Warum die Katze nicht gewöhnt ist, Trockenfutter zu fressen

Hinweis für Tierliebhaber: Das ist an dieser Stelle keine Frage der Tierhaltung, sondern der Grammatik. Die standardsprachliche Katze ist nämlich gegebenenfalls [es] gewohnt oder daran gewöhnt, Trockenfutter zu erhalten.

Frage

Sind die beiden Sätze „Ich bin es gewöhnt“ und „Ich bin es gewohnt“ ihrer Meinung nach korrekt und gleichbedeutend? […] Könnte man sagen: „Ich bin das Klima gewöhnt/gewohnt“?

Antwort

Sehr geehrter Herr C.,

die beiden Wörter gewohnt und gewöhnt haben tatsächlich eine sehr ähnliche Bedeutung. Sie werden aber im Satz unterschiedlich verwendet. Standardsprachlich sind diese Formulierungen üblich:

etwas gewohnt sein
an etwas gewöhnt sein

Daraus ergeben sich für Ihr Beispiel die folgenden Möglichkeiten:

Ich bin das Klima gewohnt.
Ich bin an das Klima gewöhnt.

Ich bin es gewohnt.
Ich bin daran gewöhnt.

Die Formulierung Ich bin das Klima gewöhnt gilt standardsprachlich als nicht korrekt.

Auch in Verbindung mit einer Infinitivkonstruktion (zu+Infinitiv) formuliert man unterschiedlich, wobei gewohnt mit oder ohne es stehen kann:

Die Katze ist [es] gewohnt, Trockenfutter zu fressen.
Die Katze ist daran gewöhnt, Trockenfutter zu fressen.

Auch hier gilt, dass man standardsprachlich nicht sagt: Die Katze ist [es] gewöhnt, Trockenfutter zu fressen.

Mit gewöhnt drückt man aus, dass etwas das Resultat einer Gewöhnung ist. Mit gewohnt sagt man, dass etwas eine Gewohnheit ist, dass etwas als Selbstverständlichkeit empfunden wird, weil es immer so ist. Die beiden Bedeutungen liegen nicht sehr weit auseinander, so dass es öfter möglich ist, sowohl eine Sache gewohnt sein als auch an eine Sache gewöhnt sein zu sagen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Von Passagieren, Fahrgästen und Fluggästen

Frage

Mich interessieren die Begriffe »Fluggast« und »Fahrgast«, die zum Beispiel von der Lufthansa oder der Deutschen Bahn gebraucht werden. Wann sind diese (für mich unschönen) Begriffe entstanden? Und warum? Kann man nicht das aus dem Französischen entlehnte Wort »Passagier« benutzen?

Antwort

Sehr geehrter Herr O.,

nach den mir zur Verfügung stehenden Quellen kam das Wort Fahrgast schon im 19. Jahrhundert auf. Dass es keine Neuerfindung moderner Werbe- und Marketingstrategen ist, zeigt zum Beispiel auch der Titel von Franz Kafkas 1908 erstmals erschienen Erzählung »Der Fahrgast«. Die Entstehung dieses Wortes war wahrscheinlich mit dem rasanten Aufschwung des Eisenbahnverkehrs verbunden. Es ist die deutsche Entsprechung des Fremdwortes Passagier, das übrigens ursprünglich italienisch war, im 16. Jh. von dort ins Deutsche übernommen und später an die ebenfalls aus dem Italienischen stammende französische Form passager angepasst wurde.

Zur Geschichte des Wortes Fluggast konnte ich keine Angaben finden. Ich nehme aber an, dass es mit dem Aufkommen der Passagierluftfahrt in Analogie zu Fahrgast entstanden ist.

Man kann anstelle von Fahrgast und Fluggast ohne weiteres auch Passagier benutzen. Das ist auch üblich. Die Zusammensetzungen mit Gast haben aber zwei kleine Vorteile: Sie ermöglichen – falls das einmal nötig sein sollte – eine genauere Unterscheidung der Passagiere nach Transportart (Schiffspassagiere, Fahrgäste, Fluggäste). Sie erlauben auch eine freundlicher oder höflicher klingende Anrede der Kunden. Ein Passagier ist jemand, den man transportiert. Ein Gast ist jemand, den man willkommen heißt und gern transportiert. Und hier kommen dann doch noch die Werbeleute ins Spiel. Dieses »Freundlichkeitspotential« ist auch ihnen aufgefallen, wodurch sich die Verwendungshäufigkeit der Wörter Fahrgast und Fluggast in Informationstexten und Durchsagen des öffentlichen Straßen-, Schienen- und Luftverkehrs bestimmt um einiges erhöht hat.

Trotz dieses »Freundlichkeitspotentials« der Zusammensetzungen mit Gast werde ich nicht so weit gehen, Sie von nun an als Lesegast oder Bloggast anzureden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Die Kunde wird dem Kunden kundgetan

Frage

Wie ist das denn jetzt mit der Schreibweise von Kund tun / kundtun / kund tun? Nach meinem Sprach- und Schreibempfinden würde ich erstere Variante wählen, weil es von Kunde im Sinne von Nachricht kommt – aber das muss ja nichts heißen!

Antwort

Sehr geehrte Frau M.,

dies meint CanooNet:

kundtun

Man schreibt also:

kundtun
kundzutun
hat kundgetan
ich tue kund

Das Gleiche gilt für die Verben kundgeben, kundmachen und kundwerden. Da kund in Verbindung mit Verben nicht (mehr) dem Nomen Kunde zugeordnet werden kann und es das ursprüngliche Adjektiv kund nicht mehr gibt, schreibt man nach den Rechtschreibregeln kund mit dem Verb zusammen (Regel).

Das frühere Adjektiv kund ist eine sehr alte Partizipialbildung zu können (und kennen).  Es bedeutete ursprünglich: kennen gelernt, bekannt geworden. Eine alte Ableitung davon ist das Wort der Kunde, das einmal die Bedeutung der Bekannte hatte. Das Wort die Kunde (Nachricht) hat eine zum Teil andere, ziemlich komplizierte Geschichte, die ich Ihnen – und mir – hier ersparen möchte.**

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

** Wenn Sie an der Herkunft von die Kunde interessiert sind, können Sie sie im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm nachschlagen.

Professor Bopp

Frage

Ich lese grad die schönen Reiseberichte Heinrich Heines, und traf Ihren Namen wieder:

Doktor Bopp ist hier angestellt als Professor der orientalischen Sprachen und hat vor einem großen Auditorium seine erste Vorlesung über das Sanskrit gehalten.
(Heinrich Heine, Reisebilder und Reisebriefe, Briefe aus Berlin, Erster Brief)

Ich kann mich der Frage nicht erwehren, ob der genannte Herr Ihr Vorfahre war?

Antwort

Sehr geehrte Frau T.,

bei Heinrich Heine geht es um einen in Linguistenkreisen sehr berühmten und ungemein viel beleseneren Dr. Bopp, dem der hier schreibende Dr. Bopp nicht das Wasser reichen kann:

Franz Bopp (1791-1867) gilt als einer der Begründer der vergleichenden Sprachwissenschaft. 1821 erhielt er eine außerordentliche Professur an der Universität in Berlin (Heine schrieb den besagten Brief aus Berlin im Januar 1822). Von 1825 an war er dort ordentlicher Professor der orientalischen Literatur und allgemeinen Sprachkunde. Sein Hauptwerk ist „Vergleichende Grammatik des Sanskrit, Zend, Griechischen, Lateinischen, Litauischen, Altslavischen, Gotischen und Deutschen“ (1833-52). Mit seinen Arbeiten zeigte Franz Bopp die Verwandtschaft zwischen vielen indogermanischen Sprachen auf.

Soweit ich weiß, sind dieser Professor Dr. Bopp und ich nicht miteinander verwandt, auch nicht über sieben Ecken. Der Familienname Bopp kommt häufiger vor, als Sie vielleicht annehmen. Er ist nur nicht im ganzen deutschen Sprachgebiet verbreitet. Mehr dazu lesen Sie, wenn Sie mögen, in einem älteren Blogeintrag.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Tausendundeine Nacht oder tausendundein Nächte

Frage

In der russischen Grammatik – ich bin Muttersprachler – ist es so, dass man den Singular einsetzen muss, wenn ein Kardinalzahl auf „eins“ (RU odin) endet. […] So setzt man bei „eins“ den Singular ein, also auch bei „zwanzig eins“ (RU dvadtsat‘ odin), „dreißig eins“ (RU tridtsat‘ odin) und so weiter.

Ist es in der deutschen Grammatik auch so, oder geht die deutsche Grammatik logisch vor? […] Heißt es „hundertein Auto“ oder logischerweise „hundertein Autos“?

Antwort

Sehr geehrter Herr P.,

das Deutsche bietet einem hier wieder einmal verschiedene Möglichkeiten. Man verwendet in der Regel den Plural:

hundertein Autos
hundertundein Autos

fünfhundertein Gründe
fünfhundertundein Gründe

tausendein Nächte
tausendundein Nächte

Bei der Form mit und kann aber auch der Singular stehen. Das Zahlwort muss dann gebeugt werden:

hundertundein Auto
mit hundertundeinem Auto

fünfhundertundein Grund
Es gibt fünfhundertundeinen Grund dafür.

tausendundeine Nacht
während tausendundeiner Nacht

Mit einem Artikelwort ist nur die ungebeugte Form -ein mit der Mehrzahl möglich:

die hundert[und]ein Autos
mit seinen fünfhundert[und]ein Ausreden
während dieser tausend[und]ein Nächte

Es herrscht hier aber eine gewisse Unsicherheit. Andere Formen kommen auch vor (zum Beispiel hunderteine Nacht) und selbstverständlich gefallen nicht alle Varianten allen gleich gut. Formen mit –eins vor einem Substantiv gelten allerdings in der Standardsprache als falsch:

nicht: hunderteins Autos
nicht: tausendeins Nächte

Die berühmte orientalische Märchensammlung wird übrigens im Allgemeinen „Tausendundeine Nacht“ genannt. „Ali Baba und die vierzig Räuber“ und „Sindbad der Seefahrer“ sind also Erzählungen aus „Tausendundeiner Nacht“. Wenn Sie Märchen und Erzählungen mögen, können Sie dort auch die Geschichte des Walt-Disney-Zeichentrickilms „Aladin und die Wunderlampe“ in der Originalversion nachlesen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Die USA und die Mehrzahl

Frage

Heißt es „Die USA versinken im Chaos“ oder „Die USA versinkt im Chaos“? Klar, die Abkürzung steht für United States of America (also Plural), und somit ist wohl der Plural richtig. Des ungeachtet finde ich die Formulierung irgendwie ungewöhnlich und holprig. Auch treffe ich häufig auf die genau gegenteilige Wendung, zum Beispiel: „Die USA ist ein beliebtes Reiseziel.“ Was nun?

Antwort

Guten Tag H.,

den US-Amerikanern wünsche ich, dass ihr Land nicht wirklich im Chaos versinken möge und dass entsprechend nur die Form und nicht auch die Bedeutung des folgenden Satzes korrekt ist:

Die USA versinken im Chaos.

Standardsprachlich verwendet man die Länderbezeichnung USA mit dem Plural. Weitere Beispiele:

Die USA sind ein beliebtes Reiseziel.
Studieren in den USA
Obama und die neuen USA

Für die Verwendung des Plurals sprechen zwei Gründe: Wie sie richtig bemerken, ist die Bezeichnung, für die die Abkürzung USA steht, im Prinzip pluralisch: United States of America.** Auch die deutsche Übersetzung wird in der Mehrzahl verwendet: die Vereinigten Staaten [von Amerika]. Weil sowohl das Grundwort in der Ursprungssprache als auch die Übersetzung ins Deutsche pluralisch sind, hat hier der Plural eindeutig die besseren Karten. Die Verwendung in der Einzahl sieht man zwar auch manchmal, sie gilt aber standardsprachlich als nicht korrekt.

Das ist aber noch nicht ganz alles: Die Abkürzung USA wird im Deutschen immer mit dem bestimmten Artikel verwendet;

Sind die USA ein guter Bündnispartner?
Wir sind quer durch die USA gereist.
Chaos in den USA
die Regierung der USA

Es heißt also im Standarddeutschen nicht Chaos in USA oder Reise quer durch USA.

Es mag in Ihren Ohren ungewöhnlich oder sogar holprig klingen, doch wenn Sie es standardsprachlich richtig machen wollen, verwenden Sie die USA immer im Plural und mit Artikel, so wie dies zum Beispiel auch für die Niederlande, die Philippinen, die Malediven oder die Vereinigten Arabischen Emirate üblich ist.

Falls sich Ihre Ohren trotz alledem nicht an die USA im Plural gewöhnen wollen, sagen und schreiben Sie doch einfach:

Die Vereinigten Staaten sind ein beliebtes Reiseziel.

Das klingt überhaupt nicht holprig und es herrschen hier, soweit ich weiß, auch keinerlei Zweifel darüber, ob man den Plural verwenden soll.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

** Man muss hier präzisieren, dass USA und vor allem U.S. im Englischen manchmal auch als Singular behandelt werden. Die zugrundeliegende Wortgruppe, so wie wir sie als durchschnittliche Englischkönner kennen, ist aber eindeutig pluralisch.

Islamphobie oder Islamophobie?

Das lange Wochenende anlässlich des christlichen Pfingstfestes steht vor der Tür. Hier eine etwas ältere Frage, die in gewisser Weise etwas mit Religion zu tun hat:

Frage

Das Wort „Islamphobie“ sehe ich […] als zulässige Wortneubildung an. Wie steht es aber nun mit „Islamophobie“, das man ja auch bisweilen hört bzw. das Wikipedia als eine Schreibweise des Begriffs darstellt?

Antwort

Sehr geehrter Herr K,

sowohl Islamphobie als auch Islamophobie sind korrekte Wortbildungen.

Das erste Wort wurde nach einem im Deutschen sehr aktiven, heimischen Wortbildungsprinzip gebildet. Es ist eine Zusammensetzung von zwei Substantiven. Wie zum Beispiel

Kaffe + Tasse = Kaffeetasse
Blog + Eintrag = Blogeintrag
Finanzmarkt + Transaktionssteuer = Finanzmarkttransaktionssteuer

wurden die beiden Wörter Islam und Phobie zum Wort Islamphobie zusammengesetzt. Das hört man auch an der Betonung:  Sie liegt auf dem ersten Wort, wie sich das für eine heimische deutsche Zusammensetzung „gehört“:

Islam + Phobie = Islamphobie

Das zweite Wort ist eine Wortbildung nach (neo)klassischem Muster. Beispiele sind Anglophobie (Abneigung gegen Englisches), Arachnophobie (Angst/Abscheu vor Spinnen) oder Xenophobie (Fremdenhass). Solche Zusammensetzungen gibt es auch mit einem im Deutschen allgemein üblichen Wort an erster Stelle: Insektizid, Kristallographie, Ozeanographie, Filmothek, Filzokratie, Japanologie, Vulkanologie u. a. m. Bei solchen Bildungen liegt die Hauptbetonung nicht auf dem ersten Wort, sondern auf der Endung –ie:

Islam + o + phob[+]ie = Islamophobie

Beide Wörter sind also nach im Deutschen vorkommenden Wortbildungsprinzipien gebildet worden. Islamphobie ist eher „allgemeinsprachlich“, Islamophobie eher „gelehrt“. Zum zweiten Wort gehört übrigens auch das Adjektiv islamophob.

Zum Schluss erlaube ich mir noch eine „extralinguistische“ Bemerkung: Es ist vielleicht interessant, aber nicht wirklich wichtig, nach welchem Wortbildungsprinzip das Wort Islam[o]phobie zustande gekommen ist. Wichtig ist – wie bei allen Phobien –, dass man sich vor dem hütet, was es bezeichnet.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp

Das Feierbiest und die Gladiolen

Ich muss noch einmal auf den neuen holländischen Liebling der Nation (genauer: der deutschen Nation) zurückkommen. Vor kurzem habe ich dank Herrn van Gaal die Tradition der Bierdusche für den Meisterschaftssieger und das Wort Tulpengeneral kennen gelernt. Seit kurzem kennt die deutsche Sprache dank Herrn van Gaal zwei neue Ausdrücke (mindestens!):

der Tod oder die Gladiolen
Feierbiest

Die erste Wendung lautet auf Niederländisch de dood of de gladiolen und bedeutet ungefähr alles oder nichts. Sie wird dem Radrennfahrer Gerrie Knetemann (1951-2004) zugeschrieben, der sie als Erster verwendet haben soll. Auch ein anderer Spruch, der die Radler, die an einer langen Etappe der Tour de France teilnehmen, treffend charakterisiert, soll von diesem Amsterdamer stammen: Verstand auf null, Blick auf unendlich. Ich wollte Ihnen diese zweite Redewendung hier nicht vorenthalten, weil eine solche Haltung im Fußballsport so wenig empfehlenswert ist, dass wir wahrscheinlich lange warten müssen, bis Herr van Gaal den Ausdruck für uns importiert.

Aber weshalb Tod oder Gladiolen? Hier die Erklärung, die ich finden konnte: Bei Radrennen erhielt der Sieger oft Gladiolen. Auch beim viertägigen Nijmegenmarsch erhalten die Teilnehmer am Ziel von den Zuschauern Gladiolen. Gerrie Knetemann meinte also, dass man sich so sehr anstrengen soll, dass man entweder tot hinfällt oder die Ziellinie (als Sieger) erreicht.

Die Gladiole verdankt ihren Namen ihrer Form. Das lateinische Wort gladiolus bedeutet kleines Schwert. Mit einem solchen Schwert wurden die Blätter der Gladiole verglichen. So weit, so gut. Nun beginnt der historisch eher wacklige Teil der Erklärung: Auch das Wort Gladiator ist vom lateinischen Wort gladius = Schwert abgeleitet. In einem Gladiatorenkampf gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man verlor und fand den Tod oder man siegte und wurde mit Gladiolen überschüttet.

Irgendwie habe ich diesen Gladiolenregen in Filmen wie „Ben Hur“, „Spartacus“ und „Gladiator“ verpasst. Auch sonst konnte ich nirgendwo eine Bestätigung dieser römischen Variante der Bierdusche finden. Es bleibt aber eine schöne Erklärung, auch wenn sie nicht wahr sein sollte.

Wie dem auch sei, Herr van Gaal durfte die neu-sprichwörtlichen Gladiolen als Feierbiest so richtig schön feiern. Mit dem Wort feestbeest scheint man im Niederländischen jemanden zu bezeichnen, der weiß, wie man Feste feiert.

Gerrie Knetemann mit Gladiolen 1978
Weltmeister Gerrie Knetemann mit Gladiolen, 1978

Das kleine Alpha und das kleine a

Frage

Ich verstehe, dass man Einzelbuchstaben so schreiben soll, wie sie in der Schrift vorkommen, weil Einzelbuchstaben als Zitate dienen. So schreibt man „kleines t“ und „großes T“.

Nichtsdestotrotz stellt sich mir die Frage, ob dies auch bei griechischen Buchstaben gilt. […] Kann man „kleines alpha“ und „großes Alpha“ schreiben oder sind die Buchstaben als substantiviert anzusehen ohne Rücksicht darauf, ob der Buchstabe im Schriftbild groß- oder kleingeschrieben wird?

Antwort

Sehr geehrter Herr P.,

man schreibt

ein kleines a und ein großes A

aber:

ein kleines Alpha und ein großes Alpha

Man schreibt bei Alpha nicht den Buchstaben, sondern seinen Namen. Der Name ist ein Substantiv und wird entsprechend großgeschrieben. Wenn man den Buchstaben schreiben will, muss man, wo nötig, auf die griechischen Zeichen zurückgreifen:

ein kleines α  und ein großes Α (Alpha)
ein kleines δ  und ein großes Δ (Delta)

Vergleichen Sie die Schreibweise von Alpha auch mit der Schreibung von Ypsilon:

Yak schreibt man mit Y.
Ägypten schreibt man mit y.

Yak schreibt man mit [einem großen] Ypsilon.
Ägypten schreibt man mit [einem kleinen] Ypsilon.

Siehe auch die Angaben zu Alpha, A, Ypsilon und Y in Canoonet.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Bopp