Alles bleibt selbst höflich klein

Eine häufiger gestellte Frage, die ausnahmsweise einmal (fast) ohne Wenn und Aber zu beantworten ist:

Frage

Jetzt, zu Weihnachten, möchten wir uns bei allen Kolleginnen und Kollegen bedanken. Da die Wörter Kolleginnen und Kollegen im Text nicht noch einmal vorkommen sollen, lautet der Satz: „Wir möchten uns bei allen für das Engagement bedanken.“ Nun kam die Frage auf, ob allen groß- oder kleingeschrieben wird?

Antwort

Sehr geehrter Herr B.,

man schreibt alle/alles immer klein. Es wird nur in der Wendung sein Ein und (sein) Alles sowie natürlich am Satzanfang und wie oben als erstes Wort in einer Überschrift großgeschrieben. Ihr Satz ist also richtig geschrieben:

Wir möchten uns bei allen für das Engagement bedanken.

Ebenso zum Beispiel:

Hast du alle informiert?
Ich habe mit allen geredet.
Wenn alle nur noch Hbf. verstehen

Die Kleinschreibung gilt also auch dann, wenn alle sich auf Personen bezieht. Sie gilt sogar dann, wenn man sich direkt in der Höflichkeitsform an mehrere Personen richtet:

Wir danken Ihnen allen für Ihren Einsatz
Ich möchte Sie alle herzlich einladen …

Sehen Sie auch diese Seiten zur Rechtschreibung von alle und zur Kleinschreibung von Pronomen im Allgemeinen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

„Happy Chanukka“ auf Deutsch

Seit Freitagabend, dem Vorabend des 25. Tages des jüdischen Monats Kislew, wird Chanukka gefeiert. Chanukka oder das Lichterfest ist das jährlich gefeierte achttägige Fest zum Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem  im 2. Jahrhundert v. Chr. (nach dem jüdischen Kalender im Jahr 3597). Es ist ein Familienfest, das verschieden Gebräuche kennt: Die Kerzen des Chanukka-Leuchters werden in einer bestimmten Reihenfolge eine nach der anderen angezündet, Kinder erhalten Geschenke, man isst traditionell in Öl gebackene Gerichte (u. a. Berliner Pfannkuchen) usw.

Ich muss gestehen, dass meine Kenntnisse des jüdischen Brauchtums sehr beschränkt sind. Ohne die Hilfe von Nachschlagwerken wäre die obenstehende Information noch viel spärlicher geblieben. Fast am meisten habe ich mich aber über die folgende Wissenslücke gewundert:  Dank amerikanischen Filmen und Seifenopern wusste ich zwar, dass man jemandem auf Englisch „Happy Chanukka!“ wünscht, aber wenn ich das auf Deutsch hätte sagen wollen, wäre ich nicht viel weiter gekommen als „ähm…“. Nach einigem Suchen bin ich dann fündig geworden. Es ist ganz einfach: „Frohes Chanukka!“ Es gibt wahrscheinlich noch anderer Arten, jemandem ein schönes Chanukka-Fest zu wünschen, aber diese Wendung kann sogar ich mir gut merken. Sie gleicht ja ungemein einem der gebräuchlichsten Wünsche zum bevorstehenden Weihnachtsfest. Wenn Sie also Chanukka feiern: Frohes Chanukka!

Wenn alle nur noch Hbf. verstehen

Frage

In einem Forum kam die Frage auf, warum das Wort Hauptbahnhof mit HBF und nicht z. B. mit HBH oder nur BF oder BH abgekürzt wird. Vielleicht können Sie uns ja ein bisschen Licht ins Dunkle bringen, da es leider so viele Vermutungen gibt. Und mittlerweile verstehen alle nur noch Bahnhof …

Antwort

Sehr geehrter Frau R.,

warum etwas so und nicht anders abgekürzt wird, ist oft nicht eindeutig zu sagen. Es gibt nämlich keine festen Regeln, wie etwas abgekürzt werden muss. Oft verwendet man die Anfangsbuchstaben des Wortes, eines Wortteils oder einer Silbe, manchmal aber auch Endbuchstaben (z.B. Ltg. = Leitung, lt. = laut, Bgld. = Bargeld). Da es keine festen, allgemeingültigen Regeln gibt, ist  für viele Begriffe mehr als eine Abkürzung üblich. Wichtig ist eigentlich nur, dass eine Abkürzung im Zusammenhang, in dem sie verwendet wird, möglichst eindeutig ist.

Nun zum konkreten Fall: Die im Bahnwesen übliche Abkürzung für Bahnhof ist Bf. In der Allgemeinsprache wird auch Bhf. abgekürzt. Die Abkürzung Bh. kommt ebenfalls vor. Warum das Bahnwesen nicht Bh. oder BH verwendet, ist schwer zu sagen. Vielleicht war die Abkürzung schon „bahnintern“ besetzt. Es könnte auch sein, dass Verwechslungen mit anderen BHs (u. a. Bezirkshauptmannschaft, Bundesheer, Büstenhalter) vermieden werden sollten.

Die im Bahnwesen übliche Abkürzung für Bahnhof ist also Bf. Die Abkürzung für Hauptbahnhof ist entsprechend Hbf.:

Hbf. Leipzig
Leipzig Hbf.

In der Schweiz ist allerdings die Abkürzung HB üblich:

HB Zürich
Zürich HB

Und auch hier kennt die Allgemeinsprache zusätzlich eine andere Abkürzung: Hbhf.

Ich kann also mit einiger Sicherheit sagen, dass die „offiziellen“ Abkürzungen Bf. und Hbf. (HB) sind. Ich kann nur darüber mutmaßen, warum im Bahnwesen diese und nicht andere Abkürzungen üblich sind (Abkürzung schon „besetzt“, Vermeidung von Verwechslungen). Es ist übrigens nicht falsch, in der Allgemeinsprache andere Abkürzungen wie zum Beispiel  Bhf., Bh. Hbhf. zu verwenden. Genießen Sie diese „Freiheit“! Wichtig ist, dass deutlich ist, was Sie meinen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Die Kurzversion der Fünfundzwanzigerpackung

Frage

Wie schreibt man 25 er Packung korrekt?

Antwort

Sehr geehrter Herr J.,

man schreibt

Fünfundzwanzigerpackung

oder abgekürzt mit Ziffern

25er-Packung

So einfach kann es manchmal sein! Die entsprechende Rechtschreibregel finden Sie hier. Weitere Beispiele:

Sechserpackung 6er-Packung
im Zehnerpack im 10er-Pack
das Zwölfersystem das 12er-System
die 68er-Generation

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Wer erschreckt heute Ihre Kinder?

Dass der Sankt Nikolaus aus der Türkei stammt, in Amerika unter dem Namen Santa Claus zum Weihnachtsmann mutiert und als solcher mit Coca Colas Hilfe nach Europa zurückgekehrt ist, wissen Sie vielleicht schon. Aber wussten Sie auch, dass er, der gütig-strenge Ermahner, der die Herzen der Kinderchen mit einer Mischung von Furcht und Vorfreude höher schlagen lässt, dass also dieser Nikolaus, Samichlaus, Santiklaus, Nikolo, Niglo oder wie Sie ihn nennen, je nach Region andere Begleiter hat, die für die Furcht der lieben oder eben nicht so lieben Sprösslinge zuständig sind?

Im Norden und in der Mitte Deutschlands kommt er zusammen mit Knecht Ruprecht. Im Rheinland begleitet ihn der Belznickel oder Hans Muff, im Elsass Hans Trapp und in der Schweiz meist der Schmutzli. Vom Südtirol über Österreich bis nach Bayern sind die Krampusse fürs Einschüchtern zuständig. All diese Figuren dien(t)en dazu, die Angst vor Ungehorsam zu schüren. Aber wie das so ist, ein Jahr ist lang, vor allem wenn man noch klein ist, so dass es auch Ruprecht, Krampus, Schmutzli und Konsorten nie gelungen ist, die lieben Kleinen sehr lange nur lieb sein zu lassen.

Wie man sieht, haben solche Bräuche viele regionale Varianten und Namen. Ich haben bei der Aufzählung bestimmt einige Begleiter des Sankt Nikolaus vergessen. Mit welcher Figur verunsichern Sie am heutigen Nikolaustag die nicht ganz so lieben Kleinen? Vor wem fürchteten Sie sich ein wenig, als Sie noch nicht ganz davon überzeugt waren, dass alles nur Verkleidung ist?

Angstschweiß: Wenn Konsonanten sich häufen

Gestern fragte mich ein Kollege nach Angstschweiß. Er weiß natürlich, dass ich nur ein „Sprachdoktor“ bin. Er meinte also nicht die emotional bedingte Drüsensekretion, sondern das Wort.  Angstschweiß wird nämlich häufig dann genannt, wenn es um das deutsche Wort mit der höchsten Anzahl nacheinanderstehenden Konsonanten geht. Es hat deren acht: ngstschw.

Wahrscheinlich stimmt diese Aussage sogar, wenn man die Suche auf in Wörterbüchern verzeichnete Wörter beschränkt. Aber auch dann muss Angstschweiß den ersten Platz mit Angstschrei teilen. Außerdem zählt man nur die geschriebenen und nicht die gesprochenen Konsonanten. So werden zum Beispiel die Buchstaben ng als ein Nasallaut [ŋ] gesprochen und stehen die drei Buchstaben sch für nur einen gesprochenen Zischlaut [ʃ].

Das Wort Angstschweiß hat zwar acht geschriebene, aber nur fünf gesprochene aufeinanderfolgende Konsonanten (ng-s-t-sch-w). So einzigartig ist es deshalb eigentlich nicht, denn fünf gesprochene Konsonanten hintereinander gibt es recht häufig: Dunstglocke, Schwertstreich, Dialektsprecher, Waldstraße usw. Die Verbform röntgst endet sogar mit fünf Konsonanten. Wahrscheinlich ist es darum kaum möglich, dieses Wort überhaupt auszusprechen.

Mit einer Anhäufung von einem halben Dutzend gesprochenen Konsonanten können zum Beispiel Durststrecke und Kunstspringen aufwarten.

Wenn wir den Bereich der Wörterbücher verlassen und die Phantasie etwas spielen lassen, ist es einfach möglich, weitere Wörter mit großen Konsonantenansammlungen zu bilden. Zum Beispiel:

Herbstschnee
8 geschriebene und 6 gesprochene Konsonanten
Herbststreifen
7 geschriebene und 7 (!!) gesprochene Konsonanten

Unübertroffen ist wahrscheinlich der Borschtschschmand: 12 (!!) geschriebene und 6 gesprochene Konsonanten hintereinander! Borschtsch ist aber nicht wirklich ein deutsches Wort und ich bezweifle, dass es spezielle Sahne für Borschtsch gibt. Bei Wortspielereien wie diesen sollte man es aber mit solchen Dingen nicht so streng nehmen. Wenn man auch noch Dialektwörter wie Gschnader und Gschwätz zulässt, kann man auf noch höhere Zahlen kommen.

Angst vor dem Leuchtturm?

Aus aktuellem Anlass: Das Wort Minarett geht über französisch minaret und türkisch minare auf arabisch manara zurück, wo es eigentlich Leuchtturm bedeutet. So gesehen wäre es ja gar nicht so abwegig: Welchen Sinn haben Leuchttürme in der Schweiz?

Und wenn Sie sich nur fragen, ob das zynisch gemeint ist: Ja, das ist es.

Natürlich weiß ich, dass der Ursprung des Wortes nur wenig mit der heutigen Bedeutung zu tun hat, dass es also um etwas ganz anderes als überflüssige Leuchttürme geht. Ich frage mich nur, ob der Moscheeturm und das Symbol der Bedrohung, das er sein soll, viel mehr miteinander zu tun haben. Worte und das, was sie bedeuten, verhalten sich sehr ähnlich zueinander wie Dinge und das, was sie symbolisieren. Nur weil in irgendeiner Weise ein Zusammenhang  hergestellt werden kann, braucht er noch lange nicht wahr zu sein. Je einfacher und „logischer“ einem der Zusammenhang präsentiert wird, desto vorsichtiger müsste man oft sein.

Anzischen und zuzischen

Frage

Kann ich jemandem etwas zuzischen oder kann ich ihn nur anzischen? Ich bin der Meinung, dass ich auch jemandem etwas zuzischen kann, z.B.

Er zischte ihm zu: »Und dich will ich in meinem Büro sehen, sofort!«

Meine Freundin ist felsenfest der Meinung, es müsse heißen:

Er zischte ihn an: »Und dich will ich in meinem Büro sehen, sofort!«

Sie sieht sich darin bestätigt, dass bei CanooNet kein entsprechender Eintrag zu finden ist. Ist dem also tatsächlich so, dass es zuzischen nicht gibt? Und falls zuzischen doch möglich sein sollte, gibt es einen Unterschied zwischen anzischen und zuzischen?

Antwort

Sehr geehrte Frau S.,

lassen Sie mich vorausschicken, dass die Tatsache, dass ein Wort nicht im Wörterbuch steht, nicht bedeutet, dass es das Wort nicht gibt. Unser Wörterbuch enthält zwar ca. 250 000 Einträge, aber damit sind lange nicht alle im Deutschen verwendeten und möglichen Wörter abgedeckt.

Die Wendung jemandem etwas zuzischen gibt es. Sie ist in jedem Fall korrekt gebildet. Viele Verben des Sagens, des Sichäußerns haben eine mit zu- abgeleitete Variante: jemandem etwas zuschreien, zurufen, zuflüstern, zuschnauben usw. Wenn Sie also zischen als eine Art des Sagens verwenden, können Sie ohne weiteres sagen, dass Sie jemandem einen Befehl, eine Verwünschung oder etwas anderes zuzischen.

Der Unterschied zwischen anzischen und zuzischen ist gleich wie der Unterschied zwischen zum Beispiel anschreien und zuschreien. Man zischt/schreit jemanden an und man zischt/schreit jemandem etwas zu:

Er zischte ihn an.
Er zischte ihm einen Befehl zu.

In Ihrem Beispiel sind beide Formulierungen möglich. Die Sicht auf das Geschehen ist leicht unterschiedlich, aber die Bedeutung ist weitgehend identisch.

Er zischte ihn an: „Und dich will ich in meinem Büro sehen, sofort!“
Er zischte ihm zu: „Und dich will ich in meinem Büro sehen, sofort!“

Vgl.

Er schrie ihn an: „Und dich will ich in meinem Büro sehen, sofort!“
Er schrie ihm zu: „Und dich will ich in meinem Büro sehen, sofort!“

Ein kleiner Unterschied liegt vielleicht darin, dass man der angezischten Person gegenüberstehen muss, während man die Person, der man etwas zuzischt, nicht unbedingt ansehen muss. Anzischen ist also direkter, konfrontierender. Wirklich freundlich gemeint ist allerdings keines von beiden.

Mir freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Vergangenes Präsens: Als er zurückkommt …

Frage

Ich habe eine Frage zur Konjunktion als. Die Grammatikregel zu als sagt, dass man es benutzt, wenn es sich um eine einmalige Handlung in der Vergangenheit handelt. Nun bin ich aber auf diesen Satz gestoßen:

Als er zurückkommt, kann er die Tür nicht öffnen, weil der Schlüssel nicht passt.

Der Satz steht im Präsens. Es ist eine Handlungsbeschreibung in der Gegenwart. Das widerspricht der als-Regel. Gibt es dafür eine Erklärung?

Antwort

Sehr geehrte Frau L.,

es ist richtig, dass als dann als zeitliche Konjunktion benutzt wird, wenn es sich um eine einmalige Handlung in der Vergangenheit handelt:

Als er zurückkam, konnte er die Tür nicht öffnen, weil der Schlüssel nicht passte.

In der Gegenwart (oder der Zukunft) steht dafür wenn:

Wenn er zurückkommt, kann er die Tür nicht öffnen, weil er den Schlüssel vergessen hat.

Ihr Beispielsatz kann aber trotzdem richtig sein. In einer Erzählung kann sich das Präsens als sogenanntes historisches Präsens auch auf  Vergangenes beziehen. Man kann dann auch als verwenden, weil die Handlung in der Vergangenheit stattfindet, auch wenn die Verbform im Präsens steht.

Er trieb sich in der Stadt herum, weil er es zu Hause nicht mehr ausgehalten hatte. [Szenen- und Tempuswechsel; wir bleiben aber in der Vergangenheit:] Als er zurückkommt, kann der die Tür nicht öffnen. Der Schlüssel passt nicht mehr.

Erstaunlicherweise kann das Präsens also Vergangenes ausdrücken. Wie ist das möglich? Ganz einfach: Wir nennen die Zeitformen des Verbs zwar Gegenwart (Präsens), Zukunft (Futur) und Vergangenheit (Präteritum), aber wir halten uns nicht daran. Diese Bezeichnungen stimmen oft nicht mit der eigentlichen Zeit der Handlung, die beschrieben wird, überein:

[Präsens der Vergangenheit]
Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, sind sie in Portugal.
Als Karl der Große stirbt, erstreckt sich sein Reich von den Pyrenäen bis zur Elbe.

[Perfekt der Zukunft]
Wir haben die Arbeit spätestens morgen vollendet.

[Futur der Vermutung in der Gegenwart]
Er wird wieder in der Kneipe sitzen.

[Präsens der Zukunft]
In hundert Jahren spielt das keine Rolle mehr.

Der Name, den wir einer Verbform geben, ist also oft nicht mehr als ein Etikett, das nicht viel mit dem Inhalt zu tun hat. In der CanooNet-Grammatik finden Sie weitere Informationen zum historischen Präsens, zum Verhältnis Tempus – objektive Zeit und zu den Tempusfunktionen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Team-Besprechung über das Personal-Management oder Teambesprechung über das Personalmanagement?

Frage

Heute benötige ich wieder einmal Ihre Hilfe beim schwierigen Thema Bindestriche! Wie verhält es sich bei Kombinationen aus englischen (oder schon eingedeutschten) und deutschen Wörtern? Bisher habe ich sie immer mit Bindestrich geschrieben, bin aber mittlerweile bei bestimmten Begriffen verunsichert. Können Sie weiterhelfen? Hier ein paar Beispiele aus meinen Texten: Personal-Management, Software-Modul, Ressourcen-Planer, Team-Besprechung.

Antwort

Sehr geehrte Frau P.,

Zusammensetzungen von oder mit Fremdwörtern – auch aus dem Englischen – werden im Prinzip gleich geschrieben wie „normale“ Zusammensetzungen: zusammen. Sie schreiben also am besten:

Personalmanagement
Softwaremodul
Ressourcenplaner
Teambesprechung

Bei langen und unübersichtlichen fremdsprachigen Nomen-Nomen-Verbindungen KANN man Bindestriche verwenden, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Zum Beispiel:

Desktopmanagement o. Desktop-Management
Hardcovereinband o. Hardcover-Einband
Sciencefiction o. Science-Fiction
Sciencefictionautorin o. Science-Fiction-Autorin (o. Sciencefiction-Autorin)

Die Schreibungen mit Bindestrich sind also auch bei Ihren Beispielen nicht grundsätzlich falsch. Falsch wäre hier aber die auch immer öfter anzutreffende Getrenntschreibung!

Es liegt an Ihnen, wann Sie eine Verbindung für so unübersichtlich halten, dass ein Bindestrich angebracht ist. Ich finde, dass man den Lesern oft viel längere Wörter zumuten kann, als allgemein gedacht wird. Meine Empfehlung ist deshalb: Gehen Sie sparsam mit dem Bindestrich um! So würde ich in keinem Ihrer eingangs genannten Beispiele einen Bindestrich verwenden.

Die entsprechenden Rechtschreibregeln und noch mehr zum Thema Fremdwörter und Bindestrich finden Sie hier und hier.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp