirkus arbeitete.
Er sang ein Lied, das mir gut gefiel.
Ich wusste, dass er in Salzburg wohnte.

Mit Bezug auf die Gegenwart:

Ich traf dort eine Frau, die im Zirkus arbeitet.
Er sang ein Lied, das mir gut gefällt.
Ich wusste, dass er in Salzburg wohnt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Trotzdem dennoch wie obwohl?

Frage

Wie unterscheiden sich die Konjunktionen „trotzdem“, „dennoch“ und „obwohl“?

Antwort

Sehr geehrte Frau S.,

das Wort obwohl ist eine Konjunktion, die einen Einräumungssatz (Konzessivsatz) einleitet. In einem Einräumungssatz wird eine Situation, eine Ursache geschildert, die nicht die zu erwartende oder gewünschte Wirkung hat:

Obwohl es stark regnete, fuhr sie mit dem Fahrrad zu Schule.
Sie fuhr mit dem Fahrrad zur Schule, obwohl es stark regnete.

In einem Satz mit dem Wort dennoch, wird die nicht gewünschte oder nicht zu erwartende Folge angegeben:

Es regnete stark und dennoch fuhr sie mit dem Fahrrad zur Schule.
Selbst wenn es stark regnete, fuhr sie dennoch mit dem Fahrrad zur Schule.

Dabei ist das Wort dennoch keine Konjunktion, sondern ein sogenanntes Konjunktionaladverb. Wie eine Konjunktion verbindet es zwei Sätze miteinander, es hat aber die Wortstellung eines Adverbs. Es ist ein Satzglied und kann als solches allein vor der konjugierten Verbform oder im Satzinnern stehen:

Dennoch fuhr sie mit dem Fahrrad zur Schule.
Sie fuhr dennoch mit dem Fahrrad zur Schule.

Zum Vergleich: Mit der Konjunktion obwohl ist dies nicht möglich:

nicht: *Obwohl regnete es stark …
nicht: *Es regnete obwohl stark …

(Vgl. auch Unterschied zwischen Konjunktionaladverbien und Konjunktionen.)

Ein spezieller Fall ist trotzdem. In der Standardsprache ist es wie dennoch ein Konjunktionaladverb. Es hat auch ungefähr die gleiche Bedeutung:

Es regnete stark und trotzdem fuhr sie mit dem Fahrrad zur Schule.
Selbst wenn es stark regnete, fuhr sie trotzdem mit dem Fahrrad zur Schule.

Manchmal wird trotzdem aber auch wie obwohl als Konjunktion verwendet. Es hat dann die gleiche Bedeutung wie obwohl:

Trotzdem es regnete, fuhr sie mit dem Fahrrad zur Schule.
Sie fuhr mit dem Fahrrad zur Schule, trotzdem es regnete.

Diese Verwendung von trotzdem ist aus der Formulierung trotz dem, dass entstanden.

Aber: Nicht alle finden trotzdem im Sinne von obwohl standardsprachlich korrekt. Vorsichtige unter Ihnen verwenden trotzdem deshalb besser nur mit der Bedeutung dennoch. Wenn Sie aber kein Problem mit trotzdem im Sinne von obwohl haben und die eventuelle Kritik, es sei umgangssprachlich, Sie nicht stört, können Sie trotzdem auch als konzessive Konjunktion verwenden. Sie verwenden dann also trotzdem dennoch wie obwohl.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Eine besondere Konstruktion: Wer sagen die Leute, dass ich sei?

Heute wieder einmal etwas aus den „Randbezirken“ der Grammatik:

Frage

In seiner Übersetzung des Evangeliums nach Markus (Kapitel 8, Verse 27 und 29) lässt Martin Luther Jesus folgende Fragen an seine Jünger richten: „Wer sagen die Leute, dass ich sei? […] Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei?“ Ich frage mich, was das in grammatischer Hinsicht ist. Was sagen Sie, dass derartige Fragen in grammatischer Hinsicht sind? […]

Antwort

Sehr geehrte Frau G.,

es handelt sich hier um ein eher spärlich beschriebenes Phänomen der deutschen Sprache. Das liegt wohl daran, dass es ziemlich komplex ist, aber auch daran, dass diese Konstruktion je nach Verb sehr unterschiedlich bewertet wird. Nicht alle finden solche Konstruktionen standardsprachlich korrekt.

Es handelt sich um eine Gruppe von Verben, manchmal „Brückenverben“ genannt, bei denen ein zum Nebensatz (o. zur Infinitivkonstruktion) gehörender Teil im übergeordneten Satz steht. Zu diesen Verben gehören Verben des Denkens und Sagens (sagen, behaupten, glauben, meinen, denken) aber auch versuchen.

Wer bin ich?
Wer, glaubst du, bin ich.
Wer glaubst du, dass ich bin.

Sie sagen, dass ich X sei.
Wer, sagen sie, sei ich?
Wer sagen sie, dass ich sei?

Ich habe ihr den Wagen verkauft.
Wem, sagst du, hast du den Wagen verkauft?
Wem sagst du, dass du den Wagen verkauft hast?

Er fährt nach Basel.
Wohin, denkst du, fährt er?
Wohin denkst du, dass er fährt?

Hier wird eine komplizierte Struktur mit doppelter Inversion (glaubst du, bin ich) mittels eines dass-Satzes aufgelöst (nach dem Muster: Ich denke/glaube/sage, dass …). Dabei entsteht ein Fragesatz, in dem nicht ein Satzteil des Hauptsatzes erfragt wird, sondern ein zum Nebensatz gehörender Satzteil. Der erfragte Satzteil wird dabei aus dem Nebensatz nach links in den Hauptsatz verschoben. So ist das Fragwort wohin im letzten Beispiel nicht von denken abhängig (nicht: wohin denken?) sondern von fahren (wohin fahren?)

Der dass-Satz ist ein Objektsatz, das heißt, er hat im Gesamtsatz die Funktion eines Akkusativobjekts. Das Besondere daran ist aber, dass ein Teil dieses Objektsatzes als Fragewort im übergeordneten Satz steht.

Bei versuchen kann etwas ganz Ähnliches geschehen:

Ich versuche, ihr meinen Wagen zu verkaufen.
Wem versuchst du deinen Wagen zu verkaufen?
Welchen Wagen versuchst du ihr zu verkaufen?

Hier wird nach einem Satzteil gefragt, der zur Infinitivkonstruktion gehört. Dabei wird das Erfragte auch hier aus der Infinitivkonstruktion gelöst und in den übergeordneten Satz verschoben: Wem resp. Welchen Wagen ist nicht von versuchen, sondern von verkaufen abhängig.

Diese Verschiebung eines Satzteils aus dem untergeordneten Satz in den übergeordneten Satz ist nur bei einer kleinen Gruppe von Verben möglich. Weiter halten nicht alle überall solche Formulierungen für standardsprachlich wirklich korrekt. Es gäbe auch sonst noch viel zu erläutern und zu präzisieren. Ich finde es aber auch so schon erstaunlich, wie sich bei genauerer Analyse erweisen kann, dass augenscheinlich recht gewöhnliche Sätze eine sehr ungewöhnliche Struktur haben. Doch wen glaube ich damit beeindrucken zu können?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Es wird das Platzhalter-es nicht immer verwendet

Frage

In der Süddeutschen Zeitung las ich den Satz „Es ist diese Sendung erst einmal nichts Besonderes“. Beim Lesen stockte ich; mir kam der Satz falsch vor. Allerdings weiß ich nicht genau, warum das so ist, denn „es“ kann ja durchaus als Platzhalter im Vorfeld stehen, beispielsweise bei „Es steht ein Schrank im Gang“, was ich bei Canoo nachlesen konnte. Haben Sie vielleicht eine Erklärung dafür, warum mir der Satz trotzdem ungrammatisch vorkommt?

Antwort

Sehr geehrter Herr B.,

der Satz, den Sie zitieren, ist nicht grundsätzlich falsch. Im Prinzip ist die Formulierung mit einem Platzhalter-es fast immer möglich. Sie ist aber nicht immer gleichermaßen üblich. Ich konnte leider „auf die Schnelle“ keine fundierten Untersuchungen dazu finden oder gar selbst durchführen. Folgendes scheint der Fall zu sein:

Die Formulierung mit einen Platzhalter-es ist im heutigen Deutschen dann üblich, wenn eine Aussage über etwas Unbestimmtes gemacht wird (unbestimmt im Sinne von nicht vorher erwähnt, nicht bereits bekannt; oft an der Verwendung des unbestimmten Artikels oder des Nullartikels erkennbar). Die folgenden Beispiele sind ganz normale Sätze:

Es steht ein großer Schrank im Gang.
Es spielen Kinder im Garten.
Es wartet jemand auf Sie.
Es wurde eifrig getanzt.
Es wurde eine besondere Sendung ausgestrahlt.

Wenn aber eine Aussage über etwas Bestimmtes (vorher Erwähntes oder als bekannt Vorausgesetztes) gemacht wird, wirken Formulierungen mit einem Platzhalter-es ziemlich veraltet oder sehr poetisch:

Es steht der große Schrank im Gang.
Es spielen die Kinder im Garten.
Es wartet Ihre Tochter auf Sie.
Es tanzten die Gäste eifrig.
Es ist diese Sendung erst einmal nichts Besonderes.

Der Satz in der Süddeutschen Zeitung verstößt gegen diese „Regel“. Es wird eine Aussage über etwas Bestimmtes, im Kontext vorher Erwähntes gemacht, nämlich diese Sendung. Deshalb wirkt die Aussage ungewöhnlich und gestelzt oder veraltet. (Es ist möglich, dass der Autor oder die Autorin die Formulierung bewusst so gewählt und z. B. humoristisch oder ironisch gemeint hat.)

Es hat also mit Unbestimmtheit und Bestimmtheit zu tun, dass der erste der beiden folgenden Sätze im heutigen Deutschen natürlicher klingt als der zweite:

Es werden Ostereier im Garten versteckt.
Es werden die Ostereier aber im Schnee nicht mehr gefunden.

Die Form des zweiten Satzes ist nicht mehr aktuell. Möge sein Inhalt nicht aktuell werden!

Frohe Ostern!

Dr. Bopp

Nicht zu haben eingeladen werden können?

Es gibt Fragen, die fast nur von Deutschlernenden gestellt werden, die Tabellen mögen und gerne systematisch vorgehen. Weniger systematisch vorgehenden Lernenden fällt das Problem nicht auf und die meisten Muttersprachigen wissen gar nicht, dass es diese Frage überhaupt geben könnte (außer wenn sie gerne mit möglichst vielen Verbformen jonglieren). Ich hatte sie mir jedenfalls bis jetzt noch nie gestellt.

Frage

Nehmen wir diesen Satz:

Peter bedauert es, dass er nicht eingeladen wird.

Er kann auch so geschrieben werden:

Peter bedauert es, nicht eingeladen zu werden.

Wie ist es bei diesem Satz:

Peter bedauert es, dass er nicht eingeladen werden konnte.

Kann ich hier auch „zu“ statt „dass“ verwenden?

Antwort

Guten Tag A.,

nach bedauern kann tatsächlich sowohl ein dass-Satz als auch eine Infinitivkonstruktion mit zu stehen. Die Infinitivkonstruktion kann dann stehen, wenn das Subjekt im dass-Satz mit dem Subjekt des Hauptsatzes identisch ist. Das geht aber – wie ich dank Ihrer Frage feststellen konnte – nicht ganz immer:

Peter bedauert es, dass er (= Peter) nicht eingeladen wird.
→ Peter bedauert es, nicht eingeladen zu werden.

Wenn der Nebensatz vorzeitig ist (Präteritum o. Perfekt):

Peter bedauert es, dass er nicht eingeladen wurde.
Peter bedauert es, dass er nicht eingeladen worden ist.
→ Peter bedauert es, nicht eingeladen worden zu sein.

Auch mit einem Modalverb funktioniert das gut (Peter kann nicht eingeladen werden, weil er kein Clubmitglied ist):

Peter bedauert es, dass er nicht eingeladen werden kann.
→ Peter bedauert es, nicht eingeladen werden zu können.

Wenn wir aber die Vorzeitigkeit mit einem Modalverb kombinieren, wird es schwierig:

Peter bedauert es, dass er nicht eingeladen werden konnte.
Peter bedauert es, dass er nicht hat eingeladen werden können.

Die entsprechende Infinitivkonstruktion müsste wohl so aussehen:

→ (?) Peter bedauert es, nicht zu haben eingeladen werden können.
→ (??) Peter bedauert es, nicht eingeladen werden können zu haben.

Niemand verwendet aber Infinitivkonstruktionen wie diese. Sie sind rein theoretisch vielleicht möglich, werden aber nicht so realisiert. Während bei finiten (konjugierten) Verbgruppen Anhäufungen von Verbformen wie hat eingeladen werden können mit etwas Konzentration gerade noch zu meistern sind, wird uns dies bei Infinitivkonstruktionen offenbar doch etwas zu kompliziert. Nicht alles, was bei einer systematischen Betrachtungsweise theoretisch möglich sein müsste, ist es auch in der Praxis.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp