Die Kurzversion der Fünfundzwanzigerpackung

Frage

Wie schreibt man 25 er Packung korrekt?

Antwort

Sehr geehrter Herr J.,

man schreibt

Fünfundzwanzigerpackung

oder abgekürzt mit Ziffern

25er-Packung

So einfach kann es manchmal sein! Die entsprechende Rechtschreibregel finden Sie hier. Weitere Beispiele:

Sechserpackung 6er-Packung
im Zehnerpack im 10er-Pack
das Zwölfersystem das 12er-System
die 68er-Generation

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Team-Besprechung über das Personal-Management oder Teambesprechung über das Personalmanagement?

Frage

Heute benötige ich wieder einmal Ihre Hilfe beim schwierigen Thema Bindestriche! Wie verhält es sich bei Kombinationen aus englischen (oder schon eingedeutschten) und deutschen Wörtern? Bisher habe ich sie immer mit Bindestrich geschrieben, bin aber mittlerweile bei bestimmten Begriffen verunsichert. Können Sie weiterhelfen? Hier ein paar Beispiele aus meinen Texten: Personal-Management, Software-Modul, Ressourcen-Planer, Team-Besprechung.

Antwort

Sehr geehrte Frau P.,

Zusammensetzungen von oder mit Fremdwörtern – auch aus dem Englischen – werden im Prinzip gleich geschrieben wie „normale“ Zusammensetzungen: zusammen. Sie schreiben also am besten:

Personalmanagement
Softwaremodul
Ressourcenplaner
Teambesprechung

Bei langen und unübersichtlichen fremdsprachigen Nomen-Nomen-Verbindungen KANN man Bindestriche verwenden, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Zum Beispiel:

Desktopmanagement o. Desktop-Management
Hardcovereinband o. Hardcover-Einband
Sciencefiction o. Science-Fiction
Sciencefictionautorin o. Science-Fiction-Autorin (o. Sciencefiction-Autorin)

Die Schreibungen mit Bindestrich sind also auch bei Ihren Beispielen nicht grundsätzlich falsch. Falsch wäre hier aber die auch immer öfter anzutreffende Getrenntschreibung!

Es liegt an Ihnen, wann Sie eine Verbindung für so unübersichtlich halten, dass ein Bindestrich angebracht ist. Ich finde, dass man den Lesern oft viel längere Wörter zumuten kann, als allgemein gedacht wird. Meine Empfehlung ist deshalb: Gehen Sie sparsam mit dem Bindestrich um! So würde ich in keinem Ihrer eingangs genannten Beispiele einen Bindestrich verwenden.

Die entsprechenden Rechtschreibregeln und noch mehr zum Thema Fremdwörter und Bindestrich finden Sie hier und hier.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Abstand bei Prozenten

Frage

Ich habe eine Frage zum Prozentzeichen, genauer zum Abstand zwischen der Zahl und dem Zeichen. Wird ein Abstand gesetzt oder nicht? Die Kolleginnen vom Duden sind da nämlich uneins. Im aktuellen Rechtschreibeduden (25. Aufl.) steht: Ja, ein Abstand, wenn auch kleiner als beim Wortzwischenraum. Im Duden „Satz und Korrektur“ (2003, S. 76) heißt es: „Kein Leerzeichen“, somit auch kein Abstand, oder?

Antwort

Sehr geehrter Herr W.,

die amtliche Rechtschreibregelung beschäftigt sich nicht mit dieser Frage, das heißt, es gibt hierzu keine offizielle, allgemein verbindliche Regel. Es gibt aber viele, die einen solchen „ungeregelten“ Zustand nicht mögen. Wenn man sich also zum Beispiel nach DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung) richtet, setzt man zwischen Zahl und Prozentzeichen einen Abstand:

25 % mehr
über 75 % der Angestellten
zu 100 % erfüllt

Bei Ableitungen entfällt der Abstand:

25%ig
100%ige Erfüllung

In fortlaufendem Text sollte der Abstand allerdings sogenannt geschützt sein, damit Zahl und Prozentzeichen nie am Zeilenende voneinander getrennt werden. Wenn kein solcher geschützter Abstand zur Verfügung steht und man die Zeilenumbrüche nicht manuell unter Kontrolle halten kann, sollte man sich überlegen, den Abstand wegzulassen. Ohne Abstand zwischen Zahl und Prozentzeichen verstößt man vielleicht gegen gewisse typographische Konventionen, aber, wie gesagt, nicht gegen die amtlichen Rechtschreibregeln.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Warum „am besten“ kein großes B hat

Frage

Ich weiß nicht, ob es auf folgende Frage überhaupt eine Antwort gibt, aber wieso werden Superlative, die mit am gebildet werden, nicht wie Nomen behandelt und großgeschrieben? Spielt mir mein Sprachgefühl hier einen Streich und macht mich glauben, dass diese Superlative großgeschrieben werden „sollten“, da nach der verschmolzenen Präposition (an + dem = am) großgeschrieben wird?

Antwort

Sehr geehrter Herr B.,

warum schreibt man Superlativformen mit am wie zum Beispiel am besten klein, wenn man mit wie nach ihnen fragen kann? Die einfachste Antwort auf diese Frage lautet: weil dies in den Rechtschreibregeln ausdrücklich so steht (amtl. Regelung § 58.2).

Es geht hier um eine Frage, die zeigt, dass es in Sprache und Rechtschreibung oft mehr als eine „logische“ Lösung gibt. Man könnte nach der allgemeinen Regel sagen, dass ein Adjektiv nach am (an dem) wie ein Nomen verwendet wird und deshalb großgeschrieben werden sollte (wie zum Beispiel in: sich nur mit dem Besten zufriedengeben). Andererseits kann man sagen, dass diese Superlativform einfach eine gebeugte Form des Adjektivs ist, die mit am und der Endung -sten gebildet wird. Entsprechend schreibt man klein.

Die Rechtschreibregelung wählt die zweite Variante. Warum? – Die Superlativform mit am wird genau gleich verwendet wie die ungebeugten Formen des Positivs und des Komparativs:

Ich finde das gut/besser/am besten.
Dieses Auto fährt schnell/schneller/am schnellsten.
das schnell/schneller/am schnellsten fahrende Auto

Die Form am …sten übernimmt die Rolle der ungebeugten Superlativform, die es bis auf wenige Ausnahmen wie herzlichst (in herzlichst grüßen) nicht gibt. Sie wird deshalb nicht als Substantivierung gesehen, sondern als eine besondere Beugungsform des Adjektivs. Dafür spricht auch die Tatsache, dass das am in dieser Verwendung auch bei besonderer Betonung nicht in an dem aufgelöst werden kann:

Ich bin nur am Besten interessiert
Ich bin nur an dem Besten interessiert

Du weißt am besten, was du brauchst.
NICHT: Du weißt an dem besten, was du brauchst.

Bei der Schreibung der mit am gebildeten Superlativformen hat also eine „logische“ Begründung (Kleinschreibung als Flexionsform) die besseren Karten als die andere (Substantivierung durch bestimmten Artikel).

Natürlich geht es auch hier nicht ganz ohne Komplikationen. Wenn man nicht mit wie, sondern mit woran fragen kann, „gewinnt“ die Substantivierung aus syntaktischen Gründen. Man schreibt die Superlativform dann auch nach am groß:

Das brauchen sie am nötigsten (Wie brauchen sie das?)
Es fehlt ihnen am Nötigsten (Woran fehlt es ihnen?)

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Tren-nung oder Trenn-ung?

Hier wieder einmal eine häufiger vorkommende Frage:

Fragen

  • Darf ich das Wort: Fragestellungen auch hinter den beiden ll trennen, also Fragestell- ungen?
  • Wie trennt man das Wort Mitarbeiterinnen? Mitarbeiter-innen oder Mitarbeite-rinnen?

Antwort

Sehr geehrter Herr F.,
sehr geehrte Frau K.,

richtig trennt man:

Fragestel-lungen
Mitarbeite-rinnen

Wörter mit einem Suffix (einer Nachsilbe) wie -ung, -er, -in, -isch, -ig usw. trennt man wie einfache Wörter nach Sprechsilben. Das Suffix wird also nicht als Ganzes abgetrennt (außer wenn es einer Sprechsilbe entspricht). Zum Beispiel:

Stel-lung (nicht: Stell-ung)
Trai-ning (nicht: Train-ing)
Spie-ler (nicht: Spiel-er)
Spie-le-rin (nicht: Spiel-er-in)
schlam-mig (nicht: schlamm-ig)
bas-kisch (nicht: bask-isch)

Nur wenn das Suffix auch einer Sprechsilbe entspricht, wird es als Ganzes abgetrennt. Zum Beispiel:

Schön-heit
Wachs-tum
brief-lich

Genauere Angaben zur Trennung nach Sprechsilben finden Sie hier.

Präfixe (Vorsilben) hingegen werden immer als Ganzes abgetrennt:

aus-atmen
Ein-fluss
ent-arten
be-klemmen
Ge-zwitscher
Re-flex
zu-kneifen

Sehen Sie hierzu diese Rechtschreibregel.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Großes Du in E-Mails?

Wenn wir schon beim Thema Anreden in Briefen sind (siehe den vorhergehenden Eintrag), hier eine weiter Frage in diesem Zusammenhang:

Frage

In einem großen Internetforum kam die Frage eines älteren Mitglieds auf, ob die Anrede du nicht großgeschrieben werde. Es entfachte eine kleine Diskussion, die sich auf die folgende Frage reduzieren lässt: Kann die Sonderregel in §66 der amtlichen Rechtschreibregelung auch auf andere Dinge als den klassischen Brief erweitert werden oder ist es auch nach diesen Regeln zwingend notwendig, Forenanreden (hinzu kommen vielleicht sogar noch Chats und sogar E-Mails?) kleinzuschreiben?

Antwort

Sehr geehrter Herr P.,

es steht zu befürchten, dass ich die Diskussion nicht endgültig beschließen kann. Die Frage lautet, was die amtliche Regelung genau meint:

§ 66: Die Anredepronomen du und ihr, die entsprechenden Possessivpronomen dein und euer sowie das Reflexivpronomen sich schreibt man klein.

E: In Briefen können die Anredepronomen du und ihr mit ihren Possessivpronomen auch großgeschrieben werden

Wenn man sich buchstäblich an den Text hält  (es gibt nun einmal Leute, die das immer tun …), ist die Großschreibung von du nur in Briefen möglich. Doch was ist mit „in Briefen“ gemeint? Ich und andere interpretieren es so, dass damit nicht nur klassische Briefe, sondern schriftliche Äußerungen aller Art gemeint sind, in denen sich du oder ihr direkt an jemanden richtet. Es kann sich also auch um Widmungen, interne Memos, E-Mails, Forenbeiträge usw. handeln. Warum?

Es geht um die Möglichkeit (also nicht um die Verpflichtung), die Anrede du oder ihr als Ausdruck der Höflichkeit großzuschreiben. Diese Möglichkeit sollte einem in allen schriftlichen Äußerungen zur Verfügung stehen. Außerdem ist es in der heutige Zeit recht schwierig zu definieren, was genau ein Brief ist. Muss er zum Beispiel unbedingt auf Papier geschrieben sein? Muss er in einem Umschlag stecken? Hat nicht unter anderem die E-Mail in vielen Bereichen die Rolle des Briefes übernommen?

Es ist also eine Frage der Interpretation. Ist mit „in Briefen“ nur der klassische Brief gemeint – oder einfach eine direkt an jemanden gerichtet schriftliche Äußerung? Meine Interpretation kennen Sie nun. Ich bin halt auch schon ein bisschen älter …

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Bopp

Vom Wissenwollen und dem Nicht-begreifen-Können

Manchmal kommen bestimmte Fragen wie in Wellen auf. In letzter Zeit war die Frage nach der Schreibung von substantivierten Infinitivgruppen Ihr großer Favorit. Keine Angst, substantivierte Infinitivgruppe klingt „gefährlicher“ als es ist.

Fragen

  • Schreibt man das Wissen wollen oder das Wissenwollen, das Verzeihen können oder das Verzeihenkönnen?
  • Bei der Suche nach Regeln für die Schreibweise des folgenden Ausdrucks bin ich leider nicht fündig geworden: das Gefundenwerden?
  • Wie werden im folgenden Satz die Worte Erwachsen werden geschrieben: „Es gehört zum Erwachsen werden, dass man Verantwortung übernimmt“?
  • Wie schreibt man vom Gefüttertwerden bis zum allein Essen?
  • Könnten Sie mir bitte sagen, wie man das unter Druck setzen richtig schreibt, d.h. welche Wörter groß, welche klein, wo Bindestrich?
  • Wie wird das Folgende geschrieben:  ein Gefühl des Nicht begreifen könnens?

Antwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

wenn ein Infinitiv, das heißt die Grundform eines Verbs, als Substantiv verwendet wird, schreibt man groß:

das Lesen
beim Stricken einnicken
zum schnellen Aufwärmen
die Zeit mit Spielen und Fernsehen verbringen

Wenn man statt eines allein stehenden Infinitivs eine Infinitivgruppe als Substantiv verwendet, schreibt man ebenfalls groß. Bei einfacheren, in der Regel aus zwei Teilen bestehenden Gruppen schreibt man zusammen:

das Bücherlesen
beim Winterpulloverstricken einnicken
zum schnellen Selbstaufwärmen

Das bedeutet für die Beispiele in Ihren Fragen:

das Wissenwollen
das Verzeihenkönnen
das Gefundenwerden
das Erwachsenwerden
vom Gefüttertwerden bis zum Alleinessen

Bei komplexeren Infinitivgruppen verwendet man Bindestriche. Weiter schreibt man das erste Wort, den (letzten) Infinitiv und ggf. Substantive groß. Das führt dann zu solchen Schreibungen:

das Dicke-Bücher-Lesen
beim Für-die-ganze-Familie-Pullover-Stricken
zum schnellen In-der-Mikrowelle-Aufwärmen

Sie schreiben also auch:

das Unter-Druck-Setzen
ein Gefühl des Nicht-begreifen-Könnens

Es gäbe wahrscheinlich noch einiges zu sagen. Ich glaube aber, dass die Beispiele zeigen, wie es im Allgemeinen gemacht wird. Sie zeigen auch, dass man mit solchen Formulierungen vorsichtig und sparsam umgehen sollte. Sie sind nämlich schwerfällig und – vor allem wenn sie länger sind – nicht gerade einfach zu verstehen. Meist ist eine andere Formulierung vielleicht etwas länger, dafür eleganter und lesefreundlicher. Das war zwar nicht die Frage, aber ich möchte nicht, dass man mir noch den Vorwurf des Den-stilistischen-Aspekt-völlig-außer-Acht-Lassens macht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

PS: Wenn Sie sich die entsprechenden Rechtschreibregeln ansehen möchten, finden Sie sie hier:

Leuchtendes Blau und blaues Leuchten

Passend zum für viele nicht mehr allzu weit entfernten Anfang der Sommerferien eine Frage im Zusammenhang mit der Farbe des Meeres:

Frage

Welche Form stimmt?

Das Blau des Meeres leuchtet.
Das blau des Meeres leuchtet.

In der Schule gab es verschiedene Auffassungen!

Blau: Gemeint ist die Farbe, also ein Nomen (das).
blau: Wir fragen „Wie leuchtet das Meer?“ – „blau“, also ein Adjektiv.

Wer hat Recht?

Antwort

Sehr geehrter Herr A.,

richtig ist hier die Großschreibung:

Das Blau des Meeres leuchtet.

Das Adjektiv blau wird in diesem Satz als Substantiv verwendet. Das erkennt man unter anderem daran, dass es alleine nach dem Artikel das steht. Als Substantiv verwendete Adjektive schreibt man groß. Sehen Sie hierzu diese Rechtschreibregel.

Sinngemäß stimmt es, dass das Meer blau leuchtet. Konkret wird aber etwas anderes gesagt, nämlich dass das Blau des Meeres leuchtet. Nicht das Meer, sondern dessen Farbe leuchtet. Wichtig für die Groß- und Kleinschreibung ist nicht der tiefere Sinn, sondern die konkrete Satzkonstruktion. Man fragt deshalb in diesem Satz nicht mit wie?, sondern mit wer oder was? nach Blau:

Wer oder was leuchtet? – Das Blau des Meeres leuchtet.

Klein schreibt man blau in anderen Satzkonstruktionen wie zum Beispiel :

Wie leuchtet das Meer? – Das Meer leuchtet blau.

Wenn Sie bald ans Meer fahren und schönes Wetter mögen, kann es Ihnen aber ziemlich egal sein, ob man blau oder Blau schreibt. Hauptsache ist, dass Sie dort blaues Leuchten oder leuchtendes Blau antreffen. Dies gilt übrigens auch bei Bächen, Seen und Flüssen, falls Sie andere Landschaftstypen bevorzugen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Mause- bzw. Rattenfallen

Frage

Der Titel einer Broschüre heißt: „Ihr Erfolg durch Erbe- und Nachfolgeplanung“. Nun trat die Frage auf, ob es nicht richtiger wäre, ohne das e zu schreiben, da es ja auch Erbplanung heißt: „Ihr Erfolg durch Erb- und Nachfolgeplanung“. Was wäre aus Ihrer Sicht richtig?

Antwort

Sehr geehrte Frau B.,

richtig ist:

Ihr Erfolg durch Erb- und Nachfolgeplanung

Ein Ergänzungsstrich steht für den Wortteil, der weggelassen wird. Der Wortteil, den man stehen lässt, bleibt unverändert. Das gilt auch dann, wenn er wie hier Erb allein stehend kein eigenes Wort ist:

Erbplanung und Nachfolgeplanung => Erb- und Nachfolgeplanung

Andere Beispiele:

Endbearbeitung und Nachbearbeitung => End- und Nachbearbeitung
Erdbeereis oder Vanilleeis => Erdbeer- oder Vanilleeis
Mausefallen bzw. Rattenfallen => Mause- bzw. Rattenfallen
Vergnügungsparks und Freizeitparks => Vergnügungs- und Freizeitparks
weder einladen noch ausladen => weder ein- noch ausladen

Mehr zum Ergänzungsstrich finden Sie hier.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Fussball Club statt Fußballclub?

Frage

Ich habe eine Frage zum Wort Fußball . Die deutsche Rechtschreibung für das Wort Fußball ist eindeutig. Doch wenn das Wort Fußball für die Bezeichnung eines Fußballvereines verwendet wird, darf man dann das Wort sozusagen als Eigenname mit ss schreiben? Im konkreten Fall geht es um den Fußballverein Berliner Fussball Club Dynamo, die offizielle Abkürzung lautet BFC Dynamo.

Antwort

Sehr geehrter Herr Z.,

schreiben dürfen Sie im Prinzip so, wie Sie wollen, außer an der Schule und bei staatlichen Stellen. Die Rechtschreibung ist nämlich, grob gesagt, nur in diesen beiden Bereichen verbindlich. Wenn man sich aber – wie auch ich es empfehle – an die Rechtschreibregeln hält, schreibt man Fußball, nicht Fussball.

Beim BFC Dynamo spielt, wie Sie richtig vermuten, etwas anderes eine Rolle. Die Schreibung Berliner Fussball Club Dynamo kommt im Logo des Clubs vor. Es ist sogar eine Schutzmarke (oder soll es werden). In diesem Bereich, dem Bereich der Eigennamen, gelten die Rechtschreibregeln nur bedingt: Man kann seinen Club, seine Firma usw. so nennen und schreiben, wie man will. Insofern „darf“ also dieser Berliner Fußballclub in seinem Clublogo die Schreibung Fussball verwenden. Das Logo enthält übrigens noch einen zweiten „Fehler“: Fußballclub schreibt man zusammen.

Ein anderes Beispiel (über das sich, so weit ich weiß, kaum jemand aufregt) für eine von der amtlichen Regelung abweichende Schreibung dieser Art ist die geschützte Handelsmarke Meissener Porzellan der Meißener Firma Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH.

Es könnte sein, dass mehr oder weniger international orientierte Institutionen lieber ein Logo mit ss als eines mit dem außerhalb des deutschen Sprachraums nicht ganz so bekannten ß verwenden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp