Sprachökonomie (≈ etwas mit möglichst wenig Aufwand sagen) heißt unter anderem, dass vieles weggelassen statt wiederholt wird. Vieles kann und sollte auch weggelassen werden, aber es ist nicht immer möglich.
Frage
„Die Firma wurde beauftragt, die Veranstaltung zu koordinieren und organisieren.“ Meines Erachtens müsste es heißen: „… zu koordinieren und zu organisieren.“ Was ist richtig und wie lässt sich das begründen?
Antwort
Sehr geehrter Herr K.,
Sie haben recht. Das zweite zu darf nicht weggelassen werden. Wenn Wörter in einem Satz wiederholt werden, ist es oft möglich und auch anzuraten, sie einmal wegzulassen:
Die Firma wurde beauftragt, die Veranstaltung zu koordinieren und die Veranstaltung zu organisieren.
Problemlos ist hier das Weglassen des Akkusativobjekts die Veranstaltung. Es ist nicht nur gut möglich, diese Wortgruppe wegzulassen, es ist stilistisch sogar viel besser, sie beim zweiten Verb nicht noch einmal zu nennen:
Die Firma wurde beauftragt, die Veranstaltung zu koordinieren und zu organisieren,
Es ist viel ökonomischer, etwas nicht zwei- oder sogar dreimal zu erwähnen, wenn dies nicht notwendig ist. Wir lassen deshalb in unserem täglichen Sprachgebrauch andauernd Satzteile, Wörter und Wortteile weg. Zum Beispiel (Weglassbares in eckigen Klammern):
Mein Laptop ist alt und [mein Laptop] sollte ersetzt werden.
Die Firma bestellt [ihn] und bezahlt ihn.
Ich finde das eine gute Idee, die Firma [findet das] vielleicht eher nicht [eine gute Idee].
Ich muss mich einmal aufraffen und [ich muss einmal] nachfragen.
Vieles kann und wird also weggelassen. Es gibt aber ein paar Ausnahmen. Zu diesen nicht weglassbaren Wörtern gehört das zu, das bei einem Infinitiv steht. Wenn mehrere Infinitive in einem Satz vorkommen, muss das zu bei jedem Verb wiederholt werden:
Es begann zu stürmen und zu regnen.
Wie ist es, berühmt zu sein und viel Geld zu verdienen?
Nutzen Sie die Zeit, um das restliche Gemüse zu waschen, zu schälen und zu schneiden.
Und eben:
Die Firma wurde beauftragt, die Veranstaltung zu koordinieren und zu organisieren.
In all diesen Sätzen können die fett hervorgehobenen zu nicht weggelassen werden. Weitere Beispiele dazu, was nicht weggelassen werden kann, finden Sie in der Canoonet-Grammatik.
Warum genau dieses zu nicht wegfallen darf, weiß ich leider nicht. Viel mehr, als dass es offenbar ein hartnäckiges kleines Wörtchen ist, kann ich dazu nicht sagen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bopp



