Baldmöglich, baldmöglichst, möglichst bald

Frage

Gibt es das Wort „baldmöglich“ überhaupt? Muss es nicht korrekt „baldmöglichst“ heißen?

Antwort

Sehr geehrte Frau F.,

wenn man es rein statistisch anschaut, gibt es das Wort baldmöglich. Ein kurzer Google-Blick ins Netz zeigt nämlich, dass baldmöglich sehr häufig vorzukommen scheint (über 90 000 Treffer). Google-Zahlen sollten mit großer Vorsicht behandelt werden, sie zeigen hier aber immerhin, dass baldmöglich eine des Öfteren aus Tastaturen fließende Wortform ist. Trotzdem ist in zweierlei Hinsicht etwas nicht ganz in Ordnung.

Zuerst die Form:

Sie haben recht, dass es eigentlich baldmöglichst heißt. Der Ausdruck ist nicht mit so bald wie möglich, sondern mit möglichst bald verbunden. Es ist die Form, die man in den Wörterbüchern findet und die Google (man beachte wiederum den Bitte-mit-Vorsicht-genießen-Zeigefinger) mit über einer Million Treffern auch „statistisch“ unterstützt. Die im Deutschen übliche Form ist baldmöglichst.

Dann der Stil:

Die „korrekte“ Form baldmöglichst vermag allerdings nur mäßig zu überzeugen. Sie gilt im Allgemeinen als stilistisch unschöne, papierdeutsche Formulierung, die man besser vermeidet. Wenn Sie in einem Brief oder einer Mail versprechen wollen, eine Anfrage baldmöglichst zu behandeln, sollten Sie sich also überlegen, ob Sie die Anfrage nicht vielleicht viel eleganter so bald wie möglich oder möglichst bald behandeln möchten.

Das Wort baldmöglich gibt es in diesem Sinne nicht. Auch die übliche Form baldmöglichst sollte aus stilistischen Gründen vermieden werden. Letzteres ist allerdings, wie immer bei Stilistischem, vor allem eine Frage des Geschmacks.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Das Klischee vom holländischen Wohnwagen

Wenn Sie in eher südlichen Regionen weilen, wenn Sie Menschen hören, die beim Sprechen kratzende Rachengeräusche von sich geben, obwohl sie keine Deutschschweizer sind, wenn diese Menschen bei Nieselregen und 15 Grad zwar bunte Regenjacken aber trotzdem unbeirrt kurze Hosen tragen, wenn alle Zeltplätze voll sind, dann wissen Sie: Die Holländer sind da.

Das sind natürlich nur Klischees, die nicht auf alle Niederländer zutreffen. Ich nenne sie hier nicht nur, weil es einfach schön ist, manchmal hemmungslos in Klischees zu schwelgen, sondern auch deshalb, weil es Klischees gibt, die einfach stimmen: holländische Wohnwagen. Wie ich heute wieder einmal feststellen musste, sind an Ferienwochenenden auf europäischen Autobahnen (zu!) viele Wohnwagen und Wohnmobile unterwegs. Da ich nicht am Steuer saß, im fahrenden Auto nicht länger als dreißig Sekunden lesen kann, ohne dass mir unweigerlich schlecht wird, und weil ich etwas gegen die aufkommende Langweile tun musste, habe ich für Sie auf die Nummernschilder geachtet: Nicht alle Wohnwagen und Wohnmobile kommen aus den Niederlanden, aber ich kann ohne allzu stark zu übertreiben sagen, dass auf der Nord-Süd-Strecke, die wir befuhren, bei vier von fünf dieser Fahrzeuge ein NL auf dem Nummernschild steht.

Ich wusste gar nicht, dass es so viele Campingplätze gibt, dass für all diese Wohnwagen Platz ist! Aber was weiß ich schon davon? Mir persönlich sagt ein Zimmer mit gemauerten Wänden und direkt anschließendem Bad auch im Urlaub mehr als Vorzelte und Sanitärgebäude. Aber das ist – um ein weiteres Klischee zu bemühen – reine Geschmackssache. Ich gönne natürlich allen, auch den Niederländern und Niederländerinnen, ihren Campingurlaub.

Um dann doch noch etwas eher Sprachliches herbeizuziehen, stelle ich die Frage, ob man diese Art Klischees auch so nennt, wenn sie zutreffen? In anderen Worten: Ist das Klischee der Holländer mit ihren Wohnwagen ein Klischee oder einfach nur die Wahrheit? Meine Antwort lautet: Wenn viele, wie ich hier, es jeden Sommer wieder sagen und schreiben, ist es wohl auch ein Klischee, wenn es zutrifft.

Ich wünsche allen schöne Tage!

Dr. Bopp

Es tut mir leid wegen …

Frage

Ich such die deutsche Entsprechung für folgenden Satz „I’m sorry about last Saturday“:

Es tut mir leid wegen letztem Samstag.            .
Es tut mir leid wegen letzten Samstags.

Beides klingt immer komischer, je länger ich draufschaue. Was schlagen Sie vor? Ginge auch „Tut mir leid wegen letzten Samstag“?

Antwort

Sehr geehrter Herr T.,

eine nicht umgangssprachliche Übersetzung von I’m sorry about last Saturday ist etwas wortreicher als das englische Original. Je nachdem, was genau gemeint ist, zum Beispiel:

Der Vorfall von letztem Samstag tut mir leid.
Ich bedauere, was letzen Samstag geschehen ist.
Ich möchte mich für den letzten Samstag entschuldigen.

Die Formulierung (es) tut mir leid wegen etwas ist umgangssprachlich. Standardsprachlich heißt es eher: etwas tut mir leid. Deshalb will der „hehre“ Genitiv hier nicht passen, auch wenn er grammatikalisch noch zu verteidigen wäre. So spricht niemand:

nicht: Es tut mir leid wegen letzten Samstags.

In einer umgangssprachlichen Formulierung klingt der nach wegen standardsprachlich bei vielen so verpönte Dativ – zumindest in meinen Ohren – etwas besser:

Es tut mir leid wegen letztem Samstag.

Auch der Akkusativ kommt vor. Die Zeitangabe letzten Samstag bleibt dann als adverbiale Bestimmung ähnlich wie unflektierbare Adverbien (gestern, damals) „ungebeugt“:

Es tut mir leid wegen letzen Samstag.

Diese Verwendung eines „unveränderlichen Akkusativs“ nach einer Präposition ist aber standardsprachlich ebenfalls nicht üblich.

Wenn Sie in der deutschen Übersetzung eine standardsprachliche Formulierung wählen müssen, sollten Sie umformulieren (Beispiele oben). Nur dann, wenn eine umgangssprachliche Übersetzung passend ist, können Sie hier auch (es) tut mir leid wegen mit dem Dativ (letztem Samstag) oder sogar mit dem Akkusativ (letzten Samstag) wählen.

Wieder einmal gibt es nicht nur „eindeutig richtig“ und „grundsätzlich falsch“. Es ist also nicht erstaunlich, dass Sie bei der Übersetzung von I’m sorry about last Saturday ein bisschen ins Zweifeln gekommen sind.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Stilistisches zur Freien und Hansestadt

Frage

Hamburg, seit ein paar Jahren meine Wahlheimatstadt, bezeichnet sich immer gerne als „Freie und Hansestadt Hamburg“. Jedes Mal, wenn ich dies lese, frage ich mich, ob man wirklich ein Adjektiv und ein Substantiv auf diese Weise verbinden kann. Müsste es nicht heißen „Freie Hansestadt Hamburg“ oder höchstens „Freie hanseatische Stadt Hamburg“?

Antwort

Sehr geehrter Herr M.,

es zeigt sich hier wieder einmal, dass man Regeln nicht überstrapazieren sollte. Im Prinzip haben Sie recht. Zusammenziehungen wie die folgenden sind grammatisch möglich, gelten aber stilistisch als unschön:

Fliegen- und andere Pilze
öffentliche und Privatmittel
das freiwillige und Ehrenamt

Man formuliert hier besser zum Beispiel:

Fliegenpilze und andere Pilze
öffentliche und private Mittel
das freiwillige Ehrenamt

Vgl. auch diese Grammatikseite (insbesondere unter „Einschränkungen“).

Freie und Hansestadt Hamburg ist ebenfalls eine solche Formulierung. Die Adjektiv-Substantiv-Gruppe freie Stadt wird mit der Zusammensetzung Hansestadt zusammengezogen. Es handelt sich also um eine Art Zusammenziehung, die eigentlich vermieden werden sollte. Dieser Name ist aber so sehr eingebürgert (und, soweit ich weiß, sogar eine offizielle Bezeichnung), dass man nicht mehr von einem stilistischen Fehler sprechen kann. Man sagt und schreibt deshalb problemlos:

Freie und Hansestadt Hamburg

Anders sieht es in Bremen aus. Dort heißt es normalerweise:

Freie Hansestadt Bremen

Ob man daraus schließen kann, dass die Bremer die deutsche Sprache stilsicherer verwend(et)en als die Hamburger, wage ich nicht zu beurteilen. In diese interhanseatischen Nesseln will ich mit nicht setzen!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Die Einbildung einer Krankheit

Frage

Macht der folgende Satz Sinn?

Ich leide an einer sonderbaren Krankheit oder der Einbildung derselben.

Also:

Ich leide an einer Krankheit oder an der Einbildung einer Krankheit.

Zwar bin ich davon überzeugt, dass der Satz sinnvoll und korrekt ist, dennoch erscheint er mir irgendwie „sonderbar“. Was halten Sie davon?

Antwort

Sehr geehrter Herr B.,

auch mir kommt dieser Satz seltsam vor. Er ist nicht unbedingt falsch, aber ungewöhnlich formuliert. Was stört uns an dieser Formulierung? Ein Erklärungsversuch:

Wenn man leidet, weil man sich eine Krankheit einbildet, sagt man normalerweise nicht, dass man an der Einbildung leidet. Das Leiden wird ja subjektiv nicht durch die Einbildung, sondern durch die Symptome der vermeintlichen Krankheit verursacht. Üblichere Formulierungen sind deshalb wohl:

Ich leide an einer sonderbaren Krankheit oder ich bilde mir sie ein.
Ich leide an einer sonderbaren oder an einer eingebildeten Krankheit.

Ihr Beispiel (Ich leide an der Einbildung einer Krankheit) ist, wie gesagt, nicht grundsätzlich falsch. Man sagt aber eigentlich nicht, dass man an den Symptomen einer eingebildeten Krankheit leidet. Man betont eher, dass man am Bewusstsein leidet, sich eine Krankheit einzubilden.

Es gibt allerdings eine noch viel einfachere stilistische Erklärung, die ohne semantische Haarspalterei auskommt: Die Formulierung die Einbildung einer Krankheit ist umständlicher, unschöner Nominalstil*. Nur schon deshalb sagt man besser eine eingebildete Krankheit oder sich eine Krankheit einbilden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

* Nominalstil = Stil mit vielen Substantiven und entsprechend wenig Verben und Adjektiven. Die Substantive sind oft von Verben oder Adjektiven abgeleitet. Der Nominalstil wirkt oft schwerfällig, umständlich oder bürokratisch und sollte wenn möglich vermieden werden. Beispiele: das Nichterfüllen der Versicherungs- und Sicherstellungspflich, bei Nichterscheinen, Inanspruchnahme der Ausfuhrerstattung, die Höherstellung der Enthaltsamkeit, die Einbildung einer Krankheit.

Wenn mindestens, zumindest und zum mindesten nicht genügen

Ein Dauerbrenner in vielen Fragenrubriken zur deutschen Sprache:

Frage

Heute geht es um das gute, alte „zumindest“. Zumindest war ich bislang der Meinung, dass man so sagt. Nun höre ich aber immer häufiger, selbst in Fernsehnachrichten oder seriösen Reportagen, dass stattdessen „zumindestens“ gesagt wird. […] Seit nun eben auch noch die automatische Rechtschreibhilfe meines Schreibprogrammes diese Wendung vorschlug, bin ich reif für Ihre Hilfe!

Antwort

Sehr geehrte Frau H.,

das Standarddeutsche stellt uns drei ähnlich klingende Ausdrücke zur Verfügung, wenn wir „wenigsten, auf jeden Fall“ sagen möchten:

mindestens
zumindest
zum mindesten / zum Mindesten

Drei sind aber offenbar nicht genug, denn man hört tatsächlich häufiger auch die aus zumindest und mindestens zusammengebastelte vierte Form zumindestens. Man nennt eine solche Zusammenziehung zweier Wörter oder Wendungen eine Kontamination.

Kontaminationen sind nicht immer grundsätzlich falsch, aber das Wort zumindestens gilt (vorläufig noch?) als umgangssprachlich. Es sollte deshalb ähnlich wie zum Beispiel antelefonieren, berechtfertigen und meines Erachtens nach in der Standardsprache vermieden werden. Ihre Rechtschreibhilfe ist mit dem Vorschlag zumindestens ihrer Zeit zumindest ein paar Jährchen voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Die größten Hits aller Zeiten

Frage

Derzeit höre ich mit großem Vergnügen Radio, nämlich die alljährliche Hitparade des südwestdeutschen Senders SWR1. Der häufig wiederholte Werbeslogan dazu macht mich jedoch stutzig: „Die größten Hits aller Zeiten“. Schließt diese Formulierung nicht die Zukunft mit ein? Wird es gar künftig keine weiteren „Hits“ mehr geben? Oder ist dies nur eine reißerische Übertreibung, womöglich gar populär seit jener schrecklichen Zeit, in der 1000 Jahre in zwölf Jahren vergingen und unsägliches Leid geschah?

Antwort

Sehr geehrter Herr V.,

„Die größten Hits aller Zeiten“ ist eine Übertreibung, die nicht allzu ernst gemeint ist und die man entsprechend auch nicht wörtlich nehmen darf. Man kann die größten Hits aller Zeiten mit dem Balken im eigenen Auge, todmüden Kindern oder sich im Schneckentempo vorwärtsbewegendem Verkehr vergleichen. Niemand denkt natürlich beim SWR1 tatsächlich, dass es keine neuen Hits mehr geben wird. Mit den größten Hits aller Zeiten sind nur die populärsten, das heißt bis jetzt am meisten verkauften Pop- und Schlagerhits gemeint. Der Slogan „Die bis jetzt am meisten verkauften Hits“ wäre zwar ehrlicher, aber er klingt so matt, dass er bestimmt kein chancenreicher Anwärter auf den Titel „Bester Werbeslogan aller Zeiten“ wäre.

Ob man sie nun mag oder hasst, sie schön und witzig oder grässlich und eine Zumutung findet, solche Übertreibungen gab und gibt es überall:

der dümmste Slogan aller Zeiten
die schönste Frau des ganzen Universums
die ultimative Lösung für Ihr Kundenmanagement
der beste Döner westlich des Urals

Auch in anderen Sprachen scheut man sich nicht davor:

The greatest hits of all times (eng.)
Les plus gros succès de tous les temps (frz.)
De grootste hits aller tijden (nld.)

Der Ursprung des Slogans „Die größten Hits aller Zeiten“ ist also nicht in der Nazizeit zu suchen. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Spass und ungestörten Hörgenuss bei der Hitparade!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Stilfigur mit URLs

Frage

Ich habe eine Frage zur Präposition vor der URL in folgendem Fall:

Weitere Informationen finden Sie unter www.canoonet.eu.
Weitere Informationen finden Sie auf www.canoonet.eu.

Ist beides möglich?

Antwort

Sehr geehrter Herr F.,

beides ist möglich, üblich und meiner Meinung nach auch korrekt:

Weitere Informationen finden sie unter www.canoonet.eu.
Weitere Informationen finden sie auf www.canoonet.eu.
Vgl.
Weitere Informationen finden sie unter [der Adresse] www.canoonet.eu.
Weitere Informationen finden sie auf [der Website] www.canoonet.eu.

Man kann sagen, dass wir es hier mit einer Metonymie (griech. metonymia = Namensvertauschung, Umbenennung) zu tun haben: Ein Ausdruck wird durch einen anderen ersetzt, der in engem sachlichem Zusammenhang dazu steht.

Beispiele sind:

  • Mit ein VW ist eigentlich ein Wagen der genannten Marke gemeint.
  • Wenn man ein Glas trinkt, nimmt man eigentlich den Inhalt des genannten Gefäßes zu sich.
  • Wer Dürrenmatt liest, liest eigentlich ein Werk des genannten Autors.
  • Ein tosender Applaus des ganzen Saales ist eigentlich ein tosender Applaus aller im genannten Raum Anwesenden.
  • Die auf www.canoonet.eu zu findende Information steht eigentlich auf der Website mit der genannten Adresse (URL).

Hier zeigt sich schön, dass wir im täglichen Sprachgebrauch immer wieder diese klassische Stilfigur anwenden, sogar mit modernen Begriffen wie URLs.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Wertig – Wie wertig?

Frage

Ich habe eine Frage zu hochwertig vs. wertig. Man liest (vor allem in irgendwelchen Marketingschriften) immer wieder, daß ein Produkt besonders „wertig“ daherkomme. Gibt es das Wort wirklich? Ich dachte bisher, daß wertig ohne einen erklärende Ergänzung (wie hoch- oder minder-) neutral oder drastischer gesagt nichtssagend ist.

Antwort

Guten Tag S.,

auch mir macht das Wort wertig insofern zu schaffen, als ich immer, wenn ich es lese oder höre, spontan die Neigung verspüre, diese Frage zu stellen: Wie wertig? ­­Hochwertig, geringwertig, minderwertig, neuwertig, zweiwertig, dreiwertig …?

Ob es Ihnen und mir nun seltsam vorkommt oder nicht, vor allem in der Werbesprache wird dieses Wort mit der Bedeutung hochwertig, qualitätsvoll verwendet. Mit dieser Bedeutung hat es auch schon Eingang in die neueren Dudenbände gefunden. Wir werden uns also daran gewöhnen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Das überflüssige „ver“: verbringen statt bringen

Frage

In letzter Zeit hört man immer öfter, dass Personen irgendwohin „verbracht“ statt „gebracht“ werden. Das klingt für mich relativ schräg. Trügt mich mein Gefühl oder ist das die richtige Wortwahl?

Antwort

Guten Tag R.,

die Verwendung von verbringen im Sinne von jemanden/etwas irgendwo hinschaffen ist Amts- oder Papierdeutsch:

Man verbrachte die Verletzten ins Krankenhaus.
Die Verhafteten werden ins Polizeibüro verbracht.
Wer Vermögen ins Ausland verbringt und daraus nicht versteuerte Einkünfte bezieht, …

Es ist also grammatisch gesehen eine richtige Wortwahl, stilistisch lässt sie jedoch zu wünschen übrig. Ich würde dieses verbringen allgemein, aber auch in amtlichen Schreiben durch bringen ersetzen oder, wenn es „unbedingt“ gehobener klingen soll, zum Beispiel überführen wählen.

Wie immer bei stilistischen Fragen sind  bestimmt nicht alle mit dieser Einschätzung einverstanden. Unbestritten ist aber wohl die folgende Verwendung von verbringen: Ich hoffe, dass Sie ein schönes Himmelfahrtswochenende verbracht haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp